zeit.geschichte

Geheimnisse des Dritten Reichs: Himmlers Macht | Speers Täuschung | Das Geheimnis von U 513

Okkultismus, Wahn, Lügen und Verschwörungstheorien ranken sich um die Geheimnisse des Dritten Reichs.

zeit.geschichte: Geheimnisse des Dritten Reiches - Himmlers Macht

Dokumentation, 2015

zeit.geschichte: Geheimnisse des Dritten Reiches - Speers Täuschung

Dokumentation, 2011

Samstag, 18.5.2019, 22.45 Uhr
Wh. So 22.05 Uhr

Himmlers Macht

Dokumentation, 2015

Für Heinrich Himmler (1900-1945) war selbst das Private immer auch politisch. Seinen ersten sexuellen Kontakt hatte er mit 27, als er die sieben Jahre ältere Margarete Boden (1893-1967) kennenlernte. Ein Jahr später heirateten sie, doch die Leidenschaft kühlte schnell ab. 1937 trat eine neue Frau in Himmlers Leben: Hedwig Potthast (1912-1994), seine persönliche Sekretärin. Die Romanze musste geheim bleiben, auch wenn er für sich selbst die NS-Ideologie ins Feld führte: in Anlehnung an germanische Sitten gab er sich überzeugt, dass „rassisch einwandfreie“ SS-Männer das Recht auf eine Zweitfrau hätten.

Hedwig Potthast brachte zunächst einen Jungen, 1944 eine Tochter zur Welt. Auch seine SS-Leute ermutigte er, für Nachwuchs zu sorgen – innerhalb und außerhalb der Ehe. Ganz im Sinne des Ziels eines Großdeutschen Reiches mit 120 Millionen Menschen, das vom Atlantik bis zum Ural herrschen sollte. Wohin aber mit den Menschen, die bereits im Osten lebten? Sie sollten in dem 1941 entfesselten Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zugrunde gehen.

Im Barockschloss der Grafen Haugwitz in Niederschlesien machte 1945 ein Bibliothekar einen unglaublichen Fund: Überreste des von Heinrich Himmler 1935 erteilten „Hexen-Sonderauftrages des Reichsführers-SS“. 3.621 Mappen, bestehend aus 30.000 Karteibögen. Neuere Forschungen zeigen: sie waren Teil eines streng geheimen Plans Himmlers, der auf nicht weniger abzielte als die Zerstörung des Christentums.

Geheimnisse des Dritten Reiches

ORF/ZDF

Heinrich Himmler und Adolf Hitler, in Front von SA-Männern, Ort und Datum unbekannt.

23.35 Uhr

Speers Täuschung

Dokumentation, 2011

Albert Speer (1905-1981), der Baumeister und Aufrüster, gab der braunen Ideologie monumentale Formen in Stein und Beton. Im Gefolge des Tyrannen erlebte Speer als junger Architekt einen rasanten Aufstieg. Mitten im Krieg wurde er Manager der Rüstungswirtschaft. Hitler war begeistert von der Arbeit seines Ziehsohnes, der für ihn die „Welthauptstadt Germania“ erbauen sollte.

Beim Nürnberger Prozess verheimlichte Speer, wie er auf Kosten Hunderttausender Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge Hitlers „Rüstungswunder“ zu erreichen suchte. Zeit seines Lebens bestritt Speer, vom Holocaust gewusst zu haben – eine Lebenslüge. Erst lange nach dem Krieg wurde bekannt, wie sehr der Aufrüster tatsächlich in die Verbrechen des Regimes verstrickt war. Hätten die Nürnberger Richter das ganze Ausmaß gewusst, hätten sie wohl auch ihn zum Tode verurteilt. So belegt etwa ein jüngst entdecktes Schreiben Speers an SS-Chef Himmler vom 2. September 1941, dass das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass in erster Linie auf seine Initiative errichtet wurde. Natzweiler lieferte Steine für Speers Bauprojekte.

Nach seiner Entlassung aus der Haft machte der Architekt Karriere als Bestsellerautor über die Geschichte jenes Reiches, dem er so effizient wie überzeugt gedient hatte. 25 Jahre nach seinem Tod geriet Albert Speer noch einmal in die Schlagzeilen, als im Frühjahr 2006 ein Bild versteigert wurde, dessen Herkunft sich bis in seine angeblich verbrannte Kunstsammlung zurückverfolgen ließ. Diese eher zufällige Entdeckung brachte Licht in ein bis dahin völlig unbekanntes Kapitel der Speer-Biografie. Dass er sein Leben nach dem Krieg inklusive einer langjährigen heimlichen Geliebten in London auch mit Erlösen aus dem Verkauf geraubter jüdischer Kunst bestritt, ist ein Geheimnis, das erst jetzt gelüftet wurde.

Geheimnisse des Dritten Reiches

ORF/ZDF

Adolf Hitler überreicht Albert Speer den „Dr. Todt Ring“, Führerhauptquartier „Werwolf“ in der Ukraine.

