Heimat Österreich

Im steirischen Vulkanland

Martin Vogg zeigt den Wandel in der stark von Traditionen geprägten Region über die vergangenen Jahrzehnte. Einheimische sprechen über den Reiz und die Rauheit des Lebens in ihrer Heimat.

Heimat Österreich: Im steirischen Vulkanland

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 13.11.2019, 20.15 Uhr
Wh. Fr 09.50 Uhr

Das steirische Vulkanland rund um die Bezirke Südoststeiermark, Hartberg-Fürstenfeld und Weiz ist eine stark von örtlichen Traditionen geprägte Region. Wenn die Tage kürzer werden, ziehen sich die Menschen hier zum Korbflechten zurück, ein Brauch, der die Familien und die einzelnen Generationen verbindet.

Der Südosten der Steiermark erinnert sich seit einigen Jahren seines vulkanischen Ursprungs und hat sich deshalb die Bezeichnung steirisches Vulkanland gegeben. Diese landwirtschaftlich geprägte Region, in der Obst- und Weinbau von jeher eine große Bedeutung hatten, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Viele Landwirte begannen sich auf die Qualität ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu besinnen und bieten nun äußerst erfolgreich hochwertige Weine, Säfte oder Fleischprodukte an. Viel zu diesem positiven Wandel hat die Wiederentdeckung der Korbflechterei beigetragen, die den Menschen das Zusammenspiel von Kultur und Natur vor Augen geführt hat.

Im steirischen Vulkanland

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Vulkanland

In „Heimat Österreich“ erzählen alte Korbflechter, von der Bedeutung der Weidenkörbe in vergangenen Tagen, und warum sie sich heute noch immer zusammenfinden, um Körbe und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs nach tradierten Techniken herzustellen. Auch Landwirte wie Toni Krispel kommen zu Wort. Er nutzt das Basaltgestein des Vulkanlandes, um sowohl seinem Speck als auch seinem Wein eine besondere Qualität zu verleihen.

In der Dokumentation wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der Weinbau in der Region generell verändert hat, und was es mit dem Grauburgunder auf sich hat, auf den sich Winzer wie Ewald Tropper in den letzten Jahren spezialisiert haben.

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Der Bulldogwirt Erich Wiedner erinnert sich liebevoll an seine couragierte Mutter.

Mit dem Wirten und Sammler Erich Wiedner rückt „Heimat Österreich“ ein echtes Faktotum ins Bild. Wiedner, der nur als der Bulldogwirt bekannt ist, hat in den letzten Jahrzehnten rund um sein Wirtshaus zahlreiche Stadel errichtet, die er vollgeräumt hat mit Hausrat, Gerätschaften und anderen volkskundlichen Zeugnissen der Südoststeiermark. Wiedner erinnert sich an seine Mutter, die nach dem Krieg nach dem frühen Tod ihres Mannes den Betrieb alleine aufgebaut hat.

Mit Bernd Wieser kommt auch ein Ökologe zu Wort, der die Besonderheiten des Klimas hervorhebt, durch die nicht zuletzt viele Pflanzen- und Tierarten im Vulkanland heimisch sind, die man sonst nur am Balkan findet. Er verweist auch auf die Bedeutung der Wiederentdeckung des Korbflechtens in der Region, denn so bleiben die das Landschaftsbild prägenden Weiden in der Südoststeiermark erhalten.

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Ewald Tropper Sen kann dank des Klimas in der Südoststeiermark auch Kiwis ernten und verarbeiten.

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Karl Lenz Junior erzählt über die Bedeutung und Hintergründe der Korbflechterei.

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Der pensionierte Landwirt Karl Lenz Sen erzählt von früher.

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Der Jungwinzer Ewald Tropper im Weingarten.

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Johann Schleich, Fotograf und Chronist.

Regisseur: Martin Vogg
Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Weihnachten in den steirischen Alpen

    Wolfgang Niedermair führt in seiner Dokumentation in einen der abgelegensten Orte in den steirischen Alpen: Oppenberg am Gullingbach, wo Weihnachten noch etwas „Echtes“ hat, denn für das kommerzielle Drumherum war das 200-Seelen-Dorf immer zu arm.

  • Leben in Villanders - Die Perle Südtirols

    In steilem, unwegsamem Gelände liegt die Berggemeinde Villanders, wo die bäuerliche Arbeit schwer und die Traditionen und Ideale der altbäuerlichen Gesellschaft lebendig ist.

  • Leben im Stanzertal

    Das Leben im kargen Hochland des Stanzertals, das zwischen Paznaun, Silvretta und Verwall verläuft, stellt die Menschen seit jeher vor ein umfassendes Problem: das wenige Wasser, das aus dem Berg kommt, muss für alle landwirtschaftlichen Flächen reichen.

  • Leben auf der Rax - Der Berg der Gämse

    80 Kilometer von Wien entfernt liegt die Rax, ein rd. 2000 Meter hohes Bergmassiv. Hier haben sich trotz Tourismus die Werte der bäuerlich geprägten Gesellschaft erhalten.