zeit.geschichte

Skilegenden: Annemarie Moser-Pröll, Franz Klammer und Toni Sailer

Am Hahnenkamm-Wochenende erinnert die ORF-III-zeit.geschichte an Österreichische Skilegenden.

zeit.geschichte: Skilegenden - Annemarie Moser-Pröll

Dokumentation, 2017

zeit.geschichte: Skilegenden - Franz Klammer

Dokumentation, 2019

zeit.geschichte: Skilegenden - Toni Sailer

Dokumentation, 2009/16

Samstag, 23.1.2021, 20.15 Uhr
Wh. So 22.35 Uhr

Skilegenden: Annemarie Moser-Pröll

Dokumentation, 2017

Sie war die erfolgreichste österreichische Skirennläuferin aller Zeiten und Österreichs Sportlerin des Jahrhunderts. Die 1953 geborene Kleinarlerin Annemarie Moser-Pröll war bei ihrem ersten Gesamtweltcupsieg 17 Jahre jung. Zwölf Jahre lang dominierte sie mit sechs Gesamtweltcupsiegen, fünf Weltmeistertiteln, einem Olympiasieg und 62 gewonnenen Weltcuprennen den Skisport der 1970er Jahre. Erst 2015 wurde ihr Rekord an gewonnenen Skiweltcup-Rennen von Lindsey Vonn übertroffen.

Moser-Pröll selbst spricht von einer wunderschönen Karriere, die geprägt war von großen Siegen und bitteren Niederlagen. Das Geheimnis ihres Erfolgs war wohl ihre Zielstrebigkeit und eiserne Disziplin im Training. Die Bedingungen im Skirennsport waren damals viel schwieriger als heute: es gab deutlich weniger Rennen, der Super-G war noch nicht erfunden und auch Sicherheitsnetze gab es nicht.

Annemarie Moser-Pröll ist stolz auf ihre Wurzeln. Als eines von acht Kindern wuchs sie auf einem Bergbauernhof in Kleinarl auf. Die ersten Skier fertigte ihr Vater aus Dachschindeln an. Einer ihrer Entdecker und Förderer war ÖSV Trainer-Legende Charly Kahr. Auch Sportreporter Heinz Prüller sah sehr früh das große Talent der Annemarie Moser-Pröll. Kahr und Prüller zählen bis heute zu ihren engsten Freunden. Im Zuge der Dreharbeiten zu dieser ORF III-Dokumentation brachte Regisseur Robert Altenburger Heinz Prüller, Charly Kahr und Annemarie Moser-Pröll zusammen.

Regie: Robert Altenburger

Skilegenden - Annemarie Moser-Pröll

ORF/Degn-Film

Annemarie Moser-Pröll

21.00 Uhr
Wh. So 23.20 Uhr

Skilegenden: Franz Klammer

Dokumentation, 2019

Franz Klammer ist einer der ganz Großen des österreichischen Skisports: Olympiasieger, fünffacher Gewinner des Abfahrtsweltcups und mit insgesamt 25 Abfahrtssiegen der bis heute erfolgreichste Skirennläufer in dieser Disziplin.

Der am 3. Dezember 1953 im Kärntner Mooswald geborene Rennläufer wuchs in ländlichen Verhältnissen auf und arbeitete als Holzknecht, um sich seinen Sport leisten zu können. Als 18-Jähriger fuhr er bereits erste Abfahrtsrennen. Schon damals zeigte er auf gefährlichen Strecken wie der Planai in Schladming oder der Streif in Kitzbühel hohe Risikobereitschaft. Während seine Konkurrenten reihenweise stürzten, gewann er die ersten Abfahrtsrennen. Der riskante Fahrstil wurde zu Klammers Markenzeichen.

Bei der Heim-Olympiade in Innsbruck 1976 lastete enormer Druck auf ihm. Österreich erwartete vom „Kaiser Franz“ eine Goldmedaille in der Abfahrt. Am Tag des Rennens standen in Österreich die Uhren still. In Büros, Gaststätten und Schulen wurden Fernsehgeräte aufgestellt, um bei Klammers Lauf live dabei zu sein. Das Rennen war an Spannung kaum zu überbieten, denn nach der ersten Zwischenzeit lag Klammer noch hinten und setzte dann alles auf eine Karte, um doch noch den Sieg zu holen.

