zeit.geschichte

Mythos Hahnenkamm

Das Hahnenkammrennen ist das wohl bekannteste und spektakulärste Skirennen der Welt und ein Ort, an dem Legenden geboren werden.

zeit.geschichte: Mythos Hahnenkamm

Dokumentation, 2020

23.01.20 ORF3 zeit.geschichte Mythos Hahnenkamm 250120

ORF/Thomas Ramstorfer

ORF-Helmkamera im Einsatz, Hahnenkammrennen Kitzbühel 1999.

Samstag, 23.1.2021, 22.40 Uhr
Wh. Mo 00.05 Uhr

Seit 1931 ist Kitzbühel Veranstaltungsort eines der spektakulärsten Skirennen der Welt: dem Hahnenkammrennen. Die ersten Disziplinen bestanden aus Slalom, Abfahrt und auch Skispringen. Seit 1937 gehört die klassische Abfahrt auf der Streif zum Bewerb. Der Streckenverlauf ist - mit wenigen Ausnahmen - bis heute der gleiche. Die ersten Rennen auf der Streif in den 1930er Jahren waren gemischte Bewerbe für Damen und Herren. Bis 1961 fanden Damen-Rennen in Kitzbühel statt, dann wurden die Damen-Bewerbe nach Bad Gastein verlegt.

Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland, wird auch der Wintersport von den Nationalsozialisten für Propaganda-Zwecke vereinnahmt. Mit Kriegsende waren auch im Skisport die Mittel knapp. Der ÖSV und der Kitzbüheler Skiclub setzen alles daran, das Hahnenkammrennen wieder zu ermöglichen. Das so genannte Kitzbüheler Wunderteam gibt Österreich ein neues sportliches Selbstbewusstsein. Es sind Skirennläufer wie Anderl Molterer, Fritz Huber, Ernst Hinterseer, Hias Leitner und Toni Sailer die ab den 1950er Jahren einen Sieg nach dem anderen feiern.

1959 wird das erste Hahnenkamm-Rennen vom Österreichischen Rundfunk übertragen. Die technischen Herausforderungen waren groß; Wetter und Steilheit der Strecke stellten das technische Personal des ORF vor knifflige Aufgaben, denn es galt, die 3.312 Meter lange Strecke spektakulär ins Bild zu setzen.

Anfang der 1970er Jahre beginnen die Verantwortlichen die Streif sicherer zu machen, um das Verletzungsrisiko für die Rennläufer möglichst gering zu halten. Aus dem Helikopter kommentiert 1972 der damalige technische Direktor des ÖSV, Toni Sailer, die Sicherheitsmaßnahmen der Strecke.

Mythos Hahnenkamm

ORF/Thomas Ramstorfer

Hahnenkammrennen Kitzbühel, 1970.

Helden der Streif

1975 bis 1977 gewinnt Franz Klammer dreimal in Folge das Hahnenkammrennen. Scheinbar furchtlos rast er die Streif hinunter. 1984 krönt er seine Karriere mit einem vierten Sieg in Kitzbühel und beendet kurz darauf seine Rennkarriere. Auch Harti Weirather lieferte spektakuläre Abfahrten auf der Streif; er stellt 1982 einen neuen Streckenrekord auf: als erstem Läufer gelingt es ihm die Streif unter 2 Minuten zu bezwingen, er erreicht damals bis zu 108 Stundenkilometer. Hermann Maier gewinnt in den Jahren 2000 bis 2006 sechsmal den Super-G, seinen emotionalsten Sieg feiert er 2003 nach seinem schweren Motorrad-Unfall. 2012 stellt der Schweizer Didier Cuche mit 5 Abfahrtssiegen auf der Streif Franz Klammers Rekord nach 28 Jahren ein.

Mythos Hahnenkamm

ORF/Thomas Ramstorfer

ORF-Kameras im Winter-Einsatz, Hahnenkammrennen Kitzbühel 1994

23.01.20 ORF3 zeit.geschichte Mythos Hahnenkamm 250120

ORF/Thomas Ramstorfer

Hahnenkammrennen Kitzbühel 1999.

Kitzbühel war schon früh auch Treffpunkt für Prominenz aus aller Welt. Ab den 1960er Jahren werden hier die Wahlen zur „Miss Austria“ ausgetragen, 1970 feiert die Hollywood-Produktion „Downhill Racer“ Premiere. Mit der Popularität der Hahnenkammrennen wächst auch der Tourismus Kitzbühels. Heute verfügt Kitzbühel über 9.000 Hotel-und Pensionsbetten. 53 Seilbahnen und Liftanlagen verbinden über 170 Pistenkilometer. Die Tourismus-Region Kitzbühel zählt weit über eine Million Nächtigungen pro Jahr.

Das Hahnenkammrennen ist zu einem der größten Sportereignisse weltweit geworden. Der gewaltige Andrang stellt die Veranstalter jedes Jahr vor enorme Herausforderungen: der Kitzbüheler Skiclub und die Veranstalter des Rahmenprogramms arbeiten das ganze Jahr über an den Vorbereitungen für dieses eine Wochenende. In den letzten Wochen vor den Rennen arbeiten hunderte Mitarbeiter in Kitzbühel am Aufbau der Tribünen und Party-Zelte sowie an der Organisation des Großereignisses.

Regisseur Robert Altenburger erzählt in packenden Bildern die Geschichte des Hahnenkammrennens, das wie kaum ein anderes für die Faszination Skisport steht.

Dokumentation, 2020


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Gulag - Stalins Lager des Terrors

    Der Gulag, ein Netz sowjetischer Straf- und Arbeitslager, wurde im Jahr 1918 ins Leben gerufen und viele Jahrzehnte lang geheim gehalten und geleugnet. Die Doku-Reihe beleuchtet in drei Teilen die Geschichte dieses grausamen Zwangsarbeitssystems.

  • Stalin in Farbe

    Die Dokumentation zeichnet den rasanten Aufstieg des georgischen Schustersohnes Josef Dschughaschwili zu einem der mächtigsten Männer der Welt nach. Seltene Archivbilder aus seinem Umfeld, von Experten aufwendig nachkoloriert, geben Einblick in das System Stalin.

  • ORF-Legenden: Gunther Philipp

    Gunther Philipp gehörte mit 147 Film- und Fernsehrollen zu den beliebtesten und meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielern. Als Autor verfasste er 21 Drehbücher.

  • Fernsehlegenden: Vico Torriani

    Er war zu seiner Zeit ein ganz Großer: der aus dem Schweizer Engadin stammende Schlagersänger, Schauspieler und TV-Showmaster Vico Torriani. Die TV-Legende moderierte die erste Farb-TV-Show des deutschsprachigen Fernsehens.