Heimat Österreich

Zuhaus’ im Defereggental - Leben von und mit der Natur

Regisseur Gebhard Hölzl erzählt in seiner Dokumentation vom Leben der Menschen im Defereggental.

Heimat Österreich: Zuhaus’ im Defereggental - Leben von und mit der Natur

Dokumentation, 2019

Mittwoch, 6.3.2019, 20.15 Uhr
Wh. 23.30 Uhr

Drei Orte - ein Tal: am Fuße gleißend schimmernder Dreitausender liegt das Defereggental. Es kann durchaus als abgelegen bezeichnet werden. Vielleicht ist es Österreichs am wenigsten bekanntes Tal. Diese Abgeschiedenheit macht die Gemeinden Hopfgarten, St. Veit und St. Jakob so attraktiv. Sommers wie winters. Für Wanderer, Bergsteiger, Skifahrer, Tourengeher. Der Erholungssuchende kommt hier, mitten im Nationalpark Hohe Tauern, zur Ruhe und kann Kraft schöpfen.

Wie ist es um die Menschen bestellt, die hier seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten leben? Bis 1965 - die ersten Tunnel und Galerien wurden da gebaut und die Zugangsstraße endgültig befestigt und sicherer gemacht - war das Tal immer wieder Tage- oder Wochenlang durch Lawinen, Steinschläge oder Muren von der Außenwelt abgeschnitten. Man war auf sich selbst gestellt, kein Weg führte hinaus oder hinein. Man musste sich selbst helfen, einander helfen, zupacken.

Zuhaus' im Defereggental - Leben von und mit der Natur

ORF/Pammer Film

Lawine 1937

Wie hat man gelebt? Wie überlebt?

Man hat genommen, was die Natur geboten hat, von den Alten gelernt und Traditionen weitergeführt. Was hat das Land hergegeben? Unten im Tal und oben auf dem Berg und im Wald? Landwirtschaft. Milchwirtschaft. Ein paar Schweine, Ziegen, Hühner, Mehl und Milch waren die Grundlage.

Und wie hat der Alltag da ausgesehen? Wie wurden die Festtage gefeiert? Auf wen hat man gehört? Welche Rolle hat der Pfarrer gespielt? Fragen über Fragen.

Regisseur Gebhard Hölzl ist für seine Dokumentation ins Defereggental gefahren - heute ein Ort der Moderne, Internet, World Wide Web. In wenigen Minuten bringen einen Skilifte hoch hinauf auf die Berge. Die Vergangenheit ist Geschichte. Der Tourismus hat’s möglich gemacht. Die klassischen bäuerlichen Strukturen gehören der Vergangenheit an. Das Leben hat sich geändert. Massiv. Doch hier erinnert man sich genau, wie es einmal war. Man ist sich seiner Traditionen wohl bewusst. Weiß, wo man her kommt, was man gegessen hat und wie es geschmeckt hat.

Zuhaus' im Defereggental - Leben von und mit der Natur

ORF/Pammer Film

Zuhaus' im Defereggental - Leben von und mit der Natur

ORF/Pammer Film

Holzer Dagobert 1923-1944, Otto 1928-1985, Traudl 1927-2004; Foto 1931

Vom Boden leben die Menschen heute noch. Nur anders. Die Speisen sind der Neuzeit angepasst. Gesund sind sie immer noch, nahrhaft, schmackhaft. Alteingesessene Bewohner von St. Jakob, vom Ortsteil St. Leonhard, erzählen über das Gestern und das Heute: der Albin, Albin Kleinlercher, Hausname „Oberweissen“, der seit über 30 Jahren das Gasthaus „Hittl“ betreibt, ein Mann der sich mit der Geschichte seines Heimatortes auskennt. Seine Tochter Monika, Köchin und Energiebündel, Fachfrau in Sachen Speis’ und Trank. Oder Ottilie Stemberger von der „Mühle“, Heimatpflegerin und Chronistin.

Dekan Reinhold Pitterle weiß wie es um seine Gemeinde bestellt ist, die Seniorin Maria Kleinlercher, genannt Lamberts „Moidele“ erinnert sich an ihre Jugend. An die erste Zahnbürste, die Schule. Wie auch die etwas jüngere Maria Ladstätter vom Haus „Gous“, genannt „Maya“, die die Frühstückspension „Rehblick“ betreibt, mit Mann Alfons aber immer noch in den Stall zu den Kühen geht. Nicht zu vergessen die Kräuterexpertin Christine Obkircher oder der umtriebige Erwin Leitner, gelernter Koch, der sein Hobby, die Kunst, zum Beruf gemacht hat. Ein Unikat, und „Unikat“ heißt auch sein Laden, in dem er u.a. seine Krippen und Jagdscheiben verkauft.

Zuhaus' im Defereggental - Leben von und mit der Natur

ORF/Pammer Film

Zuhaus' im Defereggental - Leben von und mit der Natur

ORF/Pammer Film

1965 - Bruggen-Brückenbereich und Holzer Futterhaus.

Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Ostern in und um Stübing

    Die Dokumentation von Wolfgang Niedermair zeigt, wie das steirische Stübing alte Osterbräuche und Traditionen wieder aufleben lässt. Heimatdichter Peter Rinner aus Gratkorn erzählt augenzwinkernd von alten Bräuchen in seiner Heimat.

  • Leben am Großglockner - Heimatklänge aus Kals in Osttirol

    In Kals am Fuß des Großglockners lebt man traditionell und typisch für Osttirol. Hans Jöchler erzählt die Geschichten der Menschen, unterlegt mit ihren schönsten Weisen und den Bildern ihrer Heimat.

  • Radieschenfest in Hall

    Der neue Dokumentarfilm von Christian Papke portraitiert gut gelaunt und musikalisch untermalt eines der knackigsten Feste Tirols in einer erfolgreichen Stadt und ihre Menschen.

  • Arbeit auf der Alm in den steirischen Alpen

    Wolfgang Scherz und Werner Huemer haben Arbeiterinnen und Arbeiter in den steirischen Alpen bei ihren täglichen Tätigkeiten begleitet. Sie waren u. a. bei der Stationsleiterin Brendlalm, bei der Harrer Hüttenwirtin, beim Sägewerk, beim Schwenden und blicken in die Vergangenheit der Holzknechte.