Heimat Österreich

Leben am Traunsee

Rund um den Traunsee zeigt Regisseur Lukas Dallinger die Menschen, die hier seit Generationen verwurzelt sind, und ihre Lebensweisen.

Heimat Österreich: Leben am Traunsee

Dokumentation, 2018

Mittwoch, 17.07.2019, 20.15 Uhr
Wh. Do 02.40 Uhr, Fr 02.30 Uhr, Sa 02.25 Uhr, So 04.45 Uhr und
Di 02.40 Uhr

Lacus Felix, so von den Römern einst als der glückliche See benannt, stellt in Verbindung mit dem Traunstein eine beeindruckende Naturkulisse dar! Kultur und Brauchtum sind in Mitten des Salzkammergutes bis heute von großer Bedeutung. Und gerade diese volkskulturelle Eigenständigkeit verleiht der Region den Beinamen „Zehntes Bundesland Österreichs“. In der TV Dokumentation „Leben am Traunsee“ werden Menschen vorgestellt, die im Einklang mit dieser landschaftlichen Schönheit leben und Traditionen bewahren.

Norbert Haas ist Fischer aus Leidenschaft. Früh morgens wirft er inmitten einer malerischen Kulisse seine Angel aus. Auf Flussbarsch soll es sehr gut fischen sein. Das Fleisch schmecke sehr geschmackvoll. Während eine leichte Brise über den See zieht, erwacht Gmunden in der Morgensonne.

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Traunseefischer.

Schon zu Kaisers Zeiten war die Traunseestadt ein beliebter Ort für die Sommerfrische. An vergangen Tagen erinnern heute noch die Jugendstil-Villen im Zentrum der Stadt. Direkt am Wasser gelegen, ist der Hauptplatz das pulsierende Herz Gmundens – geziert von einem historischen Schmuckstück. Die Gisela ist das älteste noch im Betrieb befindliche Dampfschiff der Welt. Früher war das Schiff in erster Linie Transportmittel und Verbindung zwischen Gmunden und Ebensee. Straßenverbindung gab es keine. Selbst der Kaiser ist so nach Ebensee gefahren. An der Mündung des Traunsees gelegen ist Ebensee, ein idyllischer Ort, wo Brauchtum bis heute gelebt wird.

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Dampfschiff Gisela.

Rudolf Daxner ist da wo er die meiste Zeit des Tages verbringt, nämlich in seiner Arbeitswerkstätte. Er ist Lederhosenmacher - und das mit Leib und Seele! Um das Handwerk des sogenannten Säcklers zu erlernen, ist es ein langer Weg. Leder ist kein Material das sich leicht bearbeiten lässt. Perfektion und Erfahrung spielen eine große Rolle. Wer eine Daxner-Lederhose ergattern möchte, darf sich in Geduld üben. Die Wartezeit beträgt derzeit rund 10 Jahre!

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Säckler Rudolf Daxner.

Fährt man von Altmünster Richtung Höllengebirge, kommt man in die Viechtau. Diese ist seit Jahrhunderten für ihre Holzwaren bekannt. Im Viechtauer Heimathaus fühlt man sich schnell in eine andere Zeit versetzt. Gelebt wurde früher in einfachsten Verhältnissen - zusammengepfercht als Großfamilie auf wenigen Quadratmetern. Gegessen wurde aus einer Schale, geschlafen in kleinen Betten. Etwas unterhalb in der alten Werkstatt des Heimathauses, hört man schon das Schnitzen von Fritz Lüftinger. Fritz hat sich einer fast vergessenen Tradition angenommen, dem Schnitzen von Holz-Vogerln. Viele Arbeitsschritte sind nötig. Vom Rolling bis zum fertigen Vogerl dauert es ca. zweieinhalb Stunden. Ob Blaumeise, Kreuzschnabel oder Buntspecht - die Artenvielfalt von Fritz Lüftinger ist groß. Wie das tierische Original soll der Vogel aussehen. Dementsprechend detailverliebt ist der Handwerker.

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Vogelschnitzer Fritz Lüftinger.

