Land der Berge

Die imposante Schweiz - Vom Matterhorn zum Genfersee

„Land der Berge“ erkundet diesmal den Schweizer Kanton Wallis, der vollständig in den Alpen liegt. 45 Berggipfel ragen hier über 4.000 Meter in den Himmel.

Land der Berge: Die imposante Schweiz - Vom Matterhorn zum Genfersee

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 20.11.2019, 21.05 Uhr
Wh. Fr 09.30 Uhr, Sa 19.25 Uhr,
Mo 10.00 Uhr

Das Schreckhorn ist der nördlichste Viertausender Europas, östlich von Eiger, Mönch und Jungfrau. Südlich davon liegt entlang des langgezogenen Rhonetals das Wallis. Hier fährt der legendäre Glacier-Express. Er gilt als der langsamste Schnellzug der Welt. Seit fast 90 Jahren bietet er den Reisenden mit seinen Panoramawagen eine atemberaubend schöne Aussicht auf die Alpen.

Auf rund 2.300 Metern liegt in einer markanten Kehre der Furkapassstraße das legendäre Hotel Belvedere - einst luxuriöser Ausgangspunkt für Touren zum Rhonegletscher. Am Ende der Gletscherzunge entspringt die Rhone, die am Ende in einem riesigen Delta ins Mittelmeer mündet.

Auf dem Weg durch das Rhonetal finden sich überall alte Schweizer Häuser aus Holz mit üppigem Blumenschmuck. Von der Gemeinde Fiesch aus führt die Eggishornbahn auf fast 3.000 Meter, von wo man einen fantastischen Ausblick auf das langgezogene Band des flächenmäßig größten und längsten Gletschers der Alpen, den Aletschgletscher, und auf die Gipfel der Schweizer Zentralalpen hat. In der Ferne schimmern im Süden die Bergriesen der Walliser Alpen, der Gipfel des Matterhorns ist noch von Wolken verschleiert.

Die imposante Schweiz - Vom Matterhorn zum Genfersee

ORF/Verlagshaus Hans Jöchler

Aletschgletscher

Der Ursprung des Aletschgletschers liegt in der rund 3.800 Meter hohen Jungfrauregion. Er speist sich aus drei eisigen Quellen, die am so genannten Konkordiaplatz zusammen fließen: der große Aletschfirn, der Jungfraufirn und das Ewigschneefeld. Steinmandln säumen den weit über 22 Kilometer langen Gletscher. Rund um den Aletschgletscher führen zahlreiche Berg- und Wandertouren durch die Landschaft, die Unesco Weltkulturerbe ist.

Auf das Matterhorn führt von Zermatt aus die Gornergratbahn auf fast 3.100 Meter. Das weit über 100 Jahre alte Kulmhotel ist das höchstgelegene Berghotel der Schweiz und ist sommers wie winters ein gut besuchtes Urlaubsziel. Der Gornergrat bietet freie Sicht auf mehr als 20 Viertausender, darunter den Monte Rosa und den Liskamm. Diese Bergregion ist der Ursprung des Gornergletschers, nach dem Aletschgletscher die zweitgrößte zusammenhängende Gletscherfläche der Alpen. Seine Gletscherzunge hat sich schon weit ins Gebirge zurückgezogen – auf rund 2.100 Meter. Das rund 3 Kilometer lange Eisband fließt mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Metern pro Jahr ins Tal.

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ORF/Verlagshaus Hans Jöchler

Matterhorn

Über das mit einer Seilbahn erschlossene Klein Matterhorn geht es schließlich zum Matterhorn. Die einzigartige Pyramide aus Fels und Eis ist ein Mythos. Von seiner Schönheit und Magie hat das einst kleine Dorf Zermatt an seinem Fuße profitiert. Der 6.000 Jahre alte Siedlungsboden ist heute ein moderner, viel besuchter Touristenort - vorbehalten den Fußgängern und luftreinen Elektrofahrzeugen. Neben feudalen Hotels mit allem Komfort gibt es aber auch noch das alte Zermatt mit seinen traditionellen Holzhäusern. Die Hinterdorfstrasse gehört zum ältesten Kern des Dorfs und wird von uralten blumengeschmückten Holz-Spycher gesäumt. In Zermatt achtet man bis heute darauf, dass sich das Althergebrachte gut mit den Anforderungen der Moderne verbindet.

Die Reise führt uns wieder ins Tal der Rhone in den kleinen Ort Salgesch, das Weindorf der Schweiz, wie sich der Ort an der Sprachgrenze zu Frankreich selbst nennt. Mit 205 Hektar Rebberg und 40 Weinbaubetrieben ist das 1.200 Seelendorf die größte Weinbaugemeinde im Oberwallis und bei Weinkennern seit Jahrzehnten ein Begriff. Heute zählen die Weine aus Salgesch zu den besten der Schweiz.

Von Sierre aus führt unser Weg jetzt Richtung Süden ins Val d’Anniviers und weiter tief ins Gebirge. Ziel ist eines der schönsten alten Bergdörfer der Region, das auf einer Terrasse oberhalb des Talbodens liegt: Grimentz. Vorbei an der Grimentz-Zinalseilbahn geht es weiter Richtung Talschluss des Val de Moiry. In der Ferne zeigt sich schon die mächtige Staumauer des vor über 60 Jahren zur Stromgewinnung errichteten Lac de Moiry, der auf fast 2.250 Metern liegt. Geheimnisvoll gletscher-milchig schimmert der 120 Meter tiefe See. Im Hintergrund der Grand Cornier und rechts davon die Dent Blanche, salopp übersetzt „der weiße Zahn“. Unter der Grand Cornier erstreckt sich das Eis des Glacier de Moiry, des Gletschers, der den Stausee und das Flüsschen Gougra speist.

