zeit.geschichte „80 Jahre Beginn Zweiter Weltkrieg“

Mit Hitler im Krieg (4/4) Unter fremden Fahnen

Während des Zweiten Weltkrieges kämpften Deserteure der Wehrmacht und meist jüdische Flüchtlinge in den Reihen der Alliierten gegen das NS-Regime.

zeit.geschichte: Mit Hitler im Krieg - Unter fremden Fahnen (4/4)

Doku-Reihe, 2019

Samstag, 7.9.2019, 22.00 Uhr

Sie gefährdeten ihr Leben, obwohl sie es gerade erst gerettet hatten. Sie kämpften gegen Landsleute, ihre Kameraden begegneten ihnen oft mit Misstrauen. Als sie nach dem Krieg als Sieger in die Heimat zurückkehrten, schlug ihnen Gleichgültigkeit oder Ablehnung entgegen. Wer waren die Männern und Frauen, die sich Alliierten Armeen anschlossen, um ihre Heimat von der Nazi-Herrschaft zu befreien?

Mit Hitler im Krieg 
Unter fremden Fahnen (4/4)

ORF/Pammer Film/National Archives and Records Administration, College Park

Das Greenup-Team in Oberperfuss nach der Befreiung. Hinten (von links): Hans Wijnberg, Maria Hörtnagl, Fred Mayer. Vorne: Anni Niederkircher und Franz Weber.

„Operation Greenup“

Am 26. Februar 1945 sprangen zwei jüdische Flüchtlinge und ein Wehrmachtsdeserteur über Tirol ab, um das Ende der NS-Herrschaft zu beschleunigen: Fred Mayer (1921-2016) und Hans Wijnberg (1922-2011) und der desertierte Tiroler Wehrmachtssoldat Franz Weber (1920-2001). Ziel der Operation mit dem Namen „Greenup“ war die Errichtung eines Funknetzes in Oberperfuss, einem Bergdorf nahe Innsbruck, und die Beschaffung von Informationen zu Waffen- und Gütertransporten über den Brennerpass. Die Zugstrecke dort war die entscheidende Verbindungslinie der deutschen Wehrmacht zur italienischen Front.

„Operation Greenup“ war der spektakulärste und erfolgreichste Einsatz des amerikanischen Geheimdienstes nicht nur auf österreichischem Boden, sondern auf dem gesamten mediterranen Kriegsschauplatz, und führte zur Verhaftung der regionalen NS-Führung und zur kampflosen Übergabe Innsbrucks an die US-Armee.

Das Risiko, das die drei Agenten eingingen, war enorm und hätte bei Entdeckung höchstwahrscheinlich Folter und Hinrichtung bedeutet. Der Erfolg der Mission ist auch der Hilfsbereitschaft einiger Bewohner gedankt, vor allem Frauen halfen den drei Agenten.

Buchtipp:
„Codename Brooklyn“ von Peter Pirker

Bis heute ist das Schicksal vieler dieser Männer und Frauen in Österreich wenig aufgearbeitet. In der Folge „Unter fremden Fahnen“ der ORF III-Neuproduktion „Mit Hitler im Krieg“ kommen ehemalige Soldaten und Historiker wie Peter Pirker zu Wort und zeichnen spektakuläre Einsätze wie die Operation „Greenup“ nach, die die Vorlage zum Blockbuster „Inglourious Basterds“ war. Die wahre Geschichte hinter dem preisgekrönten Film ist dramatisch und berührend.

Doku-Reihe, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • KGB - Schild und Schwert

    Der Doku-Dreiteiler von Jamie Doran beleuchtet die Geschichte der russischen Geheimdienste, die seit der Machtergreifung der Bolschewiki 1917 bis heute Menschen einsperren, missbrauchen und töten.

  • Österreich am Eisernen Vorhang

    Der Eiserne Vorhang trennte mehr als 40 Jahre lang die Länder und Menschen Europas. Heuer jährt sich zum 30. Mal die Öffnung - Zeitzeugen berichten.

  • Zwölf Tage im Dezember - Die Revolution in Rumänien

    Die ORF-III-Neuproduktion wirft einen genauen Blick auf die Ereignisse und Hintergründe, die die Diktatur in Rumänien unter Nicolae Ceaușescu beendeten.

  • Auf den Spuren der Republik (1+2/4) 1918-1938 und 1945-1966

    Im Rahmen des ORF-III-Programmschwerpunkts zum Nationalfeiertag zeigt ORF III die vierteilige Doku-Reihe aus dem Jahr 2018, in der Altbundespräsident Heinz Fischer die Geschichte Österreichs von 1918 bis 2018 beleuchtet.