Erbe Österreich

So liebten die Habsburger (1/2) Mätressen, Obsessionen

Patrice Fuchs enthüllt in ihrer Dokumentation geheime Leidenschaften der Habsburger, die niemals publik hätten werden sollen... .

Erbe Österreich: So liebten die Habsburger (1/2) - Mätressen, Obsessionen

Dokumentation, 2019

Dienstag, 12.2.2019, 21.05 Uhr
Wh. 23.40 Uhr, Mi 02.55 Uhr und
23.40 Uhr

Auch die Habsburger waren nur Menschen, auch wenn die Ansprüche des Volkes an ihre Lebensführung sehr hoch waren. Als Herrscher mit Gottes Gnaden erwartete man sich zumindest, dass sich an die 10 Gebote gehalten wird. Doch nicht jeder fand im Ehebett allein das Ziel seiner Lust. Nicht jeder und nicht jede war dem jeweils anderen Geschlecht zugetan. Zwischen äußerem Anschein und gelebter Wirklichkeit taten sich bisweilen Welten auf, die mit allen Mitteln verborgen und totgeschwiegen wurden. So sollte die Welt niemals etwas von Erzherzog Ludwig Viktors homosexuellen Eskapaden, den Prostituiertenbesuchen Josephs II. und den lesbischen Anwandlungen einer seiner Ehefrauen erfahren. ORF III zeigt im ersten Teil dieser Neuproduktion die Leidenschaften der Habsburger, die niemals publik werden sollten.

So liebten die Habsburger (1/2) 
Mätressen, Obsessionen

ORF/Patrice Fuchs

Virgil Solis Badestube. Dort arbeiteten auch „Schlafweiber“, die sexuelle Dienste anboten.

Wenn es um Liebe und Ehe ging, fanden die Habsburger Arrangements, die sowohl kirchentreu als auch vergnüglich waren. Man heiratete, teilte nur nach Absprache das Ehebett und lebte ansonsten sein Leben. Die Männer hatten Affären und Nebenfrauen und auch die Frauen konnten sich gewisse Freiheiten herausnehmen - so lange sie nicht schwanger wurden. Nachdem der Herrschertitel weitervererbt wurde, war es sehr wichtig, wen man heiratete. Die „Primogenitur“ regelte, dass der älteste Sohn den Titel erbte. Die Braut konnte dafür Geld und gute Kontakte einbringen. Maria Theresia bekam 16 Kinder und jedes Kind sollte ihren Einfluss und Macht in Europa steigern. Jedes Jahr ein Kind - das war ihr Motto. Denn als Kinder der Monarchin hatten sie einen Wert, den man durch Hochzeiten aktivieren konnte.

Geheiratet wird in der Familie. Nur wer 16 adelige Vorfahren hat, kommt als Heiratskandidat in Frage. Viele Adelige leiden daher unter „Ahnenschwund“. Da ihre Eltern Geschwister sind, haben sie weniger Großelternpaare in ihrer Ahnentafel. Oft heiraten Cousinen, so auch Sisi und Franz Joseph. Ihre Mütter sind Schwestern und wollen ihre Kinder miteinander verkuppeln. Die Mutter von Franz Joseph, Sophie, hat Söhne und ihre Schwester Ludovika hat Töchter. Ein paar davon werden sich doch verlieben, oder?Und so kommt es. Zumindest vorerst. Sisi ist bald vom Kaiserinnen-Sein entzaubert und verzichtet auf die Ehre. Sie wird in den nächsten 44 Jahren 40 Jahre im Ausland verbringen.

So liebten die Habsburger (1/2) 
Mätressen, Obsessionen

ORF/Patrice Fuchs

Georg Markus gibt Einblicke in das Liebesleben der Habsburger.

Im 19. Jahrhundert fangen die Bürgerlichen an aus Liebe zu heiraten. Die Industrialisierung verändert die Gesellschaftsstruktur. Statt dem Lehnwesen, wird das Steuersystem eingeführt. Die Menschen arbeiten nicht nur als Handwerker oder in der Landwirtschaft. Es entstehen Berufe und Anstellungen. Sie sind nicht mehr gezwungen durch Heirat allein ihre Existenz abzusichern.

Das lässt auch bei den Habsburgern den Wunsch entstehen, aus Liebe statt Vernunft zu heiraten. Thronfolger Franz Ferdinand wird diesen Schritt setzen, denn er verliebt sich in die Gräfin Chotek. Sie ist zwar adelig aber nicht adelig genug für den Hof. Franz Joseph lässt die Hochzeit nur zu, wenn sich Franz Ferdinand dafür einverstanden erklärt, dass seine Kinder kein Recht auf den Thron haben.

Doch nur wenige Jahre später wird das alles keine Rolle mehr spielen. Die Lieblingsenkelin des Kaisers wählt einen radikalen Weg um auszudrücken, wie überholt sie die Habsburg´schen Hochzeitspolitik findet: sie heiratet einen Sozialisten.

Regisseurin: Patrice Fuchs
Dokumentation, 2019


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Im k.u.k. Luxuszug an die Adria

    Die Adria als Sehnsuchtsort entdeckten die Habsburger, als die Eisenbahn erstmals schnelle Reisen bis zum Mittelmeer erlaubte. Orte wie Abazzia (Opatia) entwickelten sich zum Mekka für Sommerurlauber. Viele Spuren der damaligen Lebenskultur haben sich entlang der Südbahn-Route erhalten.

  • Habsburg und die Alpen (2/2)

    Der Doku-Zweiteiler beleuchtet eine wenig bekannte Seite der Habsburger. Teil zwei begleitet u. a. Erherzog Johann durch die steirischen Alpen und taucht mit Kaiser Franz Josef in die Ischler Bergwelt ein.

  • Die Adria der Habsburger

    Die k.&.k.-Adria war der Sehnsuchtsort der vermögenden Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Mit der Südbahn reisten die Reichen und Mächtigen in ihr Sommerrefugium am Meer. Stephanie und Alfred Ninaus auf den Spuren des Lifestyles der damaligen Zeit.

  • Habsburg und die Alpen (1/2)

    Als die Habsburger die Alpen für sich entdeckten, erlebten die Berge einen Imagewandel: mit einem Mal waren Felswände und Sturzbäche en vogue und nicht mehr Teufelszeug.