Skilegenden - Franz Klammer

ORF/Degn Film/Felix Altenburger

Franz Klammer

Für die ORF-III-Reihe „Skilegenden“ traf Robert Altenburger den Meister der Abfahrt und sprach mit Freunden, wie Werner Grissmann, dem Journalisten Sigi Bergmann und Ehefrau Eva Klammer. In diesem sehr persönlichen Portrait erzählt Franz Klammer von seinen Anfängen im Skisport, seiner Lebenseinstellung und von persönlichen Schicksalsschlägen, wie dem schweren Unfall seines jüngeren Bruders Klaus. Franz Klammer steht auch für einen Skirennläufer, der lernte mit Niederlagen umzugehen. Nach einem Formtief schaffte er 1984 das, was viele nicht mehr für möglich gehalten hatten: er gewann die Abfahrt auf der Streif zum vierten Mal. Er krönte damit seine Karriere, wurde von der Ski-Nation hochgejubelt - und gab kurz darauf seinen Rücktritt bekannt. Danach feierte er Siege im Motorsport und wurde österreichischer Tourenwagenmeister, gründete ein eigenes Modelabel und setzte sich mit seiner „Klammer Foundation“ für die Rehabilitation verletzter Spitzensportler ein. Bis heute ist der Vater von zwei erwachsenen Töchtern international als Konsulent im Skisport tätig. Er selbst meint, er hätte nie gedacht, „dass eine Goldmedaille mein ganzes Leben verändern wird.“

Skilegenden - Franz Klammer

ORF/Degn Film/Felix Altenburger

Franz Klammer, Werner Grissmann

Regie: Robert Altenburger

21.50 Uhr
Wh. Mo 00.55 Uhr

Skilegenden: Toni Sailer

Dokumentation, 2009/16

Toni Sailer (1935-2009) ist heute einer der umstrittensten Stars der österreichischen Skigeschichte. Mit drei olympischen Goldmedaillen und sieben Weltmeistertiteln zählt er zu den weltweit erfolgreichsten Skirennläufern. Besonders die Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d’Ampezzo wurden zur Einmann-Show, bei der Sailer in Slalom, Riesenslalom und Abfahrt olympisches Gold holte.

Nach seiner aktiven Skikarriere startete Sailer eine Laufbahn als Schlagersänger und Schauspieler. Von 1972 bis 1976 war Sailer Cheftrainer und technischer Direktor des ÖSV. In diese Zeit fallen auch die Vorwürfe aus dem Jahr 1974: in Zakopane soll Toni Sailer eine junge Polin missbraucht haben. Die gegen ihn erstattete Anzeige soll damals bewusst vertuscht worden sein. Anfang 2018 tauchten die Akten des Vorfalls in den heimischen Medien auf und führten zu heftigen Debatten über den Umgang mit dem Skiidol Toni Sailer.

skilegenden und pistengefahren

ORF/Ali Schafler

Toni Sailer


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Irak - Zerstörung einer Nation

    ORF III zeigt in deutschsprachiger Erstausstrahlung die neue 4-teilige Dokumentationsreihe von Jean-Pierre Canet. Erstmals gibt ein Film umfassende Einblicke in die weltpolitischen Zusammenhänge der 40 Jahre dauernden Zerstörung des Irak.

  • Gulag - Stalins Lager des Terrors

    Der Gulag, ein Netz sowjetischer Straf- und Arbeitslager, wurde im Jahr 1918 ins Leben gerufen und viele Jahrzehnte lang geheim gehalten und geleugnet. Die Doku-Reihe beleuchtet in drei Teilen die Geschichte dieses grausamen Zwangsarbeitssystems.

  • Stalin in Farbe

    Die Dokumentation zeichnet den rasanten Aufstieg des georgischen Schustersohnes Josef Dschughaschwili zu einem der mächtigsten Männer der Welt nach. Seltene Archivbilder aus seinem Umfeld, von Experten aufwendig nachkoloriert, geben Einblick in das System Stalin.

  • ORF-Legenden: Gunther Philipp

    Gunther Philipp gehörte mit 147 Film- und Fernsehrollen zu den beliebtesten und meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielern. Als Autor verfasste er 21 Drehbücher.