Sonntag, 00.20 Uhr

Das Geheimnis von U 513

Dokumentation, 2012

„Wie ein Geisterschiff lag es vor uns“, erinnert sich Vilfredo Schürmann an den Augenblick, als er die ersten Bilder sah, die der Tauchroboter im März 2012 aus der Tiefe schickte. 9 Jahre lang hatten der deutschstämmige Brasilianer und sein Team in den Küstengewässern Brasiliens nach Spuren deutscher U-Boote gesucht, die dort vor 70 Jahren - seit dem Kriegseintritt Brasiliens auf Seiten der Alliierten - kreuzten. Nach jahrelanger Suche war er am Ziel: in 130 Metern Tiefe entdeckte Schürmann das Wrack von U 513, einem deutschen Langstrecken-U-Boot vom Typ IX C, das bislang als verschollen galt.

Geheimnisse des Dritten Reichs 
Das Geheimnis von U513

ORF/ZDF/Markus Ziegler

Vilfredo Schürmann

Die Grauen Wölfe

11 so genannte „Graue Wölfe“ sind von 1942 an im Südatlantik im Einsatz. Ihr Auftrag: alliierte Militärtransporter torpedieren und den Nachschub kriegswichtiger Güter nach Großbritannien und den USA unterbinden. Schon drei Jahre tobt die „Atlantikschlacht“. Zunächst sind die alliierten Geleitzüge den unsichtbaren Angreifern fast hilflos ausgeliefert. Doch dann rüsten die Westmächte auf, die deutschen U-Boote werden von Jägern zu Gejagten. Admiral Dönitz, der deutsche Oberbefehlshaber der Marine, sieht sich durch die großen Verluste gezwungen, die Geleitzugschlacht im Nordatlantik einzustellen. Der „Tonnagekrieg“ soll im Südatlantik weitergeführt werden.

U 513

Anfang 1942 wird U 513 in Dienst gestellt, im Mai 1943 übernimmt Kapitänleutnant Friedrich Guggenberger (1915-1988) das Kommando. Ein erfahrener Marineoffizier, von seinen Männern verehrt und von der NS-Propaganda als „U-Boot-Ass“ wegen der Versenkung des britischen Flugzeugträgers „Ark Royal“ gefeiert. Guggenberger nimmt Kurs gen Süden. Vor der Küste Brasiliens soll er Handelsschiffe torpedieren, denn das Land liefert neben Kaffee auch den kriegswichtigen Kautschuk. Ohne Gummi keine Reifen und somit kein Nachschub für die alliierten Truppen, so das Kalkül der Deutschen. U 513 versenkt fünf alliierte Schiffe. Doch am 19. Juli 1943 gerät das U-Boot ins Visier eines US-Marinefliegers. Den überraschten Deutschen bleibt keine Zeit zum Abtauchen - von Wasserbomben getroffen sinkt U 513 binnen weniger Sekunden. Von den 60 Besatzungsmitgliedern können sich nur sieben retten - unter ihnen Kommandant Guggenberger.

Geheimnisse des Dritten Reichs 
Das Geheimnis von U513

ORF/ZDF/Harald J. Braun

Friedrich Guggenberger, Kommandant von U-513, beobachtet die Lage über Wasser vor der Küste Brasiliens. (Nachgestellte Szene).

Es waren brasilianische Fischer, die 2010 entscheidende Hinweise auf das verschollene U-Boot gaben. Mehrmals hatten sich ihre Netze am Meeresgrund verfangen. Den zunächst noch sehr vagen Angaben geht Vilfredo Schürmann nach. Über 2 Jahre lang ist der Weltumsegler immer wieder mit seinem Team hinausgefahren, um den Meeresgrund mit einem Sonar abzuscannen.

Geheimnisse des Dritten Reichs 
Das Geheimnis von U513

ORF/ZDF/Markus Ziegler

In 130 Meter Tiefe entdeckte Schürmann das Wrack von U 513, einem deutschen Langstrecken-U-Boot vom Typ IX C, das bislang als verschollen galt.

Film von Oliver Halmburger


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • St. Germain und die Folgen

    Der neue ORF III-Dokuzweiteiler beschäftigt sich mit den deutschsprachigen Gebieten, die vor dem 10. September 1919 Teil der Republik Deutsch-Österreich waren. Journalisten blicken in diese Länder heute.

  • Der Rest ist Österreich - Der Vertrag von St. Germain und die Folgen

    Der Dokumentarfilm von Walter Seledec erzählt die Ereignisse von 1919 in Spielszenen und mit Originalaufnahmen nach.

  • Die Kriegsjahre in Österreich

    Anlässlich 80 Jahre Kriegsbeginn am 1. September 1939 widmet sich ORF III mit einem umfassenden Themenschwerpunkt dem Zweiten Weltkrieg. Der neue Doku-Zweiteiler „Die Kriegsjahre in Österreich“ blickt zurück auf die Jahre 1939-1945 und beschreibt das Leben der Menschen in Österreich während des Krieges.

  • Mit Hitler im Krieg (4/4) Unter fremden Fahnen

    Während des Zweiten Weltkrieges kämpften Deserteure der Wehrmacht und meist jüdische Flüchtlinge in den Reihen der Alliierten gegen das NS-Regime.