Land der Berge

Südtirol - Vom Passeiertal ins Schnalstal

„Land der Berge“ unternimmt diesmal einen Streifzug vom Timmelsjoch, dem Grenzpass zwischen Nord- und Südtirol, bis zum Similaungletscher.

Mittwoch, 9.10.2019, 21.05 Uhr
Wh. Fr 09.50 Uhr, Sa 10.25 Uhr
und 19.25 Uhr, Fr, 18.10., 09.00 Uhr

Gleich hinter dem Schwarzsee liegt auf knapp 2500 Meter Höhe das Quellgebiet der Passer, die dem Passeier Tal den Namen gegeben hat. Diese so malerisch mäandernden Quellbäche in der Nähe des Timmelsjochs nennt man Krumpwasser. Zusammen mit den umliegenden Bergen bilden sie eine atemberaubend schöne Hochgebirgslandschaft. Noch ist die Passer hier oben ein murmelndes Gebirgsbächlein, von blühenden Alpenrosen umsäumt. In der Region der Alpenrosen hatten die Ötztaler Kraxenträger aus dem rauen Norden einst die gefährlichsten Passagen des Hochgebirges hinter sich. Mit wertvoller Fracht auf ihrem Buckel: Flachs, Vieh, Speck und Schmalz – das im Süden gegen Wein, Branntwein und Essig eingetauscht wurde.

In der Ortschaft Moos im hinteren Passeier mündet der Pfelderer Bach in die Passer. Er entwässert das Pfelderer Tal, das ins Hochgebirge Richtung Schnalstal führt. Vorn dort aus geht der Weg weiter entlang der sprudelnden Bergwasser Richtung Lazinser Alm. Für Autos ist der Weg dorthin tabu.

Land der Berge 
Südtirol - Vom Passeiertal ins Schnalstal

ORF/Verlagshaus Hans Jöchler

Ursprungsgebiet der Passer.

Von der Alm geht es wieder ins Hochgebirge zu einer Station auf dem Tiroler Höhenweg zur rund 120 Jahre alten Zwickauer Hütte auf dem Gurgler Kamm der Ötztaler Alpen. Sie liegt spektakulär ausgesetzt auf beinahe 3000 Meter Höhe. Über den Wasserfallferner geht es weiter hinauf zu den drei Seelenkogel-Gipfel der Ötztaler Alpen und über eine felsige Flanke hinauf zum Scheiberkogel. Der lange ausgesetzte Gipfelgrat ist eine Herausforderung für jeden Bergsteiger. Der Weg zum Gipfelkreuz erfordert Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

Auf dem Eisjöchl, dem Übergang zwischen Pfelderer und Pfossental liegt die Stettiner Hütte.

Ein besonders markanter Gipfel und daher bei Bergsteigern auch ein beliebtes Ziel der Texelgruppe im Meraner Land ist die Lazinser Rötelspitze. Der Naturpark Texelgruppe ist der größte unter den sieben Schutzzonen Südtirols. Er ist ein an Naturschönheiten überaus reiches und weitgehend unberührtes Gebiet. Unter den eindrucksvollen Gipfeln kann sich eine reiche Tier und Pflanzenwelt entfalten, von der Smaragdeidechse bis zum Steinbock.

Mehr als ein Duzend Dreitausender ragen hier in den Himmel und zahlreiche Wander- und Kletterpfade führen hinauf.

Terrassierte Apfelgärten prägen das fruchtbare grüne Antlitz des Tals, wenn es nach Süden Richtung Meran geht. Die Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Muttergottes, in Riffian, ein mächtiger Barockbau aus dem Jahre 1671, liegt inmitten ausgedehnter Apfelplantagen. Die Kirche ist der bekannteste Wallfahrtsort der ganzen Meraner Region. Seit mehr als 700 Jahren pilgern die Menschen zu diesem Gotteshaus, um die Heilige Maria wegen ihrer Sorgen und Nöte anzurufen.

Vorbei am rund 100 Meter hohen Partschinser Wasserfall führt die filmische Reise nun wieder hoch in den Gebirgsstock der Texelgruppe. Im östlichen Teil dieses Gebirges – oberhalb von Meran – finden sich nämlich mitten im Hochgebirge außergewöhnliche Gewässer: die Spronser Seen. Sie sind Teil der größten hochalpinen Seenplatte Südtirols. Die Stadt Meran tief unter uns, verdankt diesen kristallklaren Hochgebirgsseen einen großen Teil ihrer Wasserversorgung.

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Lodner

Einer der markantesten Berge weitum ist der Lodner. Mit einer abgeflachten Gipfelregion erinnert er von Ferne an Kraterberge wie den Kilimandscharo. Unverwechselbar ist er auch durch sein helles Marmorgestein, das durch Druck und Hitze aus Kalkstein entstanden ist. 1872 wurde der 3228 Meter hohe Gipfel erstmalig bestiegen. Und noch heute ist der Anstieg über den 40 Grad geneigten Gletscher eine echte Herausforderung, die Erfahrung und Können erfordert.

Wir machen uns jetzt auf zum zweiten Südtiroler Seitental unserer Reise: es geht ins Schnalstal. Am Taleingang thront auf über 1200 Meter Höhe der kleine Ort St. Katharinaberg. Der ausgesetzte Felssporn war schon in der Bronzezeit besiedelt und wurde im Mittelalter von der ritterlichen Schnalsburg beherrscht. An ihrer Stelle wurde vor gut 500 Jahren das der Heiligen Katarina von Alexandrien geweihte Gotteshaus errichtet. Der Turm der Burg dient bis heute als Glocken- und Kirchturm.

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ORF/Verlagshaus Hans Jöchler

Pfossental

Historische Holzhäuser sind charakteristisch für das abgeschiedene Pfossental. Das größte Seitental des Schnalstales wirkt wie museales bäuerliches idyll aus einer anderen Zeit inmitten des Naturparks Texelgruppe. Es gilt als einer der fettesten Weidegründe in ganz Südtirol. Im Pfossental wird bis heute schonende und nachhaltige Landwirtschaft hochgehalten.

Jetzt geht es hinauf auf den Bergkamm oberhalb der Finailhöf, der die Grenze zwischen dem Ötztal im Norden und dem Schnalstal im Süden markiert, im Hintergurnd die über 3500 Mehter hohe Finalspitze und der Similaungletscher, in dem 1991 Ötzi gefunden wurde.

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Almrosen am Timmelsjoch

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Spronser Seen

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Timmelsjochstraße

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Zwickauer Hütte in den Ötztaler Alpen

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Vernagtstausee im Schnalstal

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Kapelle zur heiligen Anna auf der Pfistrad Alm.

Dokumentation, 2019


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