Wilde Reise mit Erich Pröll

Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

Im neuen, fünften Teil der ORF-III-Dokureihe „Abenteuer Schönbrunn“ widmet sich Naturfilmer Erich Pröll dem Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn. In spektakulären Bilder offenbart er, was Zoobesuchern vorenthalten bleibt.

Wilde Reise mit Erich Pröll: Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

Dokumentation, 2019

Donnerstag, 14.11.2019, 20.15 Uhr
Wh. 23.15 Uhr, Fr 10.40 Uhr

Sie sind das wohl putzigste und zugleich faszinierendste, das die Tierwelt zu bieten hat: Tierbabys. Selten bekommt man sie zu Gesicht, doch der Tiergarten Schönbrunn macht es möglich. Hier kann man sie hautnah erleben. Von den Elterntieren beschützt aufgezogen, lernen sie schnell den Umgang mit den Menschen, Pflegern und Tierärzten, die sie begleiten und erfahren von den älteren Artgenossen, dass die Welt im Zoo eine ganz friedliche ist. Es ist die neue Generation, die heranwächst, die Jungtiere, die den Tiergarten bereichern und die Besucher begeistern. Erich Pröll begibt sich in seinem neuen, fünften Teil seiner „Abenteuer Schönbrunn“-Reihe auf die lieblichen Spuren neugeborener und adoleszenter Tierkinder des Tiergartens Schönbrunn. Vom Elefanten-Mädchen Kibali über die in einer Wohngemeinschaft hausenden Bärenstummelaffen und Erdmännchen bis zu zahlreichen weiteren Jungstars des Tiergartens wie ein Robbenbaby, das Huzulelen-Fohlen, die grazilen Moorgazellen und den hageren Stabheuschrecken. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Nachkommen der alten Haustierrassen des Tirolerhofs: die flauschigen Küken, Schafe und Kaninchen sowie Zwillingsgeburten im Ziegengehege. Zu Wort kommen u. a. neben den Tierpflegern auch Direktorin Dagmar Schratter, die Ende dieses Jahres in Pension geht.

Wilde Reise mit Erich Pröll 
Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

ORF/Pröll Film

Elefantenmädchen Kibali

Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn ist keine Seltenheit und doch immer eine Sensation. Jüngster Star der Schönbrunn-Familie ist Kibali das Elefanten-Mädchen. Im Sommer 2019 erblickte sie das Licht der Welt und ist seitdem ein echter Publikumsmagnet, der zahlreiche Besucher zur neuen, großzügig gestalteten Elefanten-Anlage hinzieht. Ihre Mutter ist die 27-jährige Numbi – eine sehr erfahrene Elefantenkuh, die mit Kibali ihr bereits drittes Junges aufzieht. Die Besamung erfolgte durch Gefriersperma eines Wildbullen aus einem südafrikanischen Reservat. 22 Monate war Tragzeit und die Pfleger und Tierärzte hielten in den letzten Wochen zusätzlich Nachtwache. Um 02:00 Uhr nachts ist Kibali dann völlig ohne fremde Hilfe geboren worden. 90 cm groß und 90 kg schwer und schon bald nach der Geburt auf den Beinen. In der freien Natur müssen sie rasch selbständig werden, um der Herde folgen zu können.

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Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

ORF/Pröll Film

Bärenstummelaffen Junges

Auch bei den Bärenstummelaffen gibt es Nachwuchs, der mit seinem Totenkopf-ähnlichen Aussehen besonders markant hervorsticht. Nach drei Monaten sehen die Kleinen den Erwachsenen dann schon ähnlicher. Ursprünglich stammen die Bärenstummelaffen aus Westafrika. Ihr Lebensraum ist stark eingeschränkt und sie sind vom Aussterben bedroht. Auch in den Zoos gibt es weltweit nur mehr wenige Tiere – in Schönbrunn sind jedoch erfolgreich Junge nachgezüchtet worden.

Die Erdmännchen leben im selben Gehege – heuer sind drei Junge zur Welt gekommen. Noch sind sie etwas schüchtern, doch bald müssen sie sich in der Gruppe behaupten und ihre Position erkämpfen. Gar nicht leicht – haben dort doch vor allem die Weibchen das Kommando.

