Wilde Reise mit Erich Pröll

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

Für ihren neuen Film besucht Waltraud Paschinger ein Jahr lang den „Wilden Berg“ und zeigt Momente, die den Besuchern des Alpentierparks gänzlich verborgen bleiben.

Wilde Reise mit Erich Pröll: Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

Dokumentation, 2019

Donnerstag, 24.10.2019, 20.15 Uhr

Bis zu 2.000 Menschen pro Tag sorgen im Sommer für Trubel im steirischen Alpentierpark in Mautern. Im Winter kehrt dann Ruhe ein: Bären schlafen in Heunestern, weiße Wölfe spielen im Schnee, Jaks und Hirsche überwintern im Tal. Für ihren neuen Film besucht Waltraud Paschinger ein Jahr lang den „Wilden Berg“, wo so manches wilde Tier ungewöhnlich zahm ist, denn viele sind Findelkinder und wurden von Menschen aufgezogen.

Noch blind und gerade einmal handgroß sind die drei jungen Füchse, die während der Dreharbeiten vom Tierpark aufgenommen wurden. Ein 24-Stundenjob für Sonja Gollenz. Sie ist die biologische Leiterin des Wildparks, packt jeden Morgen beim Füttern mit an und ist bei Bedarf Mutterersatz für Neuankömmlinge. Waschbären, Ziegen, Esel - viele der Tiere des Parks waren Sonjas Flaschenkinder. Spannend ist der Tag, an dem der Nachwuchs erstmals zur Füchsin „Foxi“, der Hausherrin, ins Gehege kommt.

Legendär ist Buzzi, der Gänsegeier. Er betrachtet Menschen als Mitglieder seiner Geierkolonie, hat keine Scheu vor Menschen und besucht gelegentlich das nahegelegene Schwimmbad oder ein Grillfest. Und Fritzi, der Grauwolf, hielt 2015 für einige Wochen die Presse und die Umgebung des Tierparks in Atem. Damals war Fritzi ausgebüxt und konnte seinen Jägern für kurze Zeit immer wieder geschickt entkommen.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

ORF/Posch TV/Werner Pleiner

Gänsegeier Buzzi zu Besuch bei Nachbarn.

Neben den wilden Alpentieren beherbergt der „Kinderbauernhof“ alte Haustierrassen wie die gefleckten Turopolje-Schweine, Kaninchen oder Meerschweinchen. Eine „Ziegen-Gang“ läuft frei durch das Parkgelände, holt sich Futter und Streicheleinheiten bei den Gästen ab.

Die Dokumentation zeigt auch die Momente, die den Besuchern gänzlich verborgen bleiben. Ab Herbst ist der Tierpark gesperrt. Die schneereichen Winter lassen einen Ganzjahresbetrieb nicht zu. Selbst einige Tiere, wie Jaks, Hirschkühe und Hirsche werden Ende Oktober ins Tal getrieben. Jedes Jahr aufs Neue bedeutet dieser Tag Anspannung für das Tierpflegerteam. Sind die Gatter geöffnet, legen die mächtigen Hirsche in nur wenigen Sekunden die 300 Höhenmeter über die steile Bergflanke zurück.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

ORF/Posch TV/Werner Pleiner

Kameramann Franz Posch wurde rasch in der Ziegenbande aufgenommen.

Mit den ersten Schneefällen wird es ruhig am Berg. Die Tiere sind vorsichtiger, bleiben eher in Deckung und man muss lange suchen, um einen der weißen Polarwölfe im tief verschneiten Terrain zu entdecken. In der kalten Jahreszeit schalten die Tiere auf Reserve, keine Bewegung zu viel, Energiesparen ist angesagt, vor allem bei den Braunbären. Sie liegen zusammengerollt in ihren warmen Heunestern und schlafen fünf Monate, ohne zu fressen oder zu trinken. Eine Zeit, in der das Filmteam den sonst so flinken Raubtieren ganz nahe kommen konnte. Mit dem Frühling kehrt wieder Leben in das Gehege ein: Bären rangeln, um ihre Hierarchien neu zu ordnen, Jungtiere kommen zur Welt und das Training für die Flugshow beginnt.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

ORF/Posch TV/Werner Pleiner

Polarwolf mit Beute.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

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Fuchsbaby: Ein Neuankömmling beim ersten Ausflug.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

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Bär Ingo - Sein erster Spaziergang nach der Winterruhe.

Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

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Fuchs

Film von Waltraud Paschinger
Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Wildes Brasilien (2/3) Unter Wasser

    Der zweite Teil des Doku-Dreiteilers zeigt, wie die Tiere während des alljährlichen Hochwassers im Pantanal überleben.

  • Wildes Brasilien (1/3) Land der Extreme

    Für den ersten Teil des Brasilien-Dreiteilers hat ein Kamerateam im Pantanal drei Tierfamilien den gesamten Jahreszeitenzyklus hindurch begleitet: Kapuzineraffen, die geschickt mit Werkzeug hantieren, Riesenotter, die eines der größten Landraubtiere vertreiben, und Nasenbären, die mit Raubvögeln um ihr Essen zanken.

  • Die Antarktis - Das Reich der Pinguine

    In dieser Welt aus Eis spielt der Mensch keine Rolle. Die Antarktis ist ein einzigartiges Natur- und Tierparadies.

  • Roseggers Waldheimat - Ein Jahr im Zauberwald

    Mit dem Begriff „Waldheimat“ ist es Peter Rosegger gelungen, einer ganzen Region einen Namen zu geben. Doch es gelang ihm noch mehr: Jenes Gebiet zwischen dem Mürztal und dem oststeirischen Hügelland ist seitdem nicht mehr nur ein geografischer Ort am Ostrand der Alpen. Die Waldheimat wurde zum Synonym, zum Identitätsstifter, zum „Steirischen“ schlechthin.