Kunst und Kultur am Dienstag

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Die September-Ausgabe des Kunst- und Antiquitätenmagazins steht passend zum Semesterstart ganz im Zeichen der Schule und geht in den geschichtsträchtigsten und berühmtesten Bildungseinrichtungen des Landes auf Schatzsuche.

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Kunst- und Antiquitätenmagazin, 2019

Dienstag, 24.9.2019, 22.40 Uhr
Wh. Mi 04.35 Uhr, Do 03.05 Uhr,
Sa 02.40 Uhr

Kaiserlich und Königlich

Oscar-Preisträger Christoph Waltz ist dort zur Schule gegangen, Unterwasserpionier Hans Hass, Nobelpreisträger Max Perutz, der ehemalige Wiener Bürgermeister Karl Lueger und auch Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky. Die Rede ist natürlich vom Wiener Theresianum, oder wie es offiziell heißt: das Öffentliche Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie.

Die Schule hat eine mehrere Jahrhunderte umfassende Tradition, ihre Geschichte reicht - wie der Name es bereits verrät - bis ins 18. Jahrhundert zu Kaiserin Maria Theresia zurück. Und genau mit der berühmtesten Frau der habsburgischen Geschichte hat jenes Dokument zu tun, das Prof. Franz Gschwandtner, Bibliothekar im Theresianum, Karl Hohenlohe für eine Schätzung in die Sendung bringt: die originale Stiftungsurkunde der berühmten Schule aus dem Jahr 1756!

Was schätzen Sie..?  24092019

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Franz Gschwandtner; Stiftungsurkunde

Kult und Krempel

Die Liste ehemaliger Schüler könnte auch bei dieser Bildungseinrichtung prominenter kaum sein: Universalkünstler André Heller, Journalistenlegende Robert Hochner, Beststeller-Autor Daniel Kehlmann, die Schauspieler Cornelius Obonya und Robert Palfrader - sie alle vereint eine Vergangenheit als Schüler des Kollegium Kalksburg im 23. Wiener Gemeindebezirk.

1856 gründete der Jesuiten-Orden die Schule im Schloss des ehemaligen Hofjuweliers Franz von Mack am Rande des Wienerwalds, seitdem dient die ehrfürchtige Anlage als römisch-katholische Privatschule mit einem riesigen Naturareal, das nicht nur eine eigene Grotte und einen englischen Landschaftsgarten ihr Eigen nennt in dem sich sogar chinesische Pagoden von der Wiener Weltausstellung 1873 befinden, einst besaß die Schule sogar einen eigenen Schilift und eine Bobbahn!

Die Direktorin des Gymnasiums, Irene Pichler, führt Karl Hohenlohe durch die beeindruckenden biologischen und ethnographischen Kunst-Sammlungen, die über die Jahrhunderte immer reicher wurden: Relikte exotischer Kulturen aus dem fernen Osten wie eine Samurai-Rüstung aus dem 9. Jahrhundert, Zeitdokumente europäischer Geschichte wie Kanonenkugeln aus der Schlacht von Austerlitz, und sakrale Kunstwerke wie der Reisealtar von Napoléon Bonaparte befinden sich seit jeher im Besitz der Schule. Und dann taucht da auch noch eine exquisite Schuluniform vom Anfang der vorigen Jahrhundertwende auf: Karl Hohenlohe hat den Dorotheums-Experten Harald Kaltenböck gleich mit auf die Schatzsuche genommen!

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Christine Moser, Cordula Kreinecker; Jesuskind Plastik.

Barmherzige Schwestern und ein unsterbliches Jesuskind

Die Bildungsgemeinschaft St. Marien in Wien Mariahilf, deren erster Unterricht durch die Barmherzigen Schwestern auf das Jahr 1832 zurückgeht, vereint einen Kindergarten, eine Volksschule, einen Hort und eine Mittelschule sowie eine Polytechnische Schule unter einem Dach. Schirmherr ist der Heilige Vinzenz von Paul - ein ehemaliger französischer Priester, der auf Grund seines Wirkens auf dem Gebiet der Armenfürsorge und Krankenpflege als Begründer der heutigen karitativen Organisationen gilt. Karl Hohenlohe trifft auf dem Gelände des ehemaligen Klosters die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, Cordula Kreinecker, um in dem weitläufigem Gebäudekomplex der Schule auf Antiquitätenjagd zu gehen: zum Vorschein kommt eine raffiniert-gestaltete Jesuskind-Plastik aus dem 18. Jahrhundert, die den Verdacht sofort auf die legendäre Bildhauerfamilie Schwanthaler lenkt!

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Karl Hohenlohe, Christian Geppner, Alexander Strasoldo; Mary Ward Porträt.

Kunst für Mädchen!

Die letzte Station führt Karl Hohenlohe nach St. Pölten: das Mary Ward Privatgymnasium und Oberstufenrealgymnasium geht mit seiner Schulgründung auf das Jahr 1707 zurück, in dem Angehörige der sog. „Englischen Fräulein“, ein Frauenorden mit dem ursprünglichen Zweck der Mädchenbildung, eine Tagesschule für Mädchen eröffneten. Heute trägt der Orden den Namen Congregatio Jesu, und in den letzten Jahrhunderten haben sich auf dem weitläufigen Areal der Schule zahlreiche Kunstgegenstände und antike Kleinode angesammelt. Karl Hohenlohe steigt mit dem Schulleiter der Mittelschule, Christian Geppner, hinunter in die Gruft der Schule, dort wo besonders beschaulichen Damen die letzte Ehre erwiesen wurde. Und dann stoßen die beiden auf zwei außergewöhnliche Portraits der Ordensgründerin Mary Ward!

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Christian Geppner; Mary Ward Porträts

Kunst- und Antiquitätenmagazin, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Was schätzen Sie..?

    Passend zum 50-jährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung des „Sexualkunde-Atlas’“ begibt sich Karl Hohenlohe auf historische Spurensuche nach der Erotik in der Kunst.

  • Was schätzen Sie..?

    Von veritablen Genies und anderen zeitüberdauernden Erfindungen: Die Mai-Ausgabe des Kunst- und Antiquitätenmagazins „Was schätzen Sie..?“ steht ganz im Zeichen des 500-Jahr-Jubiläums von Leonardo da Vinci! Moderator Karl Hohenlohe geht auf die Suche nach skurrilen Erfindungen aus den letzten 150 Jahren Technikgeschichte.

  • Was schätzen Sie..?

    Karl Hohenlohe und sein Team nehmen heute eine Brosche der Frau unter die Lupe, die für Gustav Klimt Modell stand. Außerdem eine farbenfrohe Empire-Uhr, ein naturalistisches Gemälde und eine Frauenfigur aus Bronze.

  • Was schätzen Sie..?

    Die Februar-Ausgabe des Kunst- und Antiquitätenformats steht ganz im Zeichen des Wiener Opernballs. Karl Hohenlohe empfängt prominenten Besuch von Starsopranistin Olga Peretyatko, Opernball-Moderator Alfons Haider und Opernball-Kommentator Christoph Wagner-Trenkwitz.