Erbe Österreich

Mysterien in Rot-Weiß-Rot (1/5) Der rätselhafte Kopf des Kara Mustafa

Wenige Ereignisse haben den Lauf der Geschichte in Europa so beeinflusst wie die Abwehr der Osmanen 1683 vor Wien. Bei näherem Hinsehen, ist diese Schlacht voller Rätsel.

Erbe Österreich: Mysterien in Rot-Weiß-Rot (1/5) Der rätselhafte Kopf des Kara Mustafa

Doku-Reihe, 2019

Dienstag, 19.11.2019, 20.15 Uhr
Wh. Mi 00.25 Uhr und 10.35 Uhr,
Do 00.25 Uhr, Sa 01.05 Uhr

Wer meint, dass die zweite Wiener Türkenbelagerung ein historisch entrücktes Ereignis ist, sollte sich den Fall von Kara Mustafas (1634/35-1683) Kopf näher ansehen. Einst von den eigenen Leuten erdrosselt und geköpft, landete der Schädel des türkischen Heerführers auf Umwegen in Wien. Als man sich im Wien-Museum mit dem menschlichen Artefakt unwohl zu fühlen begann, bestattete man es still und heimlich. Wo, das wird gehütet wie ein Staatsgeheimnis: man hat Angst, dort eine Wallfahrtsstätte für Anhänger und vor allem für die Gegner des Osmanen zu schaffen, der einst Wien für den Islam gewinnen wollte.

Und auch so manch anderes Rätsel beschäftigt Regisseur Christian Papke in dieser ersten Folge der neuen ORF-III-Doku-Reihe „Mysterien in Rot-Weiß-Rot“: Wieso kämpften 1683 bei den Türken hauptsächlich christliche Soldaten? Und warum ließ sich Wien wenige Jahre davor von einer türkischen Delegation regelrecht ausspionieren? Zwar ist sich die Forschung bis heute in dem Punkt noch nicht ganz einig, aber es scheint, dass Kara Mustafa auf eigene Faust entschied, gegen Wien zu ziehen. Vom Sultan hatte er nur den Auftrag, die ungarische Tiefebene zu dominieren.

Aber Kara Mustafa wollte es offenbar wissen und zog gegen den „Goldenen Apfel“ Wien, der als Zugangstor zum christlichen Abendland galt. Was hatte ihn zu dieser gefährlichen Mission inspiriert? Etwa der Bericht des Reiseschriftstellers Evliya Celebi (1611-1683), der Wien bei einem Besuch einige Jahre zuvor in den schillerndsten Farben geschildert und damit die Lust der Osmanen an der Eroberung dieser Stadt möglicherweise neu entfacht hat. Beim Zug nach Wien blieben allerdings die schweren Geschütze Kara Mustafas im ungarischen Schlamm stecken und er musste das Wiener Bollwerk mit leichter Artillerie beschießen, was schon der erste Schritt zum Scheitern der Mission war. Nach seiner Ermordung gingen Kopf- und Gesichtshaut als Beleg für den Mord an den Sultan. Der Schädel mit dem Körper wurde zunächst am Balkan bestattet, der Schädel später wieder ausgegraben und nach Wien gesandt.

Mysterien in Rot-Weiß-Rot (1/5) 
Der rätselhafte Kopf des Kara Mustafa 
Originaltitel: Mystery Austria

ORF/Papke Film/Christian Papke

Doku-Reihe, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Der selige Kaiser - Kaiser Karl I. von Österreich

    Die Dokumentation über den letzten Kaiser erzählt von einem Mann, der vieles richtig gesehen, vieles begonnen, und kaum etwas erreicht hat.

  • Wie der Aufzug nach Österreich kam

    Die Innovation des Aufzugs kam in Österreich mit der Ringstraßenzeit. Patrice Fuchs beschäftigt sich in ihrer neuen Dokumentation mit einer Erfindung, die die Welt veränderte.

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    Der Traum vom großen Geld begleitete die Habsburger durch ihre Geschichte. Lange träumten sie auch von Zauberei und Alchemie. Noch Maria Theresias Ehemann Franz Stephan glaubte an die chemische Herstellung von Gold.

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    Am 11. September 1697 schlägt Prinz Eugen von Savoyen in der Schlacht von Zenta die übermächtige Osmanische Armee. Der Film stellt die zwei Kulturen in Person des kleinwüchsigen Eugen, der der erfolgreichste europäische Feldherr wird, und Gülnüs, die griechische Sklavin und Lieblingskonkubine des Sultans, die als Sultansmutter 30 Jahre die Geschicke im Osmanischen Reich mitbestimmt, dar.