Wilde Reise mit Erich Pröll

Tierparadiese der Erde

Eine Sammlung von Kurzfilmen führt den Zuschauer um die Welt und zeigt seltene teils kuriose Tiere.

Donnerstag, 10.10.2019, 20.15 Uhr
Wh. 23.35 Uhr, Fr 09.00 Uhr,
Sa 08.50 Uhr

Der Flug um den Erdball beginnt mit einem Besuch bei den Eisbären im Wapusk Nationalpark im Norden Kanadas.

„Wapusk“ bedeutet in der Sprache des Indianervolks Cree so viel wie „Weißer Bär“ und die sind hier die Könige. Innerhalb der Parkgrenzen, der sich über 11.475 Quadratkilometer erstreckt, liegt eine der bedeutendsten Eisbären-Geburtsstätten der Welt. Rund die Hälfte des Gebiets ist von Torfmoor bedeckt. Die Schicht ist bis zu 4 Meter dick und weist somit ideale Bedingungen für das Graben von Wurfhöhlen auf.

Die Spur des Bären (1) 
Nordwärts - In Kanadas schmelzender Arktis

ORF/Autentic/WDR/ARD-Studio New York

Eisbären

Es folgen Aufnahmen von den faszinierenden, türkisfarbenen Wasserkaskaden im weltberühmten kroatischen Nationalpark Plitvicer Seen. Sie bilden aus gutem Grund nicht nur der größte, sondern auch der älteste und bekannteste Nationalpark in Kroatien - und sind als eine der ersten Landschaften weltweit zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt worden. Durch das einzigartige Klima zwischen Adria-Einfluss und Bergluft, durch die Lage im Schutz stolzer Gipfelketten und durch das in dieser Form einzigartige Phänomen der Travertin-Barrieren, die sich über Jahrtausende durch Kalkablagerungen gebildet haben, ist hier ein Naturparadies entstanden, das sich bis heute weitestgehend bewahrt hat: hier leben noch immer alle Tierarten, die schon vor dem Menschen rund um die Seen zu finden waren. Viele der Pflanzen und Tiere gibt es an keinem anderen Ort außerhalb des Naturparks.

In Äthiopien gewähren die Blutbrustpaviane auf den Hochebenen des Simien Nationalparks Einblick in ihr Rudelleben. Sie tragen eine außergewöhnliche Haarpracht, haben besondere Gewohnheiten, leben ausschließlich im äthiopischen Hochland und gelten als gefährdet. Irgendwie haben die Gelada-Männchen etwas von Tina Turner. Ihre wilden, in alle Richtungen vom Kopf abstehenden Mähnen verleihen den Primaten ein einzigartiges Aussehen, das andere kuriose Spezies in den Schatten stellt. Die Blutbrustpaviane haben nämlich noch ein zweites, unverkennbares Merkmal: einen haarlosen, sanduhrförmigen Fleck auf der Brust, der in der Brunftzeit knallrot wird.

Rift Valley - Der große Graben (3/3) 
Vom Höllenfeuer ins Heilige Land

ORF/Cosmos Factory/Harald Pokieser

Gelada Affen, Simien Mountains, Äthiopien

Weiter geht es in den Süden zum Great Barrier Reef in Australien. Die über 1.500 Fischarten, 350 Stein- und 80 Weichkorallenarten sind von einer akuten Korallenbleiche bedroht. So wie im Film wird man das Riff vielleicht bald nicht mehr sehen können. Korallenriffe sind empfindliche Ökosysteme, die nur unter bestimmten Bedingungen gedeihen können. Im Great Barrier Reef waren die Voraussetzungen stets hervorragend, weshalb sich dieses gigantische Riff so artenreich entwickeln konnte. Jede Veränderung der Umweltbedingungen kann zu Schäden oder sogar zum Absterben des Ökosystems führen. Korallen können nur in einem limitierten Temperaturbereich von 18 – 30°C wachsen und überleben. Sie bilden eine lebensnotwendige Symbiose mit bestimmten Algen-Arten, die für die Versorgung mit Nährstoffen sowie für die Farbgebung der Korallen verantwortlich sind. Steigt die Wassertemperatur über einen längeren Zeitraum an, so wird der Algenbewuchs abgestoßen. Es kommt zur sogenannten Korallenbleiche und die Korallen sterben ab.

