Erbe Österreich

Mysterien in Rot-Weiß-Rot (2/5) Habsburgs goldene Träume

Der Traum vom großen Geld begleitete die Habsburger durch ihre Geschichte. Lange träumten sie auch von Zauberei und Alchemie. Noch Maria Theresias Ehemann Franz Stephan glaubte an die chemische Herstellung von Gold.

Erbe Österreich: Mysterien in Rot-Weiß-Rot (2/5) - Habsburgs goldene Träume

Doku-Reihe, 2019

Dienstag, 26.11.2019, 20.15 Uhr
Wh. Mi 00.40 Uhr, 11.15 Uhr und
23.35 Uhr

Inmitten der Parkanlage Schloss Schönbrunns, dem heutigen Zoo, verbergen sich unter der Erde womöglich Reste eines Labors, das einst zu alchemistischen Zwecken gedient haben könnte. Vor allem Maria Teresias Gatte Kaiser Franz Stephan von Lothringen soll sich intensiv mit Alchemie beschäftigt haben. Noch heute weiß man sich von verschmolzenen Diamanten, Transmutationsversuchen und Goldküchen zu erzählen. Nicht ungewöhnlich also, dass auch die Sammlung des Naturhistorischen Museum eine solche Transmutationsmedaille aus dieser Zeit enthält. Konnte man damals wirklich wertloses Metall in Gold verwandeln?
Die Dokumentation von Christian Papke geht dieser Frage auf die Spur.

Zur Zeit Maria Theresias war die Beschäftigung mit Alchemie eine adelige Modeerscheinung. Dass nicht nur der prunkvolle Ausbau Schloss Schönbrunns, sondern auch die Reformierung der Herrschaftsgebiete Unsummen an Geld gekostet haben muss, hat diese Phantasien möglicherweise noch befeuert. Scharlatanerie und Abzocker waren in den mystischen Alchemielaboren mit Sicherheit ebenso vorhanden, wie ehrlicher Glauben an wissenschaftlichem Fortschritt. Die vorhandenen Symbole, Metaphern, Wasseradern und astrologischen Ausrichtungen im Zusammenhang mit dem Kaiserpavillon beschäftigen Interessierte bis heute. Gabriele Lukacs ist Autorin und Fremdführerin und beschäftigt sich seit Jahren mit den Geheimnissen auch der Wiener Unterwelt.

Kaiser Franz Stephan brachte es zu Lebzeiten zu ungeheurem Reichtum. So groß waren seine Einkünfte, dass es sich Zeitgenossen womöglich nicht erklären haben können. Mit Sicherheit war er ein gewiefter Geschäftsmann, doch wie weit ging er, um für sich und die Seinigen Vermögen anzuhäufen? Noch Generationen später sollen die Mitglieder des Hauses Habsburg von dem damals aufgebauten Vermögen gezehrt haben.

Im niederösterreichischen Kirchberg am Wagram fand sich im Boden vergraben ein altes alchemistisches Labor aus dem 16. Jahrhundert – der Beweis dafür, wie ernsthaft die Suche nach der Gold-Formel damals betrieben wurde. Das Labor scheint so weit intakt zu sein – was genau passiert, wenn es in dem Film erstmals wieder seinen Betrieb aufnimmt?

Mysterien in Rot-Weiß-Rot (2/5) 
Habsburgs goldene Träume 
Originaltitel: Mystery Austria

ORF/Papke Film/Christian Papke

Doku-Reihe, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Abrechnung mit einer Dynastie: Die Habsburger nach 1918

    640 Jahre lang - seit dem Jahr 1278 - bestimmen die Habsburger das Geschick der österreichischen Länder. Nach dem ersten Weltkrieg und der Gründung der Republik werden sie entmachtet und des Landes verwiesen.

  • Das Wien des Friedensreich Hundertwasser

    Mit seinen Formen, Farben und Konzepten verstand sich Friedensreich Hundertwasser zeit seines Lebens als Rebell gegen alles Konventionelle.

  • Sisi - Allüren und Zwänge einer Kaiserin

    Kaiserin Elisabeth wurde zur Ikone der Emanzipation verklärt – doch ihr lebenslanger Selbstverwirklichungstrip hatte einen handfesten finanziellen Hintergrund. Ohne die unerschöpfliche Kassa ihres kaiserlichen Gemahls hätte sie sich nichts von den Dingen leisten können, die sie ja dann doch nicht glücklich machten.

  • Habsburgs verkaufte Töchter

    Die habsburgische Heiratspolitik hatte viel im Sinn, nur eines bestimmt nicht: das Glück der Töchter, die verheiratet wurden.