André Hellers Menschenkinder: Armin Wolf

Er zählt zu Österreichs bekanntesten Fernsehgesichtern. In dieser Ausgabe der Menschenkinder erzählt Anchorman Armin Wolf André Heller von seinem Werdegang aus kleineren Verhältnissen zu einem der Top-Journalisten des Landes.

André Hellers Menschenkinder: Armin Wolf

Gesprächsreihe, 2019

Freitag, 27.9.2019, 21.55 Uhr

Aus Innsbruck stammend heuerte Armin Wolf beim Tiroler Hörfunk an und kam von dort über ein mehrjähriges Zwischenspiel bei Ö1 zur ZiB2, deren Aushängeschild er nach und nach wurde. In den Menschenkindern erzählt er, wie akribisch er sich auf die Live-Interviews vorbereitet und wie er den Tricks seiner Gesprächspartner und -partnerinnen begegnet.

„Als ich meinem Vater erzählt habe, so mit 25, dass ich das Gefühl habe, mein Leben hat eigentlich erst mit 18 begonnen als ich zu Hause ausgezogen bin und vorher war es eigentlich primär eine Mischung aus, dass ich mich als Kind gefürchtet hab vor ihm und ihn dann als Jugendlicher auf eine gewisse Weise verachtet habe, dass er sich nicht anders zu helfen wusste, auf eine gewisse Weise, als mich zu hauen. Das hat ihm irrsinnig zu denken gegeben. Wir haben dann viel darüber geredet und letztlich eine wirklich wunderbare Beziehung zu einander entwickelt.“

André Hellers Menschenkinder 
Armin Wolf 
2019

ORF/Dor Film

Armin Wolf

Karl May

„Mein Vater drückt mir am zweiten Tag mit großer Geste ein Taschenbuch in die Hand. Also wirklich mit großer Geste - wie Moses der vom Berg Sinai heruntersteigt und dem Volk Israel den Dekalog übergibt. Und das war „Winnetou I“ von Karl May. Und ich beginn das zu lesen mit unglaublicher Erwartung und fand es unglaublich langweilig. Ich hab ihm das total enttäuscht zurückgegeben. Ein paar Monate später gab’s nichts zu lesen; ich hab das wieder genommen und mich über die ersten 30 Seiten durchgerettet und bin total in Karl May hineingekippt. Also wirklich total. Ich hab diese Bücher gefressen.“

Tirolerisch

„Ich habe natürlich total tirolerisch geredet, was ein gewisses Problem war, als ich beim Landesstudio angefangen hab. Weil ich hab ja im Radio begonnen und da sollte man auch im Landesstudio schon halbwegs Hochsprache lernen und ich musste Hochdeutsch wirklich wie eine Fremdsprache lernen.“

„Ich konnte mit diesen Bergen nie viel anfangen. Ich bin da nicht raufgelaufen und ich bin nie heruntergefahren. Also ich bin wahrscheinlich einer der ganz wenigen, lebenden erwachsenen Tiroler, die noch nie in ihrem Leben auf Skiern gestanden sind.“ "Als es den zweiten Skikurs gab, wie ich so 16 war, ich glaub in der 3. Handelsakademie, da hätt ich mir den gut selber finanzieren können, weil ich hab eine florierende Schülerzeitung betrieben, die mit Inseraten gutes Geld verdient hat, aber beim zweiten Skikurs, war das Hauptziel mit 16 nicht das Skifahren, sondern dem anderen Geschlecht näher kommen. Und da aber alle meine Schulkollegen in dem Alter schon Skilehrer, oder fast Skilehrer waren, habe ich mir gedacht, wenn ich da jetzt am Idiotenhügel Stemmbogen übe neben denen, wird das dem Ziel, dem anderen Geschlecht nahe zu kommen nicht förderlich sein. Und hab beschlossen, ich geh lieber ins Kaffeehaus und les’ im Café Zentral die Süddeutsche Zeitung und versuch‘s mit Distinktionsgewinn.“

Von Peter Alexander und Rocco Granata

„Ich hab dann auch was ganz lustiges gemacht. Ich hab einmal die Woche moderiert „Welle Tirol“. Das ist die Morgensendung auf Radio Tirol, also hieß jedenfalls damals so. Also so quasi der lokale Ö3 Wecker. Da hatte jeder Tag eine eigene Musikfarbe und mein Tag der Samstag, hatte deutsche Schlager der 50er und 60er Jahre. Also das hab ich mir selber ausgesucht und das wissen viele Leute nicht, aber ich habe eine hohe Kompetenz was Conny Froboess und Peter Alexander und Rocco Granata und so betrifft, kann ich relativ viele Schlagertexte auswendig.“

In dem Gespräch gibt Armin Wolf auch einen sehr guten Inneneinblick in die ORF-Informationswelt und zeigt, wo die Herausforderungen in diesem Geschäft liegen.

André Hellers Menschenkinder 
Armin Wolf 
2019

ORF/Dor Film

Armin Wolf

Gesprächsreihe, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • André Hellers Menschenkinder: Marcel Hirscher

    Das ganze Land spekuliert. Verkündet Skistar Marcel Hirscher am Mittwoch um 20.15 Uhr live in ORF 2 sein Karriere-Aus? Bei André Heller in ORF III erzählte er 2018 u.a., wie es ihm vor einem Rennen geht und warum er mit Schuhen fährt, die ihm viel zu klein sind.

  • André Hellers Menschenkinder: Elfriede Ott

    Von ihren Adoranten respektvoll „die Ott” genannt, nahm 2015 eine Grande Dame des österreichischen Volksschauspiels Platz bei André Heller. Am 12. Juni ist Elfriede Ott im Alter von 94 Jahren gestorben.

  • André Hellers Menschenkinder: Martin Weber

    Der ausgebildete Masseur und Impulsgeber Martin Weber hat sich bei Stars und Spitzensportlern einen Namen als Heiler gemacht.

  • André Hellers Menschenkinder: Erika Pluhar

    Im Gespräch mit ihrem Ex-Mann André Heller gibt Erika Pluhar persönliche Einblicke in ihr Privatleben, das von Tragödien und Schlagzeilen geprägt war und erzählt, wie ihr das Schreiben hilft, nach vorne zu blicken.