zeit.geschichte

KGB - Schild und Schwert

Der Doku-Dreiteiler von Jamie Doran beleuchtet die Geschichte der russischen Geheimdienste, die seit der Machtergreifung der Bolschewiki 1917 bis heute Menschen einsperren, missbrauchen und töten.

Samstag, 16.11.2019, 20.15 Uhr
Wh. So 08.55 Uhr und 23.55 Uhr,
Do 08.40 Uhr

KGB - Schild und Schwert (1/3) Tscheka und Roter Terror

Doku-Dreiteiler, 2019

Nach der Machtergreifung der Bolschewiki 1917 gründet Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) die provisorische Geheimpolizei Tscheka. Ihr Chef wird der „eiserne“ Feliks Dserschinski (1877-1926). Er überzeugt Lenin von der Notwendigkeit organisierten Roten Terrors und von „Säuberungen“, mit letztlich 100.000 Opfern. Lenins Nachfolger Josef Stalin (1878-1953) baut den Geheimdienst weiter aus. Er lässt durch Dserschinski Hunderttausende politische Gegner, Kriminelle und unschuldige Menschen in den Straflagern des Gulag-Systems inhaftieren, auch als billige Arbeitskräfte für die Modernisierung des Landes.

1937 beginnt Stalin sein Regime des „Großen Terrors“: Der Geheimdienst NKWD soll jegliche Opposition vernichten. Sein neuer Leiter der Geheimpolizei ist Nikolai Jeschow (1895-1940), ein gewissenloser Sadist, der eine Tötungswelle unglaublichen Ausmaßes startet: dokumentiert sind 800.000 Todesopfern, inoffiziell wird von 950.000 bis 1,2 Millionen Toten ausgegangen. Verhaftet wurden insgesamt etwa 2,5 Millionen. Danach wird er selbst exekutiert. Stalin ersetzt ihn durch Lawrenti Berija (1899-1953), der einer der berüchtigtsten Männer der Sowjetgeschichte werden wird.

Nach dem geheimen Nichtangriffspakt mit dem Deutschen Reich 1939 und dem sowjetischen Überfall auf Ostpolen lässt Berija 22.000 polnische Gefangene in Katyn erschießen. Er hat auch einen Maulwurf in den Rängen der Gestapo, warnt Stalin allerdings vergeblich vor dem bevorstehenden Überfall der Wehrmacht. Berija baut seine Organisation in Kriegszeiten massiv aus und lässt ganze Volksgruppen als angebliche Kollaborateure deportieren. Berijas Meisterstück: er lässt das geheime US-Atombombenprojekt ausspionieren. Was folgt, ist ein Wettrüsten, das die Welt nah an den Abgrund bringen wird. Das Spiel der Spione im Kalten Krieg beginnt.

KGB – Schild und Schwert 
Originaltitel: KGB - The Sword and the Shield

ORF/ZDF

KGB Archiv

21.10 Uhr
Wh. So 09.50 Uhr, Mo 00.50 Uhr,
Do 09.35 Uhr

KGB – Schild und Schwert: KGB und Kalter Krieg (2/3)

Doku-Dreiteiler, 2019

Als die USA die erste Atombombe zünden, ist Stalin wenig beeindruckt. Der Geheimdienst liefert der sowjetischen Regierung längst Daten des Manhattan-Projekts. Diese Informationen ermöglichen den Sowjets schon 1949 eigene Atomwaffen zu bauen – unter Aufsicht Lawrenti Berijas. Das Agentennetz des NKWD verschafft der Sowjetunion den Status der Supermacht. Als Stalin 1953 stirbt, ist Berija ein aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge. Doch Nikita Chruschtschow (1894-1971), ebenfalls hoher Parteifunktionär, lässt ihn vor den Augen des Zentralkomitees als Spion verhaften.

Er schränkt die Macht des Geheimdienstes ein und gibt ihm einen neuen Namen: Komitee für Staatssicherheit – KGB. Er ist im Inland nicht mehr das uneingeschränkte Unterdrückungsinstrument. Doch durch Folter in den Gefängnissen und Einweisung in die geschlossene Psychiatrie wird der Geheimdienst Oppositionelle weiter drangsalieren, besonders später unter dem neuen KGB-Chef Juri Andropow (1914-1984).

