Erlebnis Bühne am Weltfrauentag

Heimliche Heldinnen - Frauen in der Oper

Sie lieben, sie leiden und sie sterben - Frauen in der Oper des 19. Jahrhunderts sind oft auf die Rolle der liebenden Frau reduziert; doch bei genauerem Hinsehen sind sie oft mutig und entschlossen. Barbara Rett stellt am Weltfrauentag einige von ihnen vor. 

Sonntag, 8.3.2020, 20.15 Uhr

Gilda im „Rigoletto“, Mimi in „La Bohème“, Cho-Cho-San in „Butterfly“, Senta im „Fliegenden Holländer“ oder Violetta Valéry in „La Traviata“ - sie alle opfern sich, werden krank und verlassen und sterben am Ende der Oper. Das entspricht bzw. entsprach auch der damaligen realen historischen Situation der Frau; wer einen zweiten Blick wirft, findet aber erstaunlich viele mutige, tapfere, entschlossene Frauen, die für ihre Liebe kämpfen - und für ihre Unabhängigkeit. Barbara Rett präsentiert am Weltfrauentag kämpferische Lichtgestalten, die ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen.

Die Radikalste ist Carmen. Sie besteht kompromisslos auf ihre Unabhängigkeit und sexuelle Freiheit. Die Uraufführung der Oper 1875 in Paris war ein Skandal. Und auch Micaela wird in der Darstellung von Anna Netrebko 2010 zur Heldin. Mutig ist auch Leonora di Vargas in Giuseppe Verdies „La forza del destino“ wenn sie für ihre Liebe bereit ist, heimlich ihre Familie zu verlassen.

Heimliche Heldinnen - Frauen in der Oper

ORF/ORF III/Bregenzer Festspiele/Karl Forster

„Carmen“, Bregenzer Festspiele 2017

Die Lichtgestalt unter den Opernfrauen ist Ludwig van Beethovens Leonore. Als Mann verkleidet lässt sie sich in einem Gefängnis anstellen, um ihren verschollenen Mann zu finden. „Wer ein solches Weib gefunden, stimm’ in unsern Jubel ein!“, heißt es zum Schluss.

Obwohl sie entführt und von einer Männsersekte gefangen gehalten wird, von ihrer Mutter erpresst, fast vergewaltigt bleibt Paminain Mozarts „Zauberflöte“ Unerschrocken auf der Seite der Wahrheit. Sie ist es auch, die Tamino die heilbringende Zauberflöte in die Hand drückt, damit er sich traut, mir ihr in eine neue Zukunft zu gehen. Auch Marie, „Die Regimentstochter“, lässt sich nicht unterkriegen: als Findelkind in einem Soldatenlager aufgewachsen wird sie von einer Aristokratin als verloren geglaubtes Kind erkannt und in deren Schloss eingesperrt um sie zu zähmen und dann standesgemäß zu verheiraten.

Ausschnitte aus:

  • „Carmen“, Bregenzer Festspiele 2017
  • „Carmen“, Wiener Staatsoper 2010
  • „La forza del destino“, Nationaltheater München 2014
  • „Fidelio“, Salzburg 2015
  • „Zauberflöte“, St. Margarethen 2019
  • „La Fille du Regiment“, Wiener Staatsoper 2007
  • „Eugen Onegin“, Salzburger Festspiele 2007
  • „Der Barbier von Sevilla“, Opernfilm 1972
  • „La Wally“, Tiroler Landestheater Innsbruck, 2013
  • „La fanciulla del West“, Wiener Staatsoper 2013
Heimliche Heldinnen - Frauen in der Oper

ORF/ORF III/W. Hoesl

„La forza del destino“, Nationaltheater München 2014, Jonas Kaufmann, Anja Harteros

Musikdokumentation, 2020


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