Erlebnis Bühne mit Barbara Rett

Maria Callas: Ein Leben für die Oper

Die Dokumentation zeichnet ein persönliches Portrait der Diva, von ihrer Kindheit in New York über den Beginn ihrer Karriere in Griechenland, bis zur Wandlung vom hässlichen Entlein in eine attraktive strahlende Erscheinung.

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: Maria Callas: Ein Leben für die Oper

Filmportrait, 1987↲
Originaltitel: „Maria Callas: Life and Art“

Sonntag, 2.12.2018, 20.15 Uhr

Die Callas ist immer noch Maßstab für alle Sängerinnen unserer Zeit. Maria Callas hatte mit Abstand die berühmteste Sopranstimme des 20. Jahrhunderts. Heute vor genau 95 Jahren, am 2. Dezember 1923, wurde die „Diva assoluta“ in New York geboren.

Maria wurde zur Legende, glücklich wurde sie nicht. Sie starb 1977 in Paris, 12 Jahre nachdem sie zum letzten Mal auf einer Opernbühne gestanden hatte. Freunde und Wegbegleiter geben intime Einblicke in ihre Zusammenarbeit mit “der Callas“. Die Dokumentation zeigt außerdem Probenmitschnitte aus „Norma“, „Tosca“, „Cavalleria Rusticana“ und Konzerten in Paris und Tokio.

Der Film offenbart die unergründliche Doppelnatur der Callas. Sie ist die strahlende Heldin der großen Bühnen der Welt, von der Mailänder Scala über die Metropolitan Opera bis zur Pariser Oper, die Künstlerin, die sich mit harter Arbeit und eisernem Willen ihre Rollen erarbeitet. Und sie ist die ungeliebte Tochter ihrer Mutter, die emotional Abhängige, die in Aristoteles Onassis (1906-1975) ihren Traumprinzen sieht. Am Ende verliert sie nicht nur ihre große Liebe sondern auch ihre Stimme.

Maria Callas: Ein Leben für die Oper 
 
Originaltitel: Maria Callas: Life and Art

ORF/C Major/Cecil Beaton

Maria Callas

Biografie

Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulos wird am 2. Dezember 1923 als Tochter griechischer Einwanderer in New York geboren. Ihre Mutter hat auf die Geburt eines Sohnes gehofft und wird ihre zweite Tochter nie richtig akzeptieren. Der Vater, Yorgos Kalogeropoulos, ist Apotheker. Aus geschäftlichen Gründen ändert er seinen Namen um in Callas. Nach der Wirtschaftskrise von 1929 wird er Handelsvertreter. Er kümmert sich wenig um die Familie und nimmt es auch mit der ehelichen Treue nicht so genau. 1937 lassen sich die Eltern scheiden, und die Mutter kehrt mit ihren beiden Töchtern zurück nach Athen. Maria ist weit nicht so hübsch wie ihre ältere Schwester und extrem kurzsichtig. Doch ihre Mutter erkennt früh ihr besonderes Talent und möchte, dass Maria ihren eigenen Traum von einer großen Bühnenkarriere verwirklicht.

Mit 16 Jahren beginnt Maria, am Athener Konservatorium Gesang zu studieren. Dort trifft sie auf die große spanische Sängerin Elvira de Hidalgo, die ihr eine solide Grundlage vermittelt. Nach mehreren kleineren Auftritten hat sie am 21. Januar 1941 ihr erstes professionelles Operndebüt als Beatrice in „Boccacio“ von Franz von Suppé. Im August 1942 singt sie zum ersten Mal die Tosca bei einer Aufführung im Athener Sommertheater am Klafthmonos-Platz. 1944 kehrt sie in die USA zu ihrem Vater zurück.

Maria Callas

ORF/Telmondis/Teatro della Scala

Maria Callas

In New York versucht sie zunächst vergeblich Arbeit zu finden, schließlich bringt ihr die Begegnung mit Giovanni Zanatello Engagements in Italien, beim Opernfestival in Verona, auf dem sie 1947 Ponchiellis „La Gioconda“ unter der Leitung von Tullio Serafin gibt. Um diese Zeit nimmt sie auch definitiv den neuen Namen ihres Vaters an, aus Maria Kalogeropoulos wird Maria Callas.

Maria Callas mit Maestro Tullio Serafin in Mailand 1953

ORF/Telmondis/Publifoto - Olycom

Maria Callas mit Maestro Tullio Serafin in Mailand 1953

Im Juni 1947 lernt sie ihren späteren Ehemann und Manager kennen, den italienischen Industriellen und Opernliebhaber Battista Meneghini. In Florenz singt sie im Jahr darauf zum ersten Mal, unter Leitung von Tullio Serfain, eine ihrer Glanzrollen, die gallische Priesterin Norma der gleichnamigen Oper von Vicenzo Bellini. Sie wird zu der Zeit eher als dramatischer Sopran eingestuft. Sie singt Wagner, Verdi, Puccini - Isolde, Brunhilde, Kundry, Turandot und Aida. Ab 1951 tritt sie zum ersten Mal in Mexiko auf, 1954 gibt sie ihr Debüt in Chicago, 1956 an der Metropolitan Opera in New York. Sie ändert ihr Repertoire, übernimmt Rollen, die leichteren Sopranstimmen vorbehalten sind. In diese Zeit fällt ihr erster Auftritt als Lucia di Lammermoor.

1951 beginnt auch ihr Engagement an der Mailänder Scala, der Höhepunkt ihrer Karriere als Operndiva. In dieser Zeit lernt sie Luchino Visconti kennen. Visconti, ein großer Opernliebhaber, ist so begeistert von der Callas, dass er für sie zum Opernregisseur wird. Fünf Opernproduktionen entstehen aus dieser Zusammenarbeit: „La Vestale“, „La Somnambula“, „La Traviata“, „Iphigenie auf Tauris“ und „Anna Bolena“.

1957 verliebt sich Maria Callas in den griechischen Schiffsmagnaten Aristoteles Onassis. Sie beginnt eine Affäre mit ihm, trennt sich von ihrem