zeit.geschichte

Japan, sein Kaiser und die Armee

Am 15. August 1945 überträgt der Rundfunk die Ansprache, mit der Kaiser Hirohito den Zweiten Weltkrieg für beendet erklärt. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hörten die Japaner seine Stimme.

Samstag, 11.05.2019, 22.00 Uhr
Wh. So 05.40 Uhr und 23.45 Uhr

Kaiser Hirohito war von seiner Inthronisation 1926 bis zum Kriegsende 1945 unantastbar und heilig, das höchste Sinnbild der nationalen Einheit. Befehle erteilte er niemals selbst. Dazu bediente er sich eines komplexen, hierarchischen Systems. Alles geschah im Namen des Kaisers. Die Sondereinheit „Kamikaze“ zeigte, wie ergeben man dem Herrscher war. Ihre Mitglieder gingen soweit, dass sie sogar ihr eigenes Leben opferten. Nach den Bombardements auf Tokyo im März 1945 und der Eroberung der Insel Okinawa durch die Amerikaner, wusste Japan, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Dennoch wiesen die radikaleren Kräfte in der kaiserlichen Armee die Forderung der Potsdamer Erklärung vom 26. Juli 1945 nach einer bedingungslosen Kapitulation zunächst zurück.

Japan, sein Kaiser und die Armee

ORF/ARTE France

Kaiser Armee.

Sie wollen Garantien um den Kaiser zu retten. In der Zeitspanne von dieser Forderung bis zur Ansprache des Kaisers, starben noch Hunderttausende in diesem Krieg. Die Sowjetunion erklärte Japan den Krieg und besetzte sofort die Mandschurei, die Amerikaner warfen zwei Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki. 60 Jahre nach dieser Bewährungsprobe hat sich Japan zu einer Weltmacht entwickelt. Politisch und ökonomisch befand sich das Land lange im Schlepptau der USA, eingebettet in die Frontenideologie des Kalten Krieges. Zum einen musste Japan die Frage der eigenen Souveränität beantworten, zum anderen seine Position in der Weltpolitik neu definieren. Der Dokumentarfilm untersucht die Rolle der drei wichtigsten Aspekte im Rahmen der Neuausrichtung Japans nach dem Zweiten Weltkrieg, nämlich den Kaiser, die Verfassung und die Armee.

Japan, sein Kaiser und die Armee

ORF/ARTE France

Kaiserpalast.

Dokumentation, 2009


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Der Pazifikkrieg

    Die Doku-Trilogie „Der Pazifikkrieg” zeichnet jenen Konflikt nach, der nach dem Bombardement von Pearl Harbor zum blutigen Schauplatz des Zweiten Weltkriegs wurde und im zerstörerischen Atomangriff auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki endete.

  • 65 Jahre „Österreich ist frei!“

    Von 15. bis 17. Mai widmet sich ORF III den historischen Ereignissen rund um die Staatsvertragsunterzeichnung 1955 und den Abzug der Besatzungsmächte aus Österreich. Höhepunkte sind u. a. zwei Live-Sendungen am 15. Mai, inklusive Ansprache des Bundespräsidenten an die Nation, und die Doku-Premiere „Der Tag, an dem Österreich frei wurde“.

  • Ziemlich beste Kanzlerfreunde | Die Minister und ihre Skandale

    Regisseurin Iris Haschek beschäftigt sich in zwei Dokumentationen mit den persönlichen Beziehungen von Politikern und ihren Skandalen.

  • 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg"

    ORF III widmet dem Zeitgeschichte-Jubiläum einen umfassenden Programmschwerpunkt mit live Gedenkveranstaltungen, Dokumentationen, Diskussionsrunden und Spielfilmen. Am Sonntag um 20.15 Uhr die neue Dokumentation „Österreichs braune Flecken - Die Aufarbeitung der NS-Zeit nach 1945“.