Erbe Österreich

Habsburgs verkaufte Töchter

Die habsburgische Heiratspolitik hatte viel im Sinn, nur eines bestimmt nicht: das Glück der Töchter, die verheiratet wurden.

Erbe Österreich: Habsburgs verkaufte Töchter

Dokumentation, 2019

03.01.20 Erbe Österreich Habsburgs verkaufte Töchter 070120

ORF/RAN Film

Maria Leopoldine schreibt ihrem Vater Kaiser Franz I. aus der neuen Heimat Brasilien.

Dienstag, 26.1.2021, 20.15 Uhr
Wh. 23.35 Uhr, Mi 04.20 Uhr,
Do 00.25 Uhr, Sa 04.45 Uhr

Die Filmemacher Stefanie und Matthias Ninaus betrachten die dynastischen Verstrickungen der Habsburger aus dem Blickwinkel der verkuppelten und verkauften Töchter.

„Andere Länder mögen Kriege führen, doch du glückliches Österreich heirate!“ Die Töchter des Hauses Habsburg waren „Opfer der Politik“, wie sie Kaiserin Maria Theresia einst nannte. Es waren Mädchen, die oft bereits im Kindesalter versprochen und sogar verheiratet wurden – ihre Gefühle waren nicht relevant. Die Habsburger waren bekannt für ihre geschickte Heiratspolitik, die sie schließlich zu den größten und mächtigsten Herrscherdynastien der Welt machte, mit einem Reich, in dem die Sonne niemals unterging.

Wien war bis zum Ende der Monarchie die Residenzstadt ihres Vielvölkerreiches, über Jahrhunderte das Zentrum der Macht. Die Dokumentation beschäftigt sich mit einer Reihe außergewöhnlicher Frauen aus dem Hause Habsburg, die sich als Opfer auf dem Altar der Politik dargeboten fanden, sich aber dennoch durch innere Stärke und Klugheit in einer von Männern dominierten Welt bewiesen. Dramatischtes Beispiel ist sicher die folgenschwere Liaison, die je auf solche Weise angebahnt wurde: jene von Marie Antoinette (1755-1793) mit Ludwig XVI. (1754-1793) von Frankreich, die auf dem Schafott endete. Aber auch bei anderen Ehen, etwa die von Marie-Louise von Österreich (1791-1847) mit dem ehemaligen Erzfeind Napoleon (1769-1821), war es reiner Zufall, wenn sich Liebesglück einstellte.

03.01.20 Erbe Österreich Habsburgs verkaufte Töchter 070120

ORF/RAN Film

Prinzessin Maria Karolina.

Junge, talentierte Schauspielerinnen verkörpern die Erzherzoginnen und Königinnen von damals: Die berühmte Königin der Franzosen, Marie Antoinette, wird von der Wienerin Emilia Maria Kerbler gespielt; die Kärntnerin Stephanie Lexer spielt die Königin von Neapel – Sizilien – Maria Karolina. Die bekannte österreichische Sängerin und Schauspielerin Zoe Straub spielt Leopoldine, die Kaiserin Brasiliens. Franziska von Harsdorf spielt Marie Louise – eine Tochter von Kaiser Franz I., die mit Napoleon Bonaparte verheiratet wurde. Laura Hermann spielt die Tochter von Maximilian I. – Margarete, die als „beste Diplomatin Europas“ in die Geschichte einging. Auch die Mutter des berühmten „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. war eine Habsburgerin – Anna von Österreich, dargestellt von Sandra Mauerhofer.

03.01.20 Erbe Österreich Habsburgs verkaufte Töchter 070120

ORF/RAN Film

Erzherzogin Leopoldine von Österreich (Zoë Straub) und portugiesischer Kronprinz Dom Pedro.

03.01.20 Erbe Österreich Habsburgs verkaufte Töchter 070120

ORF/RAN Film

Prinzessin Maria Karolina gespielt von Stephanie Lexer.

Nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera gilt Frauenpower: Anna Hawliczek, die bereits bei großen Kinospielfilmen wie „Love Machine“ mit ihrer Kameraarbeit begeisterte, ist bei dieser Dokumentation die Kamerafrau. Regie führt Stephanie Ninaus, die sich freut in ihrem Film auch „die Geschichte jener Habsburger Erzherzoginnen zu erzählen, die der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind! Die Arbeit mit den Schauspielerinnen ist unvergleichlich. Alle diese Mädchen und Frauen sind sehr talentiert!“, so die Regisseurin. Ebenfalls im Film spielen Komtessen, Zofen und Diener mit – junge, „frische Gesichter“, die mit Begeisterung vor der Kamera arbeiten und eine Freude am Set versprühen.

Ein junges Team nimmt sich der Geschichte einer jahrhundertealten Dynastie an. „Eine gute Kombination“ findet auch der 25jährige Produzent Matthias Ninaus, Geschäftsführer der Produktionsfirma RANFILM, die diese aufwendige History- TV-Dokumentation „Habsburgs verkuppelte Töchter“ produziert. Neben dem Team und den Darstellern freut sich Matthias Ninaus auch über die imposanten Filmlocations: „Wir haben in Österreich das Glück, das wir von einer Vielzahl historischer Gebäude umgeben sind.“ So wurde beispielsweise aus der Fürstensuite im Hotel Imperial ein Prunkraum in Versailles und auch Schloss Hof und die Franzensburg sind wichtige Filmmotive.

Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Die Reisen der Habsburger – Elisabeth (2/5)

    Kaiserin Elisabeth war die wohl erste monarchische Globetrotterin. Sie fuhr nach Irland zum Reiten – nicht ohne ihre eigenen Pferde mitzubringen, nach Korfu, wo sie sich das Achilleion baute, und mit der kaiserlichen Yacht kreuz und quer durchs Mittelmeer.

  • Die DDSG - Habsburgs Wiener Flotte

    Die Dokumentation erzählt die Geschichte eines der traditionsreichsten Unternehmen die Österreich hervorbrachte.

  • Ein Habsburger auf Mallorca - Ludwig Salvator und der Zauber des Meeres

    Ludwig Salvator war eine der schillerndsten Persönlichkeiten aus dem Hause Habsburg. Naturschützer der ersten Stunde durfte auf seinem Land kein Tier getötet und kein Baum gefällt werden.

  • Die Reisen der Habsburger – Elisabeth (1/5)

    Reisen wie zu Kaisers Zeiten – nicht umsonst hat es diese Floskel bis in die Gegenwart geschafft. Denn schon während der Habsburger-Monarchie waren die prominentesten Familienmitglieder der Herrscherdynastie vom Reisefieber erfasst.