Themenmontag

Die Opernball-Verschwörung

Während tausende Gäste ahnungslos das rauschendste Fest des Wiener Faschings genießen, tobt hinter den Kulissen ein Machtkampf um den renommierten Opernball. Ein vermeintlich immer loyales Moderatorenduo hat wie es scheint versucht, diese österreichische Institution an einen Privatbieter zu verkaufen.

Themenmontag: Die Opernball-Verschwörung

Mockumentary, 2020

Montag, 17.2.2020, 21.55 Uhr
Wh. 23.35 Uhr, Di 12.40 Uhr, Sa 05.30 Uhr

Der ORF III Themenmontag wartet mit einer kleinen Sensation auf: Kurz vor dem 20.02.2020, also dem Tag des Wiener Opernballs als Nacht der Nächte der mehr als 450 Bälle der Wiener Ballsaison hat Christian Papke exklusiv für ORF III einen Machtkampf hinter den Kulissen rund um die mondänste und teuerste Abendveranstaltung des Landes aufgedeckt.

Ausgerechnet die österreichische Glamour-Veranstaltung, bei der sich internationale Prominenz und Politik die Klinke in die Hand geben, ist Ziel eines Komplotts geworden. Während tausende Gäste ahnungslos das rauschendste Fest des Wiener Faschings genießen wollten, hat ein vermeintlich immer loyales Moderatorenduo des Öffentlich-Rechtlichen in Österreich versucht, eine der Identität stiftendsten, urösterreichischen Institutionen an einen Privatbieter aus dem Ausland zu verkaufen. Es manifestieren sich Geltungsdrang, Macht- und Selbstsucht, Unverantwortlichkeit und Opportunismus, wie es zuletzt nur in Österreichs Politik zu erleben war.

Die Opernball-Verschwörung

ORF/ORF III

Christoph Wagner-Trenkwitz, Karl Hohenlohe

Dem Vernehmen nach handelt es sich bei der anonym gehaltenen Person um einen südosteuropäischen Investor mit engen Beziehungen zur Wiener Opernszene. Nicht zu fassen, wie hier leichtfertig mit österreichischem Kulturerbe gespielt und umgegangen wird. Ausländische Oligarchen konnten sich bisher in unserem Land offenkundig ungestraft bedienen. Aber damit ist jetzt Schluss.

Ein Whistleblower gab dem ORF einen Wink. Zuvor war es dem Spiegel eine Titelgeschichte wert, und in früherer Zeit hatte sogar schon einmal der CLUB 2 einen ersten Verdacht, dass es eines Tages zu so einem Eklat kommen könnte. Die geheimen Machenschaften der Intrige sind in diesem Land letztlich über Jahre gewachsen, um den Ausverkauf unseres Landes weiter voranzutreiben. Seit Jahren schon werden gezielte Fehlinformationen über den Opernball in Umlauf gebracht, während die wichtigsten Entscheidungsträger des Landes systematisch angefüttert wurden, um sie zum Schweigen zu bringen.

Das ORF Rechercheteam rund um Christian Papke, das vorab in stundenlang heimlich aufgenommenes Material Einsicht nehmen konnte, hält es für angemessen, hier von einer echten „Opernball-Verschwörung“ zu sprechen. Das den entscheidenden Indiz liefernde Video wurde in einem abgeschiedenen Ferienhaus in der Axamer Lizum aufgenommen. Das sogenannte „Axamerlizumvideo“ stellte der Whistleblower zur Verfügung, bei dem es sich um eine Persönlichkeit aus dem Umfeld der beiden involvierten ORF-Kommentatoren handelt. Er wollte eine Lebensbeichte ablegen und stand dem ORF daher auch für ein Interview zur Verfügung.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Erkenntnisse aus diesem Skandal massive Auswirkungen sowohl auf das Fernsehgeschäft an sich als auch die Opernball-Veranstaltung im Besonderen haben dürfte. Ob am Donnerstag, dem 20.2.20 der Ball wie gewohnt vonstatten gehen kann, ist derzeit noch offen. Wir befinden uns inmitten eines der größten Nachkriegs-Skandale, den diese gebeutelte Republik je erlebt hat.

Die Opernball-Verschwörung

ORF/ORF III

Christoph Wagner-Trenkwitz, Karl Hohenlohe

Involviert ist auch die Briefkastenfirma EÖOBFoz. Es handelt sich hierbei um das Erste Österreichische Opernball-Forschungszentrum. Letztlich entstand eine Art Verschwörungsloge, eine mafiöse Vereinigung, deren Mitglieder sich hinter tierischen Decknamen verbargen. Das Netz erstreckt sich bis in den Fernen Osten und agiert unter diversen Tarnungen und Codeworten wie „Labnrepo“.

Exekutivbeamtinnen und -beamte in Zivil haben immer wieder versucht, die Masterminds der Opernball-Verschwörung dingfest zu machen. Aber erst diese Woche wurden die diversen Bemühungen mit Hilfe des ORF von Erfolg gekrönt.

Wenn auch vorerst für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gilt, zeichnet sich ein Skandal ersten Ranges ab, der wohl nicht zufällig wenige Tage vor dem Großereignis selbst losgetreten wird.

Regie: Christian Papke

Mockumentary, 2020


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