Themenmontag

Globuli und guter Glaube | Verrückte Hormone

Obwohl es für die Wirksamkeit homöopathischer Medizin keinen wissenschaftlichen Beweis gibt, vertrauen immer Menschen auf sie. Die Dokumentation „Verrückte Hormone“ blickt auf aktuelle Forschungen und räumt mit den Mythen über die Wechseljahre auf.

Themenmontag: Globuli und guter Glaube - Homöopathie auf dem Prüfstand

Dokumentation, 2019

Themenmontag: Verrückte Hormone

Dokumentation, 2018

Themenmontag: Gesund und ausgeglichen

Dokumentation, 2019
Gesund und ausgeglichen – so sehen wir uns alle im Idealzustand. Ein dabei lange vernachlässigtes Organ ist unsere Zirbeldrüse. Sie ist für die Produktion des Hormons Melatonin zuständig und regelt damit unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Esoterische Deutungen ihrer Funktion reichen noch viel weiter: Sollte es etwa reiner Zufall sein, dass die Schwingung der Zirbeldrüse mit 8 Hertz genau der Schwingung der Erde entspricht? Und welche Rolle spielt sie bei Depressionen? Gerald Votava und Helmut Köpping wollen es wirklich wissen. Ihre Reise führt sie vom Zen-Bogenschießen über das Holzhacken bis zum Curcuma-Saft.

Montag, 18.11.2019, 21.55 Uhr
Wh. Di 01.40 Uhr und 04.45 Uhr

Globuli und guter Glaube - Homöopathie auf dem Prüfstand

Dokumentation, 2019

Obwohl ihre Wirksamkeit umstritten ist, greifen immer mehr Patienten zu Globuli. Laut IQVIA ist der Jahresabsatz homöopathischer Arzneien von rund 46 Millionen Packungen im Jahr 2012 auf 53 Millionen Packungen im Jahr 2017 gestiegen.

Nach wie vor fehlt der wissenschaftliche Beweis, wie und ob sie überhaupt wirken. „Wer heilt, hat recht“, ist ein häufiges Argument der Befürworter der Homöopathie und anderer alternativer Heilverfahren. Und trotz ausstehenden Wirksamkeitsnachweises werden die Globuli oftmals von den Krankenkassen erstattet. Warum gelten in Deutschland für Homöopathie besondere Regeln? Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen seit 2011 homöopathische Arzneien als freiwillige Satzungsleistung bezahlen, und die meisten tun das auch. Der Grund: die hohe Nachfrage und der Wettbewerb der Kassen untereinander. Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer, ist einer der wenigen Vertreter der Ärzteschaft, die die Sonderbehandlung der Homöopathie offen kritisieren: „Es gibt auf die Homöopathie eine enorme Nachfrage seitens der Patientinnen und Patienten, und das zieht sich durch auch bis in allerhöchste politische Kreise, in denen hoher Druck aufgebaut wird, an dieser Pseudomedizin als solcher festzuhalten.“

Josef Hecken, Präsident des Gemeinsamen Bundesausschusses, geht noch weiter: er fordert, „dass Krankenkassen verboten wird, als Satzungsleistung Dinge zu bezahlen, deren Evidenz nicht nachgewiesen ist“. Kritiker wie Edzard Ernst, der als junger Arzt selbst homöopathisch behandelte, wenden ein, es sei allein der Placebo-Effekt, der Heilungsprozesse mit eigentlich unwirksamen Medikamenten befördere.

Dennoch verschreiben rund 5500 Ärzte in Deutschland Globuli, ergänzend, aber auch alternativ zur Schulmedizin. Grundlage dafür ist eine Zusatz-Weiterbildung, die 1937 von den Ärztekammern mit der damaligen Berufsordnung eingeführt wurde. Die Bundesärztekammer begründet diese Weiterbildung heute mit „Gründen der Patientensicherheit“. Nur der Arzt - so das Argument - verfüge über die Kompetenzen, auch die Grenzen alternativmedizinischer Verfahren zu erkennen. Dass die Patientensicherheit nicht immer gewährleistet ist, wenn Ärzte bei schweren Erkrankungen ausschließlich auf Globuli vertrauen, zeigen die Recherchen von Reporter Oliver Matthes.

