Land der Berge

Torberg und die Berge

Als „schönste Sackgasse der Welt“ bezeichnete Friedrich Torberg die Landschaft am Altausseer See, wo er als Jugendlicher und später viele Sommer verbrachte. In der neuen Dokumentation von Lutz Maurer erzählt Klaus Maria Brandauer, was ihn mit Torberg verbindet.

Land der Berge: Torberg und die Berge

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 27.11.2019, 21.05 Uhr
Wh. Sa 19.25 Uhr, Mo 11.50 Uhr,
Di 10.05 Uhr

Lange bevor Landschaft und Berge rund um den Altausseer See zur Sommerfrische- und Lederhosenmetropole trachtenverliebter Städter wurden, hat der Schriftsteller Friedrich Torberg (1908-1979) dort viele Sommer verbracht. Aus dem kalifornischen Exil beschwor er in einem Gedicht die „schönste Sackgasse der Welt“. „Gelten noch die alten Strecken? Streben Gipfel noch zur Höh? Ruht im bergumhegten Becken noch der Altausseer See? Kulm und Kuppe: noch die kleinern hielten Wache rings im Land. Aufwärts ragten grün und steinern Moosberg, Loser, Trisselwand ...“.

Torberg und die Berge
Dr. Rainer Hilbrand, Ursula Kals-Friese, Klaus Maria Brandauer.

ORF/ORF III/Ingrid Hilbrand

Friedrich Torberg (1908-1979)

In Kinderjahren folgte Torberg nur widerwillig den Eltern in die Bergwelt Bad Ischls, der ersten Sommerfrische der Wiener Familie. Als sie dann nach Altaussee zog, war er von der Landschaft und den Bergen zwar begeistert, schaffte es aber nicht, sie zu besteigen. Der Sport - Torberg wurde ein erfolgreicher Wasserballer - und erste Bücher wie „Der Schüler Gerber hat absolviert“ und der Sportroman „Die Mannschaft“ waren ihm wichtiger und brachten ihm auch sofort internationale Anerkennung. Zudem lebte er lange Jahre in Prag. Erst in der Emigration erinnerte er sich wehmütig in einem berührenden Gedicht an Altaussee „im bergumhegten Becken“. Von seiner damaligen Sekretärin ließ er sich Bilder, zusammengefügt zur Panorama-Ansicht, ins Exil schicken: den 52 Meter tiefen, geheimnisvollen See, umrahmt von der Trisselwand und dem mächtigen Loser, Ausläufern des Toten Gebirges.

Aus den USA zurückgekehrt, wurde der Ort ihm bis zum Tod im November 1979 zwar zur Seelenlandschaft und wichtigem Arbeitsplatz, aber Zuckerkrankheit und unmäßiger Nikotin- und Kaffeegenuss verhinderten letztlich Ausflüge ins Gebirge. Aus den Erzählungen von Ursula Kals-Friese, seiner Sekretärin und langjährigen Vertrauten, aus den Worten von Klaus Maria Brandauer „für mich war er in vielen Belangen eine absolute Instanz“ und denen der Salzburger Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler formte Lutz Maurer ein Portrait von Friedrich Ephraim Kantor- Berg, so der Geburtsname Torbergs, ergänzt mit historischen Aufnahmen und Erinnerungen von Freunden und Zeitgenossen.

Torberg und die Berge
Dr. Rainer Hilbrand, Ursula Kals-Friese, Klaus Maria Brandauer.

ORF/ORF III/Ingrid Hilbrand

Dr. Rainer Hilbrand, Ursula Kals-Friese, Klaus Maria Brandauer, Lutz Maurer.

Torberg und die Berge
Dr. Rainer Hilbrand, Ursula Kals-Friese, Klaus Maria Brandauer.

ORF/ORF III/Ingrid Hilbrand

Altausseer See mit Trisselwand

Dokumentation, 2019


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