zeit.geschichte

Der General, der Japan in den 2. Weltkrieg führte

ORF III blickt auf die jüngere Geschichte Japans, mit einem Schwerpunkt zur Rolle des Landes im Zweiten Weltkrieg, zurück.

Samstag, 11.05.2019, 20.15 Uhr
Wh. So 04.45 Uhr und 22.50 Uhr

Als am 7. Dezember 1941 die Japaner den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor angriffen, weitete sich der Zweite Weltkrieg auf zwei Kontinente aus: Asien und Amerika. Doch die Ursachen dieses Konflikts reichen weiter zurück. Zehn Jahre zuvor, im September 1931, hatte die japanische Armee die zu China gehörende Mandschurei überfallen. Das führte zu internationalen Protesten, die auch von den USA unterstützt wurden. Angeführt wurde der Überfall auf die Mandschurei von dem japanischen General Ishiwara Kanji. Der hatte bereits in den 1920er Jahren den Krieg prophezeit und begonnen, sein Land auf die Konfrontation mit Amerika und seinen Verbündeten vorzubereiten.

Der General, der Japan in den 2. Weltkrieg führte

ORF/ARTE

Im ultimativen japanisch-amerikanischen Krieg geht es um die Frage, welche Kultur die Überlegene ist. Es geht um den Entwicklungsweg der menschlichen Zivilisation und es wird um die Frage gekämpft, welche Kultur die überlegene ist - nach Isiwaras Auffassung ist die in zentral- und Westasien entwickelte Kultur aus dem Osten über Europa nach Amerika gewandert. Wenn sich im 20. Jahrhundert, die am weitesten entwickelten Kulturen bekämpfen, ist das der Endkampf.

Ishiwara war Enkel eines Samurai. Er galt als brutal und exzentrisch, als Foto-, Zeichen- und Kameratalent mit einem unbestreitbaren Sinn für Selbstinszenierung. Er war ein Kenner Deutschlands und hegte faschistische Überzeugungen. So war er, als Anhänger des Nichiren-Buddhismus die Theorie, davon überzeugt, dass eine Zeit massiver Konflikte nötig sei, bevor es zu einer Goldenen Ära der menschlichen Kultur kommen könne. Japan sah er als Vollstrecker dieses weltweiten Schicksals. General Ishiwara filmte und fotografierte seine Männer, seinen eigenen militärischen Alltag sowie sein Gesellschafts- und Familienleben. Seine Aufnahmen veranschaulichen den Pazifikkrieg als düsteres Kapitel der Menschheitsgeschichte aus dem Blickwinkel eines der Hauptbeteiligten. Der Dokumentarfilm wirft einen neuen Blick auf diesen Konflikt, die ihn auslösenden Faktoren und die allgemeingültigen Mechanismen in Zeiten schwerer Krisen.

Der General, der Japan in den 2. Weltkrieg führte

ORF/ARTE

Aus dem Tagebuch Ishiwaras: „es wird einen neuen Krieg geben zwischen Asien und dem Westen – einen unausweichlichen Krieg – er wird die Welt politisch einen und wir werden aus der Zerstörung als moralisch überlegene Macht hervorgehen - der asiatische Weg wird für die Welt besser sein, als der des Westens.“

Dokumentation, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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    Die Dokumentation von Helene Maimann erzählt anhand von Zeitzeugenberichten der Zivilbevölkerung und ehemaliger Bomberpiloten von den Luftangriffen, die ab dem 12. September 1944 Wien ereilten.

  • Die Luftschlacht um England

    Hitler wollte mittels Luftangriffen die Kapitulation Großbritanniens erzwingen und durch die Vernichtung der Royal Air Force die Herrschaft über den britischen Luftraum erringen. Doch Hermann Göring hatte die britische Flugabwehr und Flugzeugproduktion völlig falsch eingeschätzt.

  • Dresden in Flammen

    Februar 1945: trotz der völlig aussichtslosen Lage weigern sich die Nationalsozialisten aufzugeben. Die Alliierten hoffen, durch gewaltige Bombenangriffe die Deutschen zu demoralisieren und so die Kapitulation herbeiführen zu können. Der wohl verheerendste Angriff trifft Dresden.

  • Mauthausen vor der Tür: Zwangsarbeit für Rüstung und Industrie | Das Schicksal der Frauen

    In rd. 40 Außenlagern des KZ Mauthausen wurden die Häftlinge unter schrecklichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Dem Schicksal der weiblichen Opfer schenkte man u.a. aufgrund von Vorurteilen kaum Aufmerksamkeit. Erst in der jüngeren Vergangenheit begann man mit der Aufarbeitung.