zeit.geschichte

ORF-Legenden: Fritz Eckhardt

Georg Schütz wandelt in einer neuen Folge der „ORF-Legenden“ auf den Spuren von Schauspiellegende Fritz Eckhardt.

Tatort Frauenmord 
Originaltitel: Tatort "Frauenmord" (AUT 1973)
 Regie: Fritz Eckhardt

ORF

Samstag, 17.08.2019, 21.55 Uhr

Wh. So 04.45 Uhr und 09.45 Uhr, Mo 01.55 Uhr

ORF-Legenden: Fritz Eckhardt

Fritz Eckhardt kommt am 30. November 1907 in Linz als Sohn des Schauspielerpaares Helene Norman und Viktor Eckhardt zur Welt. Die Familie zieht bald nach Wien um, wo Fritz Eckhardt seine gesamte Jugend verbringt. Mit dem Theater kommt er durch seine Eltern sehr früh in Berührung und so steht es für ihn bald fest: er wird auch Schauspieler. Er absolviert die Akademie für Musik und Darstellende Kunst und beginnt 1924 seine Theaterkarriere als Eleve am Wiener Volkstheater neben Paula Wessely (1907-2000), Karl Paryla (1905-1996) und Siegfried Breuer (1906-1954).

Engagements in den Provinztheatern Reichenberg, Karlsbad und Bielitz folgen, bis er 1929 von den Theaterunternehmern Alfred und Fritz Rotter in Berlin engagiert wird. Nach der Machtergreifung Hitlers muss Fritz Eckhardt 1934 Berlin verlassen und kehrt nach Wien zurück. Dort spielt er zunächst in Stella Kadmons’ Kabarett „Der liebe Augustin“ bis Stella Kadmon 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland, flüchten muss. Ab 1939 schreibt Fritz Eckhardt für das Kabarett „Wiener Werkel“. Das „Wiener Werkel“ ist neben dem „Simpl“, das einzige Kabarett, das bis zur Theatersperre 1944 durchgängig Programme spielt und von den Nationalsozialisten einerseits für die Unterhaltung geduldet, andererseits streng überwacht wird.

Handwerker und Schauspieler

Fritz Eckhardt, als Halbjude vom Regime politisch und rassisch unerwünscht, kann, allerdings nur unter dem Decknamen seines Freundes Franz Paul, für das Wiener Werkel schreiben und verfasst in dieser Zeit auch „Das Chinesische Wunder“, ein Stück, in dem der Einmarsch Deutschlands in Österreich sehr gekonnt thematisiert wird und von Regimegegnern als auch von Regimeanhängern gleichermaßen interpretiert werden konnte. Offiziell ist Fritz Eckhardt in dieser Zeit als Handwerker engagiert und wird auch der Truppenbetreuung zugeteilt.

Nach dem Ende des Krieges übernimmt Fritz Eckhardt den „Lieben Augustin“ und führt als Direktor das Wiener Künstlertheater, mit dem er 1948 Pleite macht. In den folgenden Jahren spielt er in mehreren Filmen und Theaterstücken, unter anderem „Bruder Martin“ unter der Regie von Axel von Ambesser (1910-1988), bis er mit dem Aufkommen des Fernsehens seine Karriere als Autor festigt. Mit „Kommissar Marek“, der sehr bald als österreichische Version in die Serie „Tatort“ eingegliedert wird und der „Familie Leitner“ wird Fritz Eckhardt populär. Mit „Hallo - Hotel Sacher, Portier“ und „Wenn der Vater mit dem Sohne“ schreibt Fritz Eckhardt Fernsehgeschichte. Er stirbt am 31. Dezember 1995 in Klosterneuburg.

ORF-Legenden 
Fritz Eckhardt 
Originaltitel: Die Vorladung (AUT 1963), Regie: Herbert Fuchs, Georg Lhotzky

ORF

Fritz Eckhardt.

Gestaltung:
Georg Schütz

ORF-Legenden: Fritz Eckhardt
Dokumentation, 2017