Unterm Strich bleibt jedoch festzuhalten: Viele Patienten wollen Globuli, mit oder ohne Evidenz, weil sie sich von homöopathischen Ärzten ernst genommen fühlen.

22.30 Uhr
Wh. Di 02.10 Uhr

Verrückte Hormone

Dokumentation, 2018

Ein riesiger Markt an Medikamenten und Heilmitteln hat die Wechseljahre als „Mangelerkrankung“ entdeckt, die therapiert werden muss. Von pflanzlichen Dragees und Akupunktur über den sogenannten naturidentischen Hormonersatz bis hin zur „klassischen“ Hormontherapie ist alles im Angebot. Was aber ist sinnvoll und notwendig? Sind künstliche Hormone wirklich notwendige Medizin oder nur verführerischer Jungbrunnen? Eine Möglichkeit leidenden Frauen zu helfen oder eine Lifestyle-Droge, die dem Zeitgeist entspricht und den alternden Menschen nicht akzeptieren will und somit zum „Mangelwesen“ erklärt? Was hilft dauerhaft und ohne Nebenwirkungen? Und sind von der sogenannten „heißen“ Zeit, der Menopause, nur Frauen betroffen, oder kennen auch Männer eine Andropause?

Verrückte Hormone 
 
Originaltitel: Verrückte Hormone - Frauen und Männer in den Wechseljahren

ORF/ARTE France

Wie ist es um die sexuelle Lust während der Wechseljahre bestellt?

Die Dokumentation blickt auf aktuelle Forschungen und räumt mit den vielen Mythen dieser Phase des Lebens auf. Fast jede Frau, die in die Wechseljahre kommt, fragt sich, was geschieht mit mir und wie komme ich gut durch diese besondere Zeit? Die Wechseljahre sind eine Zeit der Transformation, die viele Frauen - und auch Männer - in der Lebensmitte betrifft und verunsichert. Wissenschafter schätzen, dass mehr als tausend Hormone die Abläufe im menschlichen Körper entscheidend beeinflussen, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Besonders die Sexualhormone Östrogen, Progesteron und Testosteron stellen im Körper einiges an. Sie steuern das Aussehen eines Menschen und beeinflussen ganz wesentlich Sexualität, Gesundheit und Lebensgefühl. Wenn sie anfangen zu schwanken oder zu schwinden, kann das Leben aus den Fugen geraten.

Was passiert in unserem Körper, wenn die Sexualhormone „verrücktspielen“ und weniger werden? Lassen sie sich ersetzen, und lässt sich womöglich damit der Alterungsprozess hinauszögern? In Europa und den USA kommen die sogenannten Babyboomer gerade in ihre Wechseljahre: ein riesiger Markt und ein großes Forschungsfeld, denn etwa ein Drittel der Frauen leidet unter den Erscheinungen dieser Lebensphase, die oft als anstrengend und mit großen gesundheitlichen Einschränkungen erlebt wird. Das gilt inzwischen auch für Länder Asiens, denn die Lebensstile gleichen sich global an.

Die Dokumentation berichtet von wissenschaftlich-medizinischen Zusammenhängen und aktuellen Erkenntnissen internationaler Forschungen, zum Beispiel dass Hormontherapien eine Möglichkeit seien, die Erscheinungen der Wechseljahre zu beheben. Die Entdeckung der Wechseljahre in Medizin und Gesellschaft ist auch ein spannendes Stück Wissenschaftsgeschichte. Und in den Fokus der aktuellen Forschung gerät zunehmend der Mann. Es stellt sich die Frage, ob es so etwas wie eine Andropause auch bei ihm gibt oder ob das ein Fall des modernen „Disease Mongering“, der Krankheitserfindung, ist.

Verrückte Hormone 
 
Originaltitel: Verrückte Hormone - Frauen und Männer in den Wechseljahren

ORF/ARTE France

Haarausfall kann zu Beginn der Wechseljahre häufig auftreten.


Weitere Sendungen dieser Reihe: