Jesu letzte Tage

Der Schauspieler Hugh Bonneville geht in Jerusalem den Ereignissen, Figuren und Zusammenhängen der Woche vor dem Tode Jesu nach - sechs stürmische Tage, die den Weg für eine Religion bereiteten, zu der sich etwa ein Drittel der Weltbevölkerung bekennt.

Mythos Geschichte: Jesu letzte Tage

(Originaltitel: „Les Six derniers Jours du Christ“)↲
Dokumentation, 2017

Dienstag, 16.4.2019, 21.05 Uhr
Wh. 23.55 Uhr, Mi 23.35 Uhr,
Sa 03.20 Uhr

Mit Hilfe international renommierter Experten macht der Dokumentarfilm deutlich, warum der Einzug eines jüdischen Heilers und Predigers aus Nazareth vor 2.000 Jahren in Jerusalem derart brisant war, dass die Mächtigen im Land ihn eilends zum Schweigen bringen wollten. Die Ereignisse in den Tagen vor jenem ersten Osterfest sind vor allem in den Berichten der Evangelien überliefert. Daneben spielen aber auch andere Quellen für das Verständnis der Chronologie eine wichtige Rolle, so zum Beispiel Aufzeichnungen von Zeitzeugen und historische Funde.

Der römische Statthalter Pontius Pilatus wird in der Bibel als empfindsamer, Jesus nur widerstrebend verurteilender Richter dargestellt, in anderen zeitgenössischen Dokumenten hingegen als Rohling ohne Herz und Toleranz gegenüber allen, die es wagten, die politische Stabilität Jerusalems infrage zu stellen. Warum diese Widersprüchlichkeit?

Der Hohepriester Kaiphas und die religiöse Elite, die dem Jerusalemer Tempel vorstanden und für die Wahrung des Friedens zu sorgen hatten, dürften Repressalien Roms befürchtet haben, die eine charismatische Figur wie Jesus in der aufgeladenen Atmosphäre Jerusalems während des Passah-Festes hätte bewirken können. Judas gilt der Welt als Verräter schlechthin, doch Hugh Bonneville erinnert daran, dass er in den ursprünglichen Evangelien nicht immer als solcher erscheint und untersucht Argumente für seine Rehabilitation.

Jesu letzte Tage 
 
Originaltitel: Les Six derniers Jours du Christ

ORF/RTÈ

Hugh Bonneville auf Spurensuche in Jerusalem

Aus der ersten Karwoche der Christen erwuchs eine Religion, der sich heute rund zwei Milliarden Menschen zugehörig fühlen. Sie hat gleichzeitig aber auch ein bitteres Erbe hinterlassen und zu jahrhundertelangem Antisemitismus und Verfolgung geführt. Auch dieser Dualismus ist es, der Hugh Bonnevilles Neugier bei seinem Unterfangen beflügelt, den Zuschauern - ob sie nun an einen Gott glauben oder nicht - neue Einblicke in eine uralte Geschichte zu geben.

Hugh Bonneville ist vor allem als Schauspieler mit seinen Rollen als Earl of Grantham in „Downton Abbey“ und als Mr. Brown in den „Paddington“-Filmen. Weniger bekannt ist, dass er an der Universität Cambridge Theologie studierte und sich dabei besonders mit den Evangelien und mit Jesu Leben und Tod beschäftigt hat. „In Jerusalem verschmelzen Geschichte und Religion. Egal ob ich an Gott glaube oder nicht, der Tatsache, dass die letzten sechs Tage im Leben Jesu und sein Tod die Welt verändert haben, kann sich niemand verschließen. Ich befasse mich in dieser Sendung nicht mit der Religion, die diese Ereignisse hervorbrachten. Mich interessieren die Ereignisse selbst. Was geschah in der letzten Woche vor dem Tode Jesu, wie starb er, warum starb er und wer tötete ihn?“ sagt er.

Regisseure: Gerry Hoban und Roger Childs
(Originaltitel: „Les Six derniers Jours du Christ“)
Dokumentation, 2017