zeit.geschichte

Blutige Linien - Die Grenzziehung von Sykes-Picot im Nahen Osten

Die von Sykes und Picot gezogenen Grenzen werden letztlich zu den Wurzeln der späteren Katastrophe im Nahen Osten. Regisseur Gerhard Jelinek begibt sich in dieser ORFIII-Neuproduktion auf die Spuren dieser Ereignisse. Der Bürgerkrieg in Syrien, das grausame Schlachten des IS, die Fehden zwischen Sunniten und Schiiten im Irak: Der Nahe Osten ist ein Dauer-Brandherd der Welt.

11.10.19 zeit.geschichte | Blutige Linien - Die Grenzziehung von Sykes-Picot 121019

ORF/Phlex Film/Philip Aschauer

Sykes vor Militärrat

Samstag, 12.10.2019, 21.05 Uhr

Wh. So. 10.15 Uhr, Mo. 01.00 Uhr

Noch während der Erste Weltkrieg 1916 mit voller Härte tobt, ziehen der Engländer Sir Mark Sykes und der Franzose Francois Georges-Picot neue Grenzlinien in den arabischen Sand. Den beiden Großmächten geht es vor allem darum, sich längerfristig Einfluss im Nahen Osten zu sichern. Einem Pfarrer aus Österreich kommt zu der Zeit im Spiel der Kräfte eine nicht unwesentliche Rolle zu. Alois Musil kämpft um eine ganz andere Vision: für ein geeintes Arabien und gegen koloniale Willkür.

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Beduinen im Zelt

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Sykes und Picot diskutieren über Landkarte und Grenzen

1916 ziehen der Engländer Sir Mark Sykes und der Franzose Francois Georges Picot neue Grenzlinien in den arabischen Sand: Sie werden zu den Wurzeln der heutigen blutigen Streitigkeiten im Nahen Osten. Ein Priester und Orientalist aus Österreich engagierte sich zeitgleich für eine ganz andere Vision. Alois Musil träumte von einem geeinten Arabien ohne koloniale Grenzen und Dominanz.

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Eine Gruppe Beduinen mit Alois Musil

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Junger Alois Musil in der Wüste

Herbst 1914, der erste Weltkrieg ist eben ausgebrochen. Auf der Arabischen Halbinsel prallen die Interessen der drei Weltmächte Russland, Großbritannien und Frankreich aufeinander, und zum ersten Mal in der Geschichte geht es auch um Zugriff auf den Treibstoff der Weltwirtschaft: Erdöl. Die Versuche durch eine Landung bei Gallipoli das Osmanische Reich zu besiegen und damit die Mittelmächte entscheidend zu schwächen, scheitern im Jahr 1915. Winston Churchill, der das Vorhaben betrieben hat, erleidet eine persönliche Niederlage.

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Junger Alois Musil im Gespräch

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Sykes und Picot diskutieren über Landkarte und Grenzen

Es sind Mark Sykes und Francois Georges-Picot, die als Vertreter ihrer Länder die Verhandlungen führen. Arabien soll in englische und französische Einflussgebiete aufgeteilt werden, ohne Rücksicht auf Stammesgebiete. Der Priester und Orientalist Alois Musil kennt die Region von zahlreichen Forschungsreisen, er spricht arabisch und türkisch, studiert die Lebenswelt der Beduinenstämme und genießt ihr Vertrauen. Er wird zum Ehrenscheich eines Stammes: Abu Musa. Während des Krieges wird der Archäologe zum politischen Emissär. Sein Auftrag: Die drei größten Beduinenstämme der arabischen Halbinsel zu versöhnen und sie im Krieg zu Verbündeten der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn gegen Großbritannien zu machen. Sein erfolgreicherer Gegenspieler T.E Lawrence wird auch durch einen Hollywood-Film der 1960er Jahre weltberühmt: „Lawrence of Arabia“.

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Die Karte des Nahen Osten

Das „Sykes-Picot-Abkommen“ von 1916 wird mit seiner willkürlichen Grenzziehung in Syrien und Palästina in der arabischen Welt zum Symbol für den „Verrat“ durch den Westen . 2014 beruft sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ in ihrem blutigen Kampf ausdrücklich auf die Fakten, die vor rund 100 Jahren geschaffen wurden.