tpm | MERYNS sprechzimmer

Themenabend „Fasten“

treffpunkt medizin befasst sich in einer Dokumentation mit der Wirkung des Fastens, Siegfried Meryn hat dazu Expertinnen und Experten zum Gespräch eingeladen.

treffpunkt medizin: Hungern & Heilen: Jünger durch Fasten?

Dokumentation, 2017

MERYNS sprechzimmer: Das Wunder Fasten: Entgiften, Heilen UND Verjüngen?

Gesprächsreihe, 2020

Mittwoch, 26.2.2020, 22.45 Uhr

treffpunkt medizin: Hungern und Heilen: Jünger durch fasten

Dokumentation, 2017

Das Kloster Pernegg im niederösterreichischen Waldviertel ist ein Ort der Stille. Gegründet 1153 als Chorfrauenkloster hat es sich in den letzten Jahren zu einem Rückzugs- und Erholungsort entwickelt. Wer hierher kommt, will seine Balance und den Ausgleich vom Alltagsstress finden. Umgeben von alten Gemäuern, abgeschieden in der Natur, unternimmt man Wanderungen, macht Yoga oder Meditationsübungen.

Im Vordergrund steht, einmal bewusst kürzer zu treten. Das betrifft vor allem die Nahrungsaufnahme. Denn der versprochene Benefit soll vornehmlich durch eines erzielt werden: das Fasten. Abgesehen von der Abendsuppe besteht die tägliche Mahlzeit aus einem Vitamindrink, der ganz bewusst in andächtiger Stille eingenommen wird. Es mag in einer Wohlstandsgesellschaft wie der unsrigen ungewöhnlich wirken, doch für die Teilnehmer ist der hier gelebte Verzicht eine Bereicherung. Fastenkuren wie diese erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und auch in alltäglichen Ernährungskonzepten hat die Jahrtausende alte Tradition des Fastens Einzug gefunden. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Gewichtsreduktion. Neue Forschungserkenntnisse sprechen dem Fasten heilende Kräfte zu, die sogar den Alterungsprozess verlangsamen können.

Was einst hauptsächlich mit religiösen Traditionen von Aschermittwoch, Karfreitag oder Ramadan verbunden wurde, wird nun in Forschungslabors auf seinen biomedizinischen Mehrwert untersucht. Können diese Versprechungen wissenschaftlichen Kriterien standhalten? Wie funktioniert richtiges Fasten? Und wie sinnvoll ist es, den rein körperlichen Prozess zu analysieren?

Im kulturellen Kontext war das Fasten ein Ausgleich zu Festtagen. Doch unsere Gesellschaft macht es mittlerweile möglich, jeden Tag zum Festtag zu erklären. Und wenn es auch einmal keinen Grund zum Feiern gibt, so haben sich unsere Lebensumstände an ein Überangebot an Nahrung gewöhnt. Ein Selbstverständnis, das Konsequenzen hat.

Was passiert mit dem Körper, wenn ihm die Nahrung vorenthalten wird?

Auf den ersten Blick erscheint es ein wenig befremdlich, den Körper künstlich in eine Notsituation zu bringen, die ihn die eigenen Ressourcen abbauen lässt. Daher sollte man nicht unbedacht fasten. Der Körper kann zwar eine Zeit lang ohne Nahrung auskommen, aber Flüssigkeit ist für ihn unverzichtbar.

Wie wirkt sich der Nahrungsverzicht aus? Sind wir während einer Fastenperiode in unserem Tun limitiert? Wie gut steckt der Organismus den Mangel weg? Fasten kann viele Vorzüge haben. Für eines ist es allerdings nur bedingt geeignet: wer hofft, durch eine radikale Hungerkur sein Idealgewicht zu erreichen, wird zumeist rasch von der bitteren Realität eingeholt.

Der Apfel als Symbol des Fastenbrechens am Ende der Fastenzeit

Auch wenn Viele die Phase des Verzichts als sehr erfüllend bezeichnen, kann danach die Verführung groß sein, wieder in alte Muster zu verfallen. Aus diesem Grund hat sich zusätzlich eine andere Form der Nahrungsabstinenz etabliert. Das Intervallfasten oder auch intermittierendes Fasten genannt. Anstelle einer zeitlich begrenzten Fastenzeit, werden dabei die Hungerphasen stunden- oder tageweise in den Alltag eingeflochten.

