Themenmontag

Gesundbrunnen Darm - Die Kraft aus der Körpermitte

Unsere Nahrung kann die Zusammensetzung der Mikroben im Darm verändern – zum Positiven und zum Negativen. Vor allem süßes, fettes und sehr salziges Essen lässt die Darmflora verkümmern, schädliche Bakterien nehmen überhand, der Stoffwechsel leidet.

Themenmontag: Gesundbrunnen Darm - Die Kraft aus der Körpermitte

Dokumentation, 2018

Montag, 21.10.2019, 21.55 Uhr
Wh. Di 01.05 Uhr

Unserem Darm schenken wir oft nur dann Beachtung, wenn er uns plagt. 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und etwa jeder fünfte leidet am Reizdarmsyndrom, mit Symptomen wie Verstopfung, Durchfall oder Blähungen. Unsere Körpermitte verdient mehr Aufmerksamkeit, wandern doch im Laufe unseres Lebens rund 30 Tonnen Nahrung durch den Darm. Dass unsere Verdauung funktioniert, verdanken wir unter anderem den rund zwei Kilogramm Bakterien, Pilzen und Viren in unserem Darm. Sie bilden zusammen das Mikrobiom, das mit darüber entscheidet was wir fühlen, wie gut unser Erinnerungsvermögen ist, ob wir Schmerzen haben oder ob wir an Übergewicht leiden. Wissenschaftler erforschten, dass es auch eine Rolle bei der Entwicklung von Krankheiten wie Demenz, Leberzirrhose oder Depression spielen dürfte. Doch wodurch gerät unser Mikrobiom aus der Balance? Und was kann man tun um es wieder in Ordnung zu bringen? An den Antworten darauf forschen Ärzte, Mikrobiologen und Psychologen weltweit. Eines steht fest: unsere Ernährung hat Einfluss auf die Zusammensetzung unseres Mikrobioms.

Die Ernährungswissenschaftlerin Andrea Ficala zeigt im Film, wie man seinen Darm stärken kann, warum Ballaststoffe so wichtig für uns sind und mit welchen probiotischen Lebensmitteln wir unser Mikrobiom auf natürliche Weise unterstützen können. An der Uni-Klinik Graz versuchen Mediziner, mit Probiotika Krankheiten wie das Reizdarmsyndrom und Leberzirrhose zu heilen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, deren positive Wirkung in einigen Studien belegt werden konnte. Auch einige Produkte im Supermarktkühlregal sind mit probiotischen Bakterien angereichert. Ihre Wirkung ist jedoch zweifelhaft und die Joghurts und Milchdrinks zeichnen sich vor allem durch hohen Zuckergehalt aus. Gesünder wäre es, natürliche probiotische Lebensmittel öfter auf den Speiseplan zu setzen.

Die Dokumentation stellt Menschen vor, denen die Erkenntnisse aus der Mikrobiomforschung schon geholfen haben: Andreas Skringer litt seit seiner Jugend an einer entzündlichen Darmkrankheit. Eine ungewöhnliche Therapie – die Transplantation von Fremdstuhl – brachte ihm nachhaltige Linderung. Margarete Diringer war jahrelang von Kopfschmerzen geplagt, bis sie ihre Ernährung umstellte und damit ihren Darm sanierte.

Regie: Elisabeth Tschachler, Stefan Wolner
Dokumentation, 2018


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