Aus dem Rahmen: Advent in Salzburg

Karl Hohenlohe besucht das Salzburger Weihnachtsmuseum von Ursula und Herbert Kloiber, erklimmt das Glockenspiel und streift durch den Christkindlmarkt am Domplatz.

Aus dem Rahmen: Advent in Salzburg

Museumsmagazin, 2019

Dienstag, 17.12.2019, 21.55 Uhr
Wh. Mi 01.55 Uhr und 05.55 Uhr
Fr 05.25 Uhr, Sa 01.50 Uhr

Am Standort Mozartplatz 2 im ehemaligen Café Glockenspiel eröffnete im Dezember 2014 das Salzburger Weihnachtsmuseum. Gezeigt wird dort die Privatsammlung von Ursula Kloiber, die sie in nahezu 40 Jahren zusammen getragen hat. Tausende Exponate, kostbare, und auch solche, die auf Flohmärkten zu finden sind, dokumentieren die Feste zwischen Advent und Neujahr in Österreich und Süddeutschland zwischen 1840 und 1940. Die liebevoll gesammelten Einzelstücke reichen von handgeschriebenen Wunschzetteln ans Christkind über Adventkalender, Nikolo- und Krampusfiguren bis zu Christbaumschmuck aus den Kriegsjahren.

Wer Kitsch, Glitzer und Bling-Bling im Weihnachtsmuseum erwartet, der irrt. Bei den Exponaten handelt es sich nicht um Weihnachtsramsch, sondern um liebevoll gesammelte, ideell wertvolle Einzelstücke. Die Ausstellungsstücke zum Thema Advents- und Weihnachtszeit sind alle in den Jahren zwischen 1840 bis 1940 zu verorten. Diese Zeitspanne sei bewusst gewählt, erklärt die Museumsleiterin Andrea Lämmerhofer. „Im Biedermeier etablierte sich Weihnachten endgültig als Familienfest. Das Ende dieser Zeitspanne markiert der Zweite Weltkrieg, der auch die Entwicklung und das Begehen der Weihnachtstradition jäh stoppte.“

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Nussknacker

Zu den Schmuckstücken der Sammlung zählen wertvolle Exponate der Wiener Werkstätten, eine funktionstüchtige mechanische Weihnachtskrippe aus dem Jahr 1880, sowie eine Lebkücherei Miniatur, die um 1900 in die Schaufenster der Backstuben gestellt wurden, um den Kunden einen Vorgeschmack auf die Zuckerbäckerei zu geben. Ein Themenbereich widmet sich gänzlich der weihnachtlichen Handwerkskunst aus dem Erzgebirge. Holzgedrechselte Drehflügelpyramiden, bei denen sich das Flügelrad zu drehen beginnt, wenn eine Kerze angezündet wird, treffen dort auf Nussknacker und Räuchermännchen.

Das Salzburger Glockenspiel am Mozartplatz erfreut drei Mal täglich Einheimische und Touristen mit seinen meist bekannten Melodien. Die Tonreihe der 35 Glocken umfasst drei Oktaven. Über 100 verschiedene Musikstücke können auf der großen Messingwalze mit ihren 7.970 Löchern nachgewiesen werden. 16 Kompositionen stammen aus der Zeit vor 1799. Früher wurden diese Johann Michael Haydn zugeschrieben. Die Musikstücke von Vater und Sohn Mozart sind Bearbeitungen aus dem 19. Jahrhundert. Gespielt werden so bekannte Melodien wie „Das klinget so herrlich, das klinget so schön!“ aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ oder „Reich mir die Hand ...“ aus „Don Giovanni“, die Volkslieder „In einem kühlen Grunde“, „Komm lieber Mai und mache“, „Ännchen von Tharau“, „Die Lorelei“, das „Hobellied“ aus Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“ oder ein Menuett von Leopold Mozart sowie das berühmte Salzburger Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Es wurden aber auch schon Stücke aus jüngerer Zeit gespielt, wie „Rècit evangelique“ von Olivier Messiaen (1908–1992).

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Karl Hohenlohe, Dr. Martin Hochleitner

Jeder Einwohner, der in akustischer Nähe zum Glockenspiel geboren wurde, ist ein sogenanntes Glockenspielkind. Dazu zählt auch Wolfgang Amadeus Mozart, einer der bekanntesten Söhne der Stadt. Die große historische Bedeutung der Klang-Attraktion wird beim Aufstieg im heutigen Salzburg Museum spürbar. Ehrfürchtiges Staunen breitet sich aus - immerhin steht man gerade vor dem Herzstück des Glockenspiels. Nicht nur Laien fasziniert die beeindruckende Konstruktion aus Zahnrädern, riesiger Seilrolle und Messingwalze.

Zum Schluss besucht Karl Hohenlohe den Adventmarkt auf dem Domplatz.

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Karl Hohenlohe und Reinhilde Kirchtag auf dem Salzburger Christkindlmarkt

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Ursula und Herbert Kloiber

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Krippenfiguren

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Residenzplatz mit Christkindlmarkt

Museumsmagazin, 2019


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