Vom gigantischen unterseeischen und bunten Bergmassiv führt die filmische Reise in das Reich der steinigen Riesen: in die Alpen. Die Tierwelt in den Alpen ist vielfältig und einzigartig. Es gibt zahlreiche Tierarten, die nur im Gebirge vorkommen – von kleinen Insekten- und Bienenarten über Rehe, Gämsen und Steinadler. Und wenn man genug Geduld aufbringt kann man die Tiere in freier Natur sehen.

Die Faszination der Bergskulpturen setzt sich am Li Fluss in China fort. Die Stars hier sind allerdings die zum Fischen abgerichteten Kormorane. Der Fischer bindet seinem Kormoran eine Schnur um den Hals, um ihn davon abzuhalten, seine Beute zu fressen. Im Anschluss geht der Vogel auf die Jagd. Die gefangenen Meerestiere überlässt der Kormoran dem Fischer. Zur Belohnung bekommt der Vogel kleine Happen Fisch. Der Ursprung dieser Fischfangmethode ist allerdings ungeklärt.

Vor den Küsten Südafrikas sieht Fischen anders aus: Wenn der Juni kommt, dann ertönt überall an der Küste KwaZulu-Natals folgender Satz: “Die Sardinen sind da!” Dann haben sich die kleinen Fische auf ihre alljährliche Reise gemacht: mehr als 30 Tage lang ziehen sie vom Kap an die Ostküste Südafrikas. Diese Pilgerreise der Sardinen wird zum Meeresspektakel, bei dem unzählige Fischer den Haien, anderen Raubfischen, Meeressäugern und Vögeln folgen, während diese sich auf die silbrig-glitzernde Beute im Wasser stürzen. Warum diese großen Massen an Sardinen während der Wintermonate an die Küste KwaZulu-Natals ziehen, ist bis heute ein Mysterium. Und doch zeigt sich jedes Jahr wieder das gleiche Bild: im Mai machen sich Millionen von kleinen Fischen aus den kalten Gewässern des Kaps auf in die wärmeren Fluten vor der Küste KwaZulu-Natals. Sie färben das Wasser silbern und bleiben ganz nah an der Küstenlinie.

Dokumentation, 2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Abenteuer Schönbrunn: Tierbabys - die neue Generation

    Im neuen, fünften Teil der ORF-III-Dokureihe „Abenteuer Schönbrunn“ widmet sich Naturfilmer Erich Pröll dem Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn. In spektakulären Bilder offenbart er, was Zoobesuchern vorenthalten bleibt.

  • Wildes Island

    Island - eine Insel aus Feuer und Eis. Vulkane und weite Lavawüsten bilden einen Kontrast zu schier unendlichen Gletschern. Für Mensch und Tier stellt sich diese Natur oft als Herausforderung dar.

  • Unter Wölfen, Bären und Geiern - Ein Jahr im Wildpark Mautern

    Für ihren neuen Film besucht Waltraud Paschinger ein Jahr lang den „Wilden Berg“ und zeigt Momente, die den Besuchern des Alpentierparks gänzlich verborgen bleiben.

  • Lungau - Wildnis im Herzen der Tauern

    Die Dokumentation von Regisseurin Waltraud Paschinger führt in die faszinierende Welt der naturnahen Berg- und Tallandschaften des Lungau und öffnet den Blick für eine weitgehend unberührte Natur – und für Tiergeschichten, die unseren Augen meist verborgen bleiben.