Dass die Ernährung und das Krebsrisiko miteinander verflochten sind, gilt mittlerweile als bewiesen. Doch inwieweit das Fasten die Therapie beeinflussen kann, bedarf wohl einer genaueren Erklärung. Der Vorgang des Zellrecycling ist mit ein Grund, warum inzwischen auch ein anderer Zweig der Medizin großes Interesse an den Auswirkungen des Fastens entwickelt hat.

Wenig oder gar nichts essen als günstige Anti-Aging Methode?

Wissenschafter zeigen sich optimistisch ob der verjüngenden Wirkung des Fastens. Noch steckt viel Theorie und Vermutung in diesen Ansätzen. An den ersten relevanten Langzeitstudien wird noch gearbeitet.

Unabhängig vom Prozess der Autophagie hat der Trend um das Fasten zu vielen Mythen geführt. Oft fallen dabei Begriffe wie Entgiften, Entsäuern oder Entschlacken. Wie so oft entwickelt sich aus Trends auch eine kommerzielle Perspektive. Gerne werden dabei Hilfsmittel angepriesen, die man begleitend zum Fasten einnehmen kann und die die positiven Effekte verstärken sollen. Eine kritische Auseinandersetzung erscheint hier notwendig.

23.35 Uhr

MERYNS sprechzimmer: Das Wunder Fasten: Entgiften, Heilen und verjüngen?

Gesundheitstalk, 2020

Fasten liegt im Trend. Gerade von Aschermittwoch bis Ostern üben sich zunehmend mehr Österreicher und Österreicherinnen im Verzicht. Wenngleich die Beweggründe heute längst nicht mehr nur religiöser oder spiritueller Natur sind. Es gehört mittlerweile zum Lifestyle und einem bewussten Umgang mit Ernährung und Gesundheit, auch Nahrungskarenzen einzulegen. Ist also Verzicht der neue Luxus? Und wird er bestenfalls mit Gesundheit belohnt? Fest steht, der längere Verzicht auf Nahrung, ob stundenweise beim Intervallfasten oder auch durch längere Fastenperioden fördert den Autophagieprozess in unserem Körper. Dieser ist die sogenannte Müllabfuhr in unseren Zellen, die Alterungsprozesse verlangsamen und damit die Zellerneuerung positiv beeinflussen kann.

Siegfried Meryn spricht mit Dr. Slaven Stekovic, Altersforscher, Molekularbiologe und Autor des „Jungzelleneffekts“, Dr. Ulrike Göschl, Kurärztin und Fastenexpertin, und Dr. Rainer Schroth, Kurarzt, über die Heilwirkung des Fastens.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Gesundheitsmythen: Impfen

    Die Impfmythen sind der Auftakt zur neuen treffpunkt medizin-Sendereihe, die sich Meilensteinen, Irrtümern und Gesundheitsmythen in der Geschichte der Medizin widmet.

  • MERYNS sprechzimmer: Das Virus in uns. Könner oder Killer?

    Siegfried Meryn spricht mit Dokumentarfilmer Kurt Langbein und dem Virologen Dr. Norbert Nowotny über die Bedeutung von Viren, aktuelle Entwicklungen und Chancen.

  • Botox - Ein Gift macht Karriere

    treffpunkt medizin beschäftigt sich diesmal mit Botulinumtoxin, das durch seine Falten reduzierende Wirkung als „Botox“ populär wurde, jedoch schon seit den 80er Jahren vielfach therapeutisch eingesetzt wird.

  • treffpunkt medizin: Den Tod ins Leben holen

    Der Tod ist unser aller Bestimmung. Trotzdem verdrängen wir ihn nur allzu gerne. treffpunkt medizin geht u. a. der Frage nach, ob es uns besser ginge, wenn wir das Leben vom Ende her denken und uns der Angst vor dem Ende stellen.