Edles Design, technische Innovationen & pure Leidenschaft - made in Austria. Diese Eigenschaften vereint die Mirrage 740, ein luxoriösens Elektroboot der Bootswerft Frauscher. Im Hafen des Familienbetriebs setzt Hans Frauscher gerade die Segel. Später am Wasser erzählt er die bewegte Geschichte seiner Familie. Sein Vater Engelbert setzte Meilensteine im Bootsbau, diese hat Hans alle miterlebt. Heute hat die Bootswerft Frauscher 14 internationale Niederlassungen, baut exklusive Motorboote mit Stückpreisen von bis zu 750.000 Euro und ist an der Gmundner Esplanade ebenso präsent wie in Saint Tropez oder Miami.

Das Schloss Ort: Prunkvoll wacht es von einer natürlichen Insel aus über den See. Am Ende der 123 Meter langen Brücke stehen dicke Mauern, hinter diesen eine bewegte, tausendjährige Geschichte steckt. Was für Gesetzesbrecher im Mittelalter zum Verlies wurde, erlangte im Fernsehen der späten 90er als „Schlosshotel Orth“ internationale Bekanntheit. Ein verstecktes Meisterwerk ist das Uhrwerk im Turm des Schlosses. Noch heute muss es täglich aufgezogen werden. Dass auf dem Ziffernblatt sich ein großer Stunden und ein kleiner Minutenzeiger im Kreis drehen, sorgt bei Touristen nicht selten für Verwirrung.

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Schloss Ort.

Doch vom See hinauf auf den Berg! Bergsteiger Fritz erklomm den Traunstein bereits über tausend Mal. Die anmutende Silhouette der mit den steil in den See abfallenden Felswänden ist bei klarer Sicht bis zu 150 Kilometer weit sichtbar. Ein Symbol, dass so weit über die Salzkammergut-Grenzen hinaus zu sehen ist. Einmal oben angekommen, ist die Einkehr in eine der beiden Traunstein- Hütten obligat. Das Naturfreundehaus wurde von wenigen Jahren mit Hilfe ehrenamtlicher Hände um- und ausgebaut. Die Gastronomie auf weit über tausend Metern Höhe ist etwas anders zu händeln als unten in der Stadt. Selbst geht der Hüttenwirt rund siebzig Mal pro Saison den Traunstein hoch - stets mit Proviant im Gepäck. Auf der wohl schönsten Terrasse Österreichs legt Bergfex Fritz seine Rast ein. Malerisch ist die Aussicht im leichten Abendrot. Beinahe mystisch wird es dann bei Einbruch der Dunkelheit. Und während sich der Traunsee langsam zur Nachtruhe vorbereitet, erwacht Gmunden wie so oft in lauen Sommernächten noch zum Tag - wie etwa beim Lichterfest, einmal im Jahr!

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Traunstein.

Leben am Traunsee

ORF/Lukas Dallinger

Traunsee.

Dokumentation, 2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Das Mondseeland

    Die neue Dokumentation von Christian Papke führt in die einzigartige Region zwischen Irrsee und Mondsee, wo die Menschen dem traditionellen Leben im Einklang mit der Natur bis heute nachgehen.

  • Arbeit auf der Alm in den steirischen Alpen

    Wolfgang Scherz und Werner Huemer haben Arbeiterinnen und Arbeiter in den steirischen Alpen bei ihren täglichen Tätigkeiten begleitet. Sie waren u. a. bei der Stationsleiterin Brendlalm, bei der Harrer Hüttenwirtin, beim Sägewerk, beim Schwenden und blicken in die Vergangenheit der Holzknechte.

  • Das Ausseer Narzissenfest

    Die Dokumentation stellt gemeinsam mit dem langjährigen Korsoteilnehmer Otmar Schönmaier und seiner Tochter Angelika Huber die Höhepunkte des Ausseer Narzissenfests vor.

  • Heimat der Klöster - Mariazell und St. Lambrecht

    Die einfühlsame Dokumentation belgeitet Menschen, die, auf der Suche nach sich selbst, bei den Mönchen zu Gast sind, und portraitiert Sankt LambrechterInnen aber auch Gäste aus aller Welt, die zu den Veranstaltungen des Stiftes kommen.