Themenmontag

Der unechte Jesus

Simon von Peraea nannte sich „König der Juden“, wurde von den Menschen verehrt und von den römischen Besatzern getötet. Seine Geschichte wird in der „Offenbarung des Gabriel“ erzählt. War er Jesus’ Vorbild?

Themenmontag: Der unechte Jesus

Dokumentation, 2012

Montag, 15.4.2019, 22.45 Uhr
Wh. Di 02.00 Uhr, Do 03.05 Uhr, Fr 00.50 Uhr

Er rief sich selbst zum „König der Juden“ aus, wurde von seinen Anhängern als der langersehnte Messias verehrt und wurde von den römischen Besatzern als politischer Aufrührer exekutiert. Sein Name: Simon von Peraea. Er starb vier Jahre vor der Geburt Jesu von Nazareth, wie der antike römisch-jüdische Historiker Flavius Josephus berichtet.

Die Parallelen sind auf den ersten Blick verblüffend - auch am Kreuz Jesu hing eine Tafel mit der Aufschrift: „Der König der Juden“. Dazu kommt ein weiteres Detail: eine zeitgenössische Steintafel, die Experten mit Simon in Verbindung bringen. Der jüdische Bibelforscher Israel Knohl will in der schwer lesbaren hebräischen Inschrift die Aufforderung des Engels Gabriel an Simon von Peraea erkennen: „In drei Tagen - lebe!“ Nach Knohls Interpretation würde dies bedeuten: Schon vor Jesus gab es einen Messias, der durch die Römer gewaltsam ums Leben kam und von dem die Anhänger überzeugt waren, er sei nach drei Tagen von den Toten auferstanden.

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/West Semitic Research

Der Jesus Stein.

War Simon von Peraea ein Vorbild für Jesus von Nazareth? Lässt die Forschung durch diese Erkenntnisse die Anfänge des Christentums in neuem Licht erscheinen? Hat Jesus von Nazareth das Schicksal des Simon von Peraea gekannt und ihn womöglich sogar zum Vorbild genommen? Dieser These geht die Dokumentation nach und prüft ihre Grundlagen. Dabei stoßen die Forscher auf brisante Fragen wie etwa: Ist die Steintafel, die als „Offenbarung Gabriels“ bekanntgeworden ist, womöglich eine Fälschung? Eine Inschrift mit Tinte auf Stein ist aus der Antike sonst nicht bekannt - und die besagte einzigartige Inschrift tauchte erst in den 1990er Jahren im Antiquitätenhandel auf. In dem Film machen sich Experten daran, diese Fragen mit den modernsten Methoden der Forschung zu klären.

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/Catherine Yrisarri

Professoren (li.) Byron McCane, Israel Knohl

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/Catherine Yrisarri

Professor Yuval Goren (Geologe)

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/Catherine Yrisarri

Pnina Shor, und Restauratorin Tania Treiger

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/Catherine Yrisarri

Jüdische Gräber auf dem Ölberg

Der unechte Jesus

ORF/ZDF Enterprise/Catherine Yrisarri

Nonne geht zum Eingang der heiligsten Stätte der Christen, die Kirche des Heiligen Grabes.

Dokumentation, 2012


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