Erlebnis Bühne „150 Jahre Staatsoper“

Kulissengespräche | „Falstaff“ (2019)

Giuseppe Verdis letzte Oper ist eine gnadenlose Abrechung mit der Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft und Eitelkeit. ORF III zeigt die diesjährige Inszenierung der Wiener Staatsoper mit Carlos Alvarez in der Titelrolle.

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: Aus der Wiener Staatsoper: Falstaff - 2. Akt

Sonntag, 2.6.2019, 20.00 Uhr

Kulissengespräche - Einführung zu „Falstaff“

Barbara Rett trifft das Ensemble der gefeierten „Falstaff“-Inszenierung in der Staatsoper Wien auf der Probebühne und spricht mit Carlos Álvarez, Michael Laurenz und Dirigent James Conlon über ihren persönlichen Zugang zu dem Trunkenbold Falstaff und Giuseppe Verdis Alterswerk. Gespickt sind die Aufnahmen von heute mit Ausschnitten des großartigen Marcel Prawy (1911-2003), der in gewohnt charmanter und präziser Art den Kern der Oper wiedergibt.

20.15 Uhr

Falstaff

Wiener Staatsoper, 2019

Alkohol, Frauen und Intrigen. Der Trunkenbold und Zechpreller Falstaff ist mit allen Wassern gewaschen und Giuseppe Verdi hat mit diesem Stoff eine grandiose Oper geschaffen, die gleichzeitig auch sein letztes Bühnenwerk sein sollte. Mag es da Zufall sein, dass das Werk mit der riesigen Fuge und dem Spruch: „Doch besser fürwahr lacht Keiner, als wer am Ende lacht.“ endet?

Unter der musikalischen Leitung von James Conlon gibt Carlos Álvarez seine fantastische Interpretation des „Falstaff“ und führt gemeinsam mit Hila Fahima, Simon Keenlyside und Michael Laurenz durch die amüsante Oper.

Sir John Falstaff ist bei Verdi und Boito keine lächerliche Figur, sondern ein leidenschaftlicher, sich selbst überschätzender Lebemann mit menschlichen Schwächen, die letzten Endes dazu führen, dass er sich in dem Ränkespiel, das er gegen die feine Gesellschaft zu seinen Gunsten auszuhecken glaubt, selbst verfängt. Humorvoll ironisch und pointiert schildert die Musik Verdis die Gedankenwelt dieses vielschichtigen Charakters genauso witzig und gleichzeitig auch tiefgründig wie die Entrüstung der vermeintlichen Opfer Falstaffs - bis zum versöhnlichen Ende, das in die grandiose Schlussfuge mündet: „Tutto nel mondo è burla, l’uom è nato burlone.“ (Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch als Narr geboren.)

Aus der Wiener Staatsoper: Falstaff

ORF/Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Ryan Speedo Green (Pistola), Carlos Álvarez (Falstaff), Herwig Pecoraro (Bardolfo)

Aus der Wiener Staatsoper: Falstaff

ORF/Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Monika Bohinec (Mrs. Quickly), Margaret Plummer (Meg Page), Olga Bezsmertna (Alice Ford), Hila Fahima (Nannetta)

Commedia lirica in drei Akten von Giuseppe Verdi (1813-1901). Libretto von Arrigo Boito (1842-1918) nach der Komödie „Sir John Falstaff and the Merry Wives of Windsor“ sowie Auszügen aus „King Henry IV“ von William Shakespeare (1564-1616).

Mit „Falstaff“, uraufgeführt 1893 an der Mailänder Scala, schuf Giuseppe Verdi ein weiteres geniales Alterswerk in Zusammenarbeit mit Arrigo Boito, der nach der gemeinsamen Arbeit an „Otello“ auch für diese letzte Oper Verdis das nicht minder mitreißende Libretto verfasste.

Regisseur: David McVicar
Dirigent: James Conlon

Besetzung:
Carlos Alvarez (Falstaff)
Simon Keenlyside (Ford)
Jinxu Xiahou (Fenton)
Michael Laurenz (Dr. Cajus)
Herwig Pecoraro (Bardolfo)
Ryan Speedo Green (Pistola)
Olga Bezsmertna (Alice Ford)
Hila Fahima (Nannetta)
Monika Bohinec (Mrs. Quickly)
Margaret Plummer (Meg Page)
Luca Potskhishvili (Robin, Falstaffs Page)
Waltraud Eigner (Doll Tearsheet, eine Hure)

Orchester der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper, 2019


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