QUANTENSPRUNG: Zeitumstellung | Die Doku „Künstliche Zeit und innere Uhr“

Ende März stellen wir unsere Uhren wieder um eine Stunde vor - vielleicht das letzte Mal. QUANTENSPRUNG beleuchtet die Auswirkungen der Zeitumstellung. Danach beschäftigt sich eine Dokumentation mit unserer inneren Uhr.

Quantensprung: Zeitumstellung

Wissensmagazin, 2019

Künstliche Zeit und innere Uhr

Dokumentation, 2015

Mittwoch, 13.3.2019, 21.55 Uhr

QUANTENSPRUNG: Zeitumstellung

Wissensmagazin, 2019

Die Zeitumstellung in Europa könnte bald Geschichte sein. Doch was bedeutet es eigentlich für Europa, wenn es nur noch „eine Zeit“ gibt und wo liegen die Vor- und Nachteile? Welche Auswirkungen hat die Umstellung auf eine einheitliche, ganzjährig gültige Zeit auf unseren Körper, unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, ebenso wie auf den Transitverkehr, den Tourismus und nicht zuletzt auf den Stromverbrauch? Letzteres war immerhin das Hauptargument für die Einführung der Aufteilung in Sommer- und Winterzeit in Österreich im Jahre 1979. War die Zeitumstellung nach erfolglosen Versuchen bereits 1916 und in den 1940er Jahren von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

Quantensprung 
Zeitumstellung

ORF/Clever Contents

Andreas Jäger, Kristin Tessmar-Raible

QUANTENSPRUNG widmet sich im März dieser doch großen Umstellung für Europa. Moderator Andreas Jäger trifft dazu die Chronobiologin Kristin Tessmar-Raible, den Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien, Christian Köberl, und den deutschen „Zeitmanager“ und Autor Jonas Geißler.

22.45 Uhr
Wh. Do 02.50 Uhr

Künstliche Zeit und innere Uhr - Wie unser Leben aus dem Takt gerät

Dokumentation, 2015

Lange Zeit von der traditionellen Wissenschaft belächelt, bietet die Chronobiologie in den letzten Jahren neue Ansätze zum Verständnis vieler bislang unerklärter Phänomene rund um das menschliche Leben und auch von Krankheiten. Die innere Uhr des Menschen sitzt im Gehirn. Von dort aus steuert sie die vielfältigen Biorhythmen des Körpers. Licht ist der Zeitgeber dieser Uhr. „Wenn wir Sonnenlicht betrachten, dann wird im Gehirn das Glückshormon Serotonin gebildet, und aus diesem Serotonin wird dann in der Nacht Melatonin gebildet,“ sagt Chronobiologe Maximilian Moser, „das ist das stärkste Antioxidant in unserem Körper, ... es fängt freie Sauerstoffradikale ein, die unsere Zellen schädigen würden. Wir altern schneller, wenn wir zu wenig Melatonin haben und durch den Schlaf werden wir jünger.“

Künstliche Zeit und innere Uhr 
Wie unser Leben aus dem Takt gerät

ORF/Langbein Partner Media GmbH

Prof. Maximilian Moser: „Die Variabilität, also die Bandbreite der Herz-Frequenz, ist ein Zeichen für die Regenerationsfähigkeit des Organismus.“

Unsere inneren Uhren ticken individuell und auch in den einzelnen Lebensphasen unterschiedlich. Wird das missachtet, leiden Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit.

Lerchen und Eulen
„Lerchen“ sind Menschen, deren Uhr etwas zu schnell geht, ihr innerer Tag entspricht etwa 24 Stunden, während bei den „Eulen“ der Rhythmus rund 25 Stunden beträgt. Lerchen stehen morgens zeitig auf, fühlen sich schnell munter, nicken dafür aber abends früher ein. Eulen dagegen sind Nachtmenschen und gehen vergleichsweise spät ins Bett. Viele Teenager - meist Eulen- quälen sich morgens nur mit Mühe aus dem Bett und sitzen apathisch in der Schulbank. Analysen zeigen: ihre morgendliche Leistungsfähigkeit ist im Keller. „Je später der Chronotyp, desto schlechter sind die schulischen Leistungen“, sagt Professor Moser.

Schichtarbeit als Rhythmus-Killer Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, haben ein höheres Risiko für Herzkrankheiten und Krebs. Das belegen Studien. Jahrelange Schicht- und Nachtarbeit verringert einer aktuellen Studie zufolge auch die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen. „Wenn man eine Nacht durchwacht, dann ist die Auswirkung nicht sehr dramatisch und man kann das in der nächsten Nacht recht gut wieder ausgleichen. Wenn’s aber mehrere Schichten hintereinander sind, dann beginnt schon eine gewisse Gefährdung“, so Prof. Moser.

Künstliche Zeit und innere Uhr 
Wie unser Leben aus dem Takt gerät

ORF/Langbein Partner Media GmbH

Sonnenaufgang

Lichtmangel macht krank
Die Menschen in den Industriestaaten verbringen die meiste Zeit in Innenräumen. Die normale Innenbeleuchtung liegt bei etwa 50 bis 500 Lux, das Licht im Freien beträgt zwischen 8.000 und 100.000 Lux. Wir leben also meist in „chronobiologischer Finsternis“. Die Folgen sind Schlafstörungen, Energielosigkeit, Verstimmungen oder sogar schwere Depressionen. Forscher des deutschen Max Planck-Institutes haben Lichtquellen entwickelt, die unseren Rhythmus erhalten helfen. Auch in den verschiedensten Therapieformen findet die Chronobiologie immer mehr Beachtung.

Für den Film begleiten Kurt Langbein und sein Team eine Flugcrew bei einem transkontinentalen Flug nach Tokio und Krankenschwestern bei der Nachtschicht. Jet-Lag und Schichtarbeit verlangen dem Körper viel ab und stellen Menschen in diesen Berufen vor große Herausforderungen. Der Film zeigt aber nicht nur die Probleme auf, sondern gibt auch Einblicke in Strategien, mit denen der körperlichen Herausforderung des „Lebens gegen die innere Uhr“ begegnet wird.

Dokumentation von Kurt Langbein


Weitere Sendungen dieser Reihe: