Heimat Österreich

Leben an der steirischen Eisenstraße

Die Eisenstraße atmet regionale Geschichte wie nur wenige Orte in Österreich. Ausgehend vom steirischen Erzberg verbindet die Eisenstraße drei Bundesländer – die Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich, wo die Verarbeitung und der Transport des Rohstoffs Eisen tiefe gesellschaftliche Spuren hinterlassen.

Heimat Österreich: Leben an der steirischen Eisenstraße

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 11.03.2020, 20.15 Uhr
Wh. Fr 09.20 Uhr, Sa 18.35 Uhr und Di 10.10 Uhr

Die Steirische Eisenstraße ist seit Jahrhunderten vom Bergbau und von der Eisen- und Stahlerzeugung geprägt. Gleichzeitig findet man hier eine unberührte Naturlandschaft, in der die Menschen seit Jahrhunderten vor allem von der Holzwirtschaft leben. Das alte Bergmannsbrauchtum wird immer noch allerorts am Leben erhalten, und vor allem rund um den Festtag der Heiligen Barbara am 4. Dezember marschieren jedes Jahr Männer und neuerdings auch Frauen in schwarzen und weißen Uniformen durch die Straßen der Orte.

Regisseur Martin Vogg trifft in Leoben, Eisenerz oder dem kleinen Ort Radmer Menschen, die vom Leben an der Eisenstraße in früheren Zeiten erzählen. So den ehemaligen Bergmann Johann Heupl der in Radmer beziehungsweise am Erzberg noch untertags gearbeitet hat. Simon Morokutti, Ehrenbergmann Knappschaft „Steirerherzen Seegraben“ berichtet, wie verunfallte Bergleute mit Hilfe selbst gebauter Buckelbergwerke ihre Lebensgeschichte erzählte, um so auf Dorfplätzen Geld für ihre Familien zu verdienen. Ein Bild von der Arbeit am Erzberg in der Gegenwart zeichnet Mario Havlena, der seit 25 Jahren in verschiedenen Bereichen des Erzabbaus tätig ist.

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/ Bergmannschor Radmer

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Mancher Bergmann wie Rudi Kren stammt aus dem Hochschwabgebiet, wo der pensionierte Oberförster Alfred Pfemeter in Wildalpen von der bewegten Geschichte der Forstarbeit in der Region erzählt. Pfemeter weiß auch viel über die Jagd zu berichten, auf Grund der sich nicht nur der Wildbestand sondern auch der Wald in der Region verändert hat. Unweit von Wildalpen lebt die Familie Milwisch auf einem Hof, der seit dem 13. Jahrhundert von den Vorfahren der heutigen Besitzer bewirtschaftet wurde. Heute hat sich die Familie Milwisch auf Ziegen spezialisiert, die früher als „Eisenbahnerkühe“ gering geschätzt wurden.

Für alle Bergleute spielt das Brauchtum eine wichtige Rolle, das heute vor allem von den Ehrenbergleuten der einzelnen Knappschaften getragen werden. In Vordernberg sind das Gerhard Zach und Gert Emmerstorfer, die über die Aufgaben und Pflichten von Ehrenbergleuten berichten. Gekleidet sind die Bergleute bei Feierlichkeiten in traditionelle Bergmannsuniformen, die in Leoben vom Schneidermeister Hans Woschner in vierter Generation hergestellt werden. Woschner erklärt nicht nur die Feinheiten der Tracht, sondern beschreibt auch seine Kindheit in der Schneiderwerkstatt seines Vaters, wo die männlichen Angestellten noch kräftig geraucht haben.

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/ Musiker Knappschaft Steirerherzen-Seegraben.

Ein Ausflug in die Brauerei Göss und in den Gasthof Arkadenhof in Leoben verweisen darauf, dass der Biergenuss nicht nur bei den Barbarafeiern auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Luftaufnahmen vom Erzberg und der zum Teil unberührten Naturlandschaft, die sich bei den Menschen an der Eisenstraße als Naherholungsgebiet größter Beliebtheit erfreut, runden den Film ab, der auch an den kürzlich verstorbenen Bergmann Ferdinand Borec erinnert, der eindrucksvoll von seiner Arbeit im Kohlebergwerk Seegraben erzählt.

Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Leben im Mariazellerland

    Regisseur Michael Weinmann stellt in seiner neuen Dokumentation Traditionen und Menschen im Mariazellerland vor.

  • Leben am Ötscher

    Majestätisch und imposant prägt der Ötscher das Landschaftsbild des südwestlichen Niederösterreich. Der Film von Kathrin Jenni zeigt die Traditionen rund um den „Zauberberg“ und das Leben der Menschen.

  • Landleben in Filzmoos

    Bevor in Filzmoos der Tourismus einzog, lebte der Ort von seinen Bergbauern. Das alte Filzmoos gibt es noch, wenn auch nur mehr in kleinen Rückzugsbereichen: hier leben und arbeiten die Menschen noch so wie zur Zeit ihrer Großeltern.

  • Leben im Drautal

    ORF III begibt sich in „Heimat Österreich“ diesmal nach Kärnten ins Obere Drautal. Regisseur Martin Vogg trifft Menschen, die am und mit dem Fluss leben und besucht die Griebitschalm hoch über Irschen, wo die Tiere der Bauern im Tal wie seit hunderten Jahren ihre Sommer verbringen.