Auch bei den Berberaffen und Berberschafen – auch Mähnenspringer genannt – gibt es Nachwuchs. Und obwohl die beiden Rassen wenig gemeinsam zu haben scheinen, bilden sie eine erfolgreiche Wohngemeinschaft. Die Jungen haben nichts zu befürchten –sie stehen unter dem Schutz der Erwachsenen, wenn sie auch in der Rangordnung ganz unten stehen. Die Affen und Schafe respektieren einander – zumindest bis es ums Futter geht.

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Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

ORF/Pröll Film

Berberschaf-Junge

Zwar kein Tierbaby, aber dennoch neu im Zoo ist Panda-Männchen Yuan Yuan. Der 19-jährige Yuan Yuan ist der neue Partner für die 18-jährige Yang Yang, nachdem das Männchen Long Hui im Dezember 2016 an Krebs gestorben ist. Auch ihm stattet Erich Pröll mit seiner Kamera einen Besuch ab.

In der Anlage neben dem Tropenhaus sind mehrere tiefe Wasserbecken angelegt. Hier lebt eine Robbenfamilie: drei Weibchen und zwei Bullen. Im Juni kam Robbenbaby Pedro dazu. Während die Mutter taucht, muss der Kleine noch an Land bleiben. Besonders ist, dass Robbenbabys wie Menschenbabys am „Daumen“ lutschen.

Unmittelbar neben dem Bison-Gehege gibt es ebenfalls Nachwuchs: ein Huzulen-Fohlen, das sich besonders am Spielen und Herumspringen erfreut – ähnlich wie bei den grazilen Moorgazellen, die sich ebenfalls über Junge freuen. 1968 ist die Letzte ihrer Art in der freien Wildbahn in Nordafrika geschossen worden – ein Zuchtprogramm in mehreren Zoos hat schließlich die Moorgazelle vor ihrer Auslöschung gerettet. 1980 begann die Wiederansiedelung in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Der Hunger ist bei den kleinen Moorgazellen immer besonders groß – doch für feste Nahrung sind die Jungen noch zu klein und um den Platz an Mutters Milchbar muss gekämpft werden. Hat sie keine Lust, hat auch die Milchbar geschlossen. Völlerei ist nicht erwünscht. Weiß sie schließlich genau, wie viel Nahrung für das junge Kitz ausreichend ist.

Im Haus der Schrecken, der Wanderheuschrecken und Stabheuschrecken gibt es ebenfalls Nachwuchs. Allerdings ist der besonders gut getarnt. Die Eier kleben an den Zweigen, die Nymphen halten sich versteckt und bewegen sich kaum. Sie können sich nicht wehren, daher ist ausgereifte Tarnung in der freien Natur die beste Verteidigung. Im Zoo sind sie allerdings sicher – hier werden sie verwöhnt, gefüttert und ihre Behausung sauber gehalten.

Putzig ist auch der Nachwuchs am Tirolerhof. Dort leben alte und seltene Haustierrassen, die regelmäßig Junge bekommen. Darunter flauschige Küken, die Ziegen, die oft mit einem Zwilling daherkommen, Kaninchen und Schafe. Auch bei den seltenen Rinderrassen wie dem Original Braunvieh, den Pustertaler Sprinzen und dem Tux-Zillertaler Rind, die der Tirolerhof beherbergt, kam erst kürzlich ein Kälbchen zur Welt: ein Tiroler Grauvieh. Es erkundet bereits seine unmittelbare Umgebung, lernt schnell von den erwachsenen Kühen, nur die motorisierten Bürsten, mit denen sich die Großen gerne kratzen, wenn das Fell juckt, die sind dem kleinen Kalb dann doch noch suspekt. Bei den Pferden gibt es ein Noriker-Fohlen, das Kinderherzen höher schlagen lässt. Mit den schwarzen Punkten auf dem weißen Fell gleicht es ganz dem klugen Pferd „Kleiner Onkel“ von Pippi Langstrumpf.

Die Gibbons haben zwar kein Neugeborenes unter sich, aber einen Teenager von einem Jahr. Der weiß sich schon durch die Baumkronen zu schwingen und sucht doch immer wieder noch die Nähe seiner Eltern. Bei den rosa Flamingos ist das Küken noch zu klein um abzuheben – dafür müssen die Flügel noch an Spannweite gewinnen. Das jüngste Giraffenkind hat sich indessen gut entwickelt und ist von den Eltern kaum mehr zu unterscheiden. Und vielleicht gibt es ja bald wieder Nachwuchs... .

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Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

ORF/Pröll Film

Flamingo Küken

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Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

ORF/Pröll Film

Moorgazellen

Dokumentation, 2019


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