Die imposante Schweiz - Vom Matterhorn zum Genfersee

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Die Gemeinde Grimentz

Wir sind in Saint-Maurice, weit im Westen des Rhonetales angekommen. Im Schutz einer Felswand liegt dort zwischen den Ufern des Genfer Sees und den alpinen Gipfeln eine uralte Siedlung, die wegen ihrer strategischen Lage schon von den Kelten besiedelt wurde. Später war das heute so beschauliche Städtchen ein befestigter Militärposten und eine Zollstation der Römer, denn der Ort lag an einer der wichtigen Handelsrouten. Weltberühmt wurde der Ort wegen seiner Abtei, der Abbaye de St. Maurice. Vor 1.500 Jahren gegründet gilt sie als ältestes Kloster des Abendlandes.

Vom St. Maurice aus führen über Martigny malerische Serpentinen hinauf zu einem der legendären Schweizer Alpenpässe, dem großen St. Bernhard. Auf der Route einer gut 100-jährigen Passstraße, die bei Oldtimer-Besitzern beliebt ist, führte seit der Vorzeit ein Saumpfad vom Wallis ins Piemont. Die Römer bauten ihn zu einer gut befestigten Heerstraße aus. Das elegante Straßenband schlängelt sich bis auf eine Höhe von fast 2.500 Metern.

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Schloss Chillon am Ufer des Genfersees

Wir verlassen das Hochgebirge und tauchen ein in die Welt eines mittelalterlichen Schlosses: das Chateau de Chillon liegt auf einer Felseninsel am Ostufer des Genfer Sees. Die mächtige Wasserburg ließen vor rund 900 Jahren die Herrn von Alinges errichten. Durch seine Lage und Größe war das Chateau vor allem Zoll und Grenzstation für den Warenaustausch zwischen Nord und Süd – ob auf dem Wasser oder auf der Straße zum großen St. Bernhard – die heute als Autobahn oberhalb daran vorbei führt. Die zehn Meter lange Brücke über den Genfer See zur Inselburg bot zusätzlichen Schutz gegen Eroberer. Trotzdem wurde die Burg mehrmals eingenommen.

Ganz im Nordosten des Sees liegt - einbettet und beschützt von steilen Bergen - Montreux, bekannt für sein mildes, mediterranes Klima. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Montreux zu einem der bedeutendsten Touristenorte der Schweiz.

Wir reisen weiter zu den nahen Rebbergen von Lavaux. Mönche haben hier vor über 800 Jahren die ersten Weingärten angelegt. Auf diesen Südhängen reift vor allem der weiße Chasselas, auch als Fendant oder Gutedel bekannt. Die ausgedehnten Weinterrassen von Lavaux zwischen Lausanne und Montreux sind ein Unesco Welt-Kulturerbe, das bis an den Genfer See reicht.

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ORF/Verlagshaus Hans Jöchler

Die Weinterrassen von Lavaux reichen bis zum Genfersee.

Wir fahren jetzt im westfranzösischen Waadtland nach Norden, nach Cortaillod. In der Werkstatt von Gregory und seinem Vater Thierry Amstutz erhalten wir Einblick in die große Uhrmacherkunst der Westschweiz.
Die Beiden haben sich auf die hohe Kunst der Instandsetzung alter Zeitmesser spezialisiert. Von dort brechen wir nach Greyerz (französisch: Gruyères) auf, wo unsere filmische Reise endet.

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Der Große Sankt Bernhard Pass

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Saint-Maurice, weit im Westen des Rhonetales

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Bernhard von Aoster, Hospiz auf dem Großen St. Bernhard

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Schreckhorn

Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Am Eisstrom des Großglockners - Leben am Gletscher

    Matti Bauer besuchte für seine Dokumentation Menschen, die am Rand des Gletschers wohnen: jeder hat seine eigene Sicht von der Pasterze, die in früherer Zeit laut einer Legende einmal eine grüne Weide gewesen sein soll.

  • Torberg und die Berge

    Als „schönste Sackgasse der Welt“ bezeichnete Friedrich Torberg die Landschaft am Altausseer See, wo er als Jugendlicher und später viele Sommer verbrachte. In der neuen Dokumentation von Lutz Maurer erzählt Klaus Maria Brandauer, was ihn mit Torberg verbindet.

  • Die gipfelstürmende Schweiz - Das Berner Oberland

    „Land der Berge“ ist dieses Mal im Herzen der Schweiz unterwegs, dem Berner Oberland. Neben dem obligatorischen Besuch des berühmten Thuner- und Brienzersees mit dazugehöriger Schifffahrt und einem Streifzug durch die Stadt Thun geht es in den Berner Alpen hoch hinaus.

  • Salzburger Hausberge: Vom Untersberg nach Maria Plain

    Der filmische Streifzug führt über ein ganzes Jahr vom sagenumwobenen Untersberg im Südosten Salzburgs bis zum Kalvarienberg Maria Plain am Südabhang des Plainberges in Bergheim nördlich der Stadt.