Heimat Österreich

Leben im Gailtal

Die Menschen im Unteren Gailtal an der Grenze zu Italien feiern ihr Brauchtum wie in den letzten 100 Jahren. Im Zentrum der Dokumentation steht der Kirchtag in Feistritz an der Gail mit dem spektakulären Kufenstechen.

Heimat Österreich: Leben im Gailtal

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 22.7.2020, 20.15 Uhr
Wh. 23.55 Uhr, Fr 01.40 Uhr, Sa 18.35 Uhr

Im Unteren Gailtal, das sich malerisch entlang der italienischen Grenze von Hermagor bis nach Fürnitz erstreckt, ist die Kultur stark vom Austausch mit dem Fremden bestimmt. So zogen die Bauern früher als Säumer mit ihren Pferden über die Berge, und hatten als Händler mit Menschen aus anderen Ländern Kontakt. Die Almen und Wiesen werden wie einst von Bergbauernfamilien bewirtschaftet, die sich heute mehr denn je ihrer Rolle als Landschaftspfleger bewusst sind.

Eine große Bedeutung hat das Slowenische, das sich nicht nur in Flurnamen und Liedern wiederfindet. Unter den Bräuchen sticht besonders der Untergailtaler Kirchtag heraus, der in Feistritz abgehalten wird. Hier hat sich das Brauchtum in seinem besten Sinn erhalten, und hier kommen die Leute zusammen und leben die in dieser Region so wichtige Gemeinschaft. Gestalter Martin Vogg portraitiert für ORF III diese Region und die Menschen, die hier oft schon seit Generationen verwurzelt sind. Sie erzählen von den Veränderungen im Alltag und legen Zeugnis ab, dass sich das traditionelle Kirchtagsbrauchtum in den letzten 100 Jahren kaum verändert hat. Im Zentrum des Films steht der Kirchtag in Feistritz an der Gail, der jedes Jahr zu Pfingsten zahlreiche Schaulustige zum spektakulären Reiterbrauch des Kufenstechens anlockt.

Hoch über Hermagor auf der Eggeralm erzählt Wanderführer Georg Jost wie er schon als kleiner Bub Touristen ins Gebirge geführt hat, Hüttenwirt Rudi Jank erinnert sich, wie man in der Früh das Wasser für den Tag ins Gasthaus auf der Alm tragen musste, und für den Landwirt Thomas Novak waren die Sommer auf der Alm als Kind ein einziges Abenteuer.

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Leben im Gailtal

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Eggeralm

Unten im Tal war und ist der Kirchtag das große kulturelle Ereignis im Jahr. Milka Kriegl erinnert sich, wie die Kirchtage früher abgelaufen sind, wobei kaum Veränderungen festzustellen sind, wenn man das heutige Kirchtagstreiben in Feistritz oder in einer anderen Untergailtaler Gemeinde verfolgt. Wichtig ist neben dem Gesang, über den der Gailtaler Liedersammler Franz Mörtl vieles zu berichten weiß, vor allem die Tracht. Diese wird im Film von der Schneiderin Diana Erat in ihrem Greißlereimuseum in Arnoldstein vorgestellt und am Beispiel von zwei jungen Gailtalerin ist zu sehen, welch großer Aufwand es ist, die Gailtaler Tracht anzulegen.

Der Höhepunkt jeden Untergailtalter Kirchtags ist das Kufenstechen. Historische Aufnahmen vom Feistritzer Kirchtag aus der Nachkriegszeit bestätigen, dass sich seit damals kaum etwas verändert hat.

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Gailtalertracht beim Gailtaler Kirchtag in Feistritz.

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Georg Jost, Wanderführer

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Gailtal

Dokumentation, 2019


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