Der Kalte Krieg erreicht 1962 in der Kubakrise einen Höhepunkt und bringt die Welt nahe an den Abgrund. Nikita Chruschtschow weiß unter anderem über seine britischen Agenten der „Cambridge Five“ oder durch Sex-Spionage und Erpressungsaktionen Bescheid. Während die atomare Konfrontation der USA und der Sowjetunion kurz bevorsteht, hilft Aleksandr Feklisov (1914-2007), KGB-Agent in Washington, die Katastrophe totaler atomarer Zerstörung zu verhindern. Doch dann wirbt der KGB einen Maulwurf an der Spitze der CIA an.

KGB – Schild und Schwert 
Originaltitel: KGB - The Sword and the Shield

ORF/ZDF

Oleg Kalugin, Spionagemeister

22.05 Uhr
Wh. Mo 01.45 Uhr, Do 10.25 Uhr

KGB – Schild und Schwert: FSB und Putins Russland (3/3)

Doku-Dreiteiler, 2019

1991 scheitert ein KGB-Putsch gegen Michail Gorbatschow. Kurz darauf zerfällt das Riesenreich und Russlands Präsident Boris Jelzin (1931-2007) löst den alten KGB auf. Durch Teilung versucht er ihn besser unter Kontrolle zu halten.

Viele Ex-KGB-Mitarbeiter werden als Sicherheitsbeauftragte reich. Auch Oberstleutnant Wladimir Putin profitiert und wird FSB-Chef. Er muss sich mit Sprengstoffanschlägen in Moskau auseinandersetzen, wird aber als der neue starke Mann Russlands Präsident und herrscht mit Hilfe der Führungsebene von Geheimdienst, Armee und Polizei.

Putin führt jahrelang Kriege gegen Tschetschenien, bis die Tschtschenen den Terror in die Hauptstadt tragen und ein Theater überfallen. Bei der Befreiungsaktion des FSB gibt es viele Tote, in der Folge auch unter den Journalisten der Untersuchungskommission. In Putins Russland ist jeder, der aus der Reihe tanzt, in großer Gefahr. Michail Chodorkowski, der reichste der Oligarchen, erlaubt sich 2003 kritische Bemerkungen über die grassierende Korruption im Staat, wird bald danach verhaftet und verurteilt. Ein Auftragskiller des FSB, der an die Öffentlichkeit geht, stirbt qualvoll an einer Verstrahlung. Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Wiktor Juschtschenko überlebt ein Attentat des Geheimdienstes nur knapp. Angehörige des militärischen Geheimdienstes GRU sind im Einsatz, als Putin die Krim annektieren lässt. Geheimdienst-Hackergruppen sind inzwischen handfeste, ständige Bedrohungen. Unter Wladimir Putin beherrscht der KGB, heute unter dem Namen FSB, Russland mit eiserner Hand – direkt vom Kreml aus.

KGB – Schild und Schwert 
Originaltitel: KGB - The Sword and the Shield

ORF/ZDF

Moskauer Finanzzentrum

Dokumentation von Jamie Doran
(Originaltitel: „KGB: The Sword and the Shield“)


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Marlene Dietrich - Ein bewegtes Leben

    Der Film dokumentiert die politischen Anliegen der Dietrich während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit, und zeigt die wenig bekannte Seite des Stars fernab der Hollywood-Herrlichkeit.

  • Hitlers Frauen: Zarah Leander - Die Sängerin

    Sie entsprach gar nicht dem deutschen Frauenideal der NS-Zeit und war dennoch die Stimme der nationalsozialistischen Propaganda. Die Dokumentation beleuchtet die außerordentliche Karriere der enorm populären Sängerin und Schauspielerin.

  • Hitlers Frauen: Winifred Wagner - Die Muse

    Die „hohe Frau“, wie Hitler sie nannte, sonnte sich im Glanz der Macht und nutzte sie, um einzelne vom Nationalsozialismus Verfolgte zu retten, blieb aber Zeit ihres Lebens eine überzeugte Nationalsozialistin.

  • Die Österreicher und ihre Wurzeln (3 und 4/4)

    Die neue ORF III-Dokureihe beleuchtet die vielfältigen Abstammungen der Österreicherinnen und Österreicher. Die Regisseure Judith Doppler und Kurt Mayer erzählen u. a. von den Menschen, die mit ihrer Arbeitskraft zum enormen Wohlstand des Landes beitrugen.