Wilde Reise mit Erich Pröll

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser

Sie ist die größte Wüste der Erde - beinahe so groß wie die USA. Die Dokumentation zeigt, wie Leben in dieser lebensfeindlichen Region ist.

Donnerstag, 6.6.2019, 20.15 Uhr

Sie ist nicht nur die bekannteste, sondern auch die größte Wüste der Erde: die Sahara. Mit mehr als neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast ein Drittel des afrikanischen Kontinents und ist damit etwa so groß wie die USA. Wo die Temperatur regelmäßig 40 Grad übersteigt und mehrere Jahre kein einziger Tropfen Regen fällt, ist Leben nahezu unvorstellbar. Die Dokumentation zeigt, wie Leben und Überleben in diesem faszinierenden Trockengebiet trotzdem gelingt.

In den Randgebieten der großen Wüste leben Spezialisten wie das Grevy-Zebra. Es ist das größte unter den Zebras und kann bis zu drei Tage ohne Wasser auskommen. In unterirdischen Bauen, wo gemäßigte Temperaturen herrschen, ist der Nacktmull zu Hause. Diese fast haarlosen Nagetier-Verwandten leben ähnlich wie staatenbildende Insekten in großen Gemeinschaften mit einer „Königin“. Nur in den Nachtstunden wagen sie sich an die Oberfläche und das tun meist auch nur die jungen „Prinzessinnen“, wenn es Zeit wird, einen neuen, eigenen Staat zu gründen.

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser 
 
Originaltitel: Universum - Afrika - Der ungezähmte Kontinent

ORF/BBC/Ian Llewellyn

Der Berberaffe (Macaca sylvanus), auch Magot genannt, ist eine Makakenart.

Funde von fossilen Baumstämmen und die steinzeitlichen Tierdarstellungen in den Felsen von Messak Settafet, sowie die heutigen Bewohner der Kraterseen im Waw an-Namus beweisen, dass die Sahara vor wenigen tausend Jahren fruchtbares und bewohntes Land gewesen sein muss. Krokodile sitzen hier mitten in der endlosen Wüste quasi „in der Falle“. Wenn sie in den kühlen Abendstunden auf die Jagd gehen, versammelt die Buntbarsch-Mutter ihre frisch geschlüpften Jungen im eigenen Maul, um sie zu schützen.

Satellitenbilder lassen die ungeheuren Ausmaße eines urzeitlichen Sees in der Bodélé-Senke im Tschad erahnen. Heute wirbelt hier der Wüstenwind das vertrocknete Sediment auf und trägt den mineralreichen Staub bis nach Südamerika ins Amazonasgebiet. Obwohl nur knapp ein Fünftel der Sahara tatsächlich aus Sand besteht, kann der Wind hier verheerende Sandstürme von eineinhalb Kilometer Breite auslösen, die imstande sind, ganze Karawanen zu verschlucken. Unablässig verformt er die Dünenlandschaft und erschwert selbst Wüstenspezialisten wie den Dromedaren die Orientierung. Um zu überleben, sind sie auf das Wissen ihrer menschlichen Begleiter angewiesen.

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser 
 
Originaltitel: Universum - Afrika - Der ungezähmte Kontinent

ORF/BBC/Ian Llewellyn

Der weisse Sand Ägyptens - wunderschön geformte Korallenartige Riffe durch Stürme und Winde geformt.

Millionen Schwalben überqueren Jahr für Jahr die Sahara auf ihrem Weg zwischen den Brutgebieten in Europa und den Winterquartieren südlich der Sahara. Um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken, sind sie auf Insekten angewiesen, die imstande sind, auch aus ungenießbaren Wasseransammlungen die Giftstoffe herauszufiltern. Wenn es sogar für die Fransenfinger-Eidechse zu heiß wird und sie sich zurückzieht, kommen die Silberameisen aus ihrem unterirdischen Bau hervor. Die silbrige Farbe ihres Körpers reflektiert das Sonnenlicht optimal, aber sogar sie können nicht länger als zehn Minuten in der Sonnenhitze der Wüste überleben. Buchstäblich gegen die Uhr müssen sie auf Nahrungssuche gehen. Für die Silberameisen ist Orientierung ganz besonders wichtig - immer den kürzesten Rückweg zu ihrem Bau zu wissen, ist entscheidend; ein unvorhergesehener Umweg kann sie das Leben kosten.

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser 
 
Originaltitel: Universum - Afrika - Der ungezähmte Kontinent

ORF/BBC/Ian Llewellyn

Silberne Ameise, Überlebenskünstler der Sahara

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser 
 
Originaltitel: Universum - Afrika - Der ungezähmte Kontinent

ORF/BBC/Ian Llewellyn

Mistkäfer

Sahara - Mächtiges Meer ohne Wasser 
 
Originaltitel: Universum - Afrika - Der ungezähmte Kontinent

ORF/BBC/Ian Llewellyn

Schnee bedecktes Plateau im Atlas-Gebirge (Nordafrika)

Dokumentation, 2013


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Das Kap - Zwischen Tropen und Eismeer

    In atemberaubenden Bildern zeigt die Dokumentation das kontrastreiche Leben am Kap zwischen Indischem und Atlantischem Ozean.

  • Sonnenberge - Von der Rax zur Buckligen Welt

    Schon im 19. Jahrhundert sind die Menschen dem Charme der Sonnenberge erlegen. Hier ist die Wiege der Sommerfrische, hier nahm Österreichs erste Seilbahn 1926 den Betrieb auf.

  • Namibias Erdmännchen

    Erdmännchen sind die Stars der Kalahari: ihre natürliche Komik begeistert, ihr genial organisiertes Sozialleben beschäftigt die internationale Forschung seit Jahrzehnten.

  • Savanne - Im Reich der Vulkane

    Im Krater des Nyiragongo Vulkans liegt der größte Lavasee der Erde. Das angrenzende Grün verdankt seine Existenz dem Ascheregen, der aus den aktiven Vulkanen am Ostafrikanischen Grabenbruch hervorgeht und Lebensraum für die exotische Tierwelt rund um Flughunde, Flamingos und Berggorillas bietet.