Erbe Österreich

Wien, wie es einmal war (1/3)

Wien hat viele Veränderungen durchgemacht. Vom Umbau während der Ringstraßenzeit, über den Abriss der Stadtmauern und den Ausbau der Außenbezirke bis in die Gegenwart. Teil 1 der ORF-III-Doku-Trilogie beschäftigt sich mit den historischen Veränderungen der Inneren Stadt.

Viele kennen sie noch, die Bilder des dicht befahrenen Grabens in der Wiener Innenstadt. Aber nicht nur, als die Einkaufsstraßen des ersten Bezirks zur Fußgängerzone erklärt wurden, hat Wien eine große Veränderung durchgemacht, das Stadtbild prägten mehrere „Häutungen“, die im Laufe der Zeit Wien zu dem machten, was es heute ist. Der neue ORF-III-Doku-Dreiteiler von Jonathan und Norman Vaughan zeigt die unglaublichen Veränderungen, die diese Stadt durchlebte und vielleicht noch durchleben wird. Angefangen beim Umbau während der Ringstraßenzeit, über den Abriss der Stadtmauern und den Ausbau der Außenbezirke bis in die Gegenwart und auch die nahe Zukunft.

Wien, wie es einmal war (1)

ORF/Vaughan Video

Teil eins beschäftigt sich mit den historischen Veränderungen der Inneren Stadt: es ist noch nicht lange her, da war die Kärntnerstraße befahren, Autos brausten nur wenige Meter an der Westfassade des Stephansdoms vorbei. 2018 wurde Wien von der Beratungsagentur Mercer zum 9. Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Das liegt vor allem am hervorragenden öffentlichen Nahverkehr in der Stadt - selten braucht man länger als eine halbe Stunde um von A nach B zu kommen. Das war nicht immer so. Das Stadtbild Wiens hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Das wohl beeindruckendste Beispiel dafür ist die Wiener City. Dort waren großflächige Fußgängerzonen vor nicht allzu langer Zeit noch unvorstellbar. Wo Menschen heute in der Innenstadt selbstverständlich in Straßencafés sitzen oder in der Kärntnerstraße flanieren, brauste in den 1970er Jahren noch der Autoverkehr durch.

Wien, wie es einmal war (1)

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Anders als in London oder Budapest, wurde der U-Bahnbau in Wien relativ spät umgesetzt. Nach den beiden Weltkriegen gab es für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zunächst kein Geld, der soziale Wohnbau hatte Priorität. Erst 1968 wurde der Spatenstich zur Realisierung des Bauvorhabens gesetzt. Zehn Jahre lang war der Stephansplatz Baustelle: wo auf der einen Seite des Platzes der Südturm des Wiener Wahrzeichens erhaben in den Himmel ragte, befand sich auf der anderen Seite des Platzes ein tiefes Loch - tiefste Stelle: rd. 30 Meter.

1978 wurde die Linie U1 von dem damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirschschläger (1915-2000) feierlich eröffnet. Viele Wienerinnen und Wiener wurden jedoch im Untergrund an die Erfahrungen der Luftschutzkeller im zweiten Weltkrieg erinnert. Der Aufenthalt in den U-Bahnstationen wurde als bedrohlich erlebt, sodass die Stadt Wien Testfahrten einrichtete, um die zukünftigen Fahrgäste mit dem neuen Transportmittel vertraut zu machen. Die anfängliche Skepsis verflog schnell und bald schon erkannten die Wienerinnen und Wiener, dass das neue Verkehrsmittel immense Vorteile hat und einen Zugewinn an Lebensqualität bedeutet. Was für viele Generationen einst schwer vorstellbar war, ist heute selbstverständlich: 2019 ist die U-Bahn aus dem Wiener Alltag nicht mehr wegzudenken.

Wien, wie es einmal war (1)

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Stephansdom

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Abends am Graben

Regie: Norman und Jonathan Vaughan
Doku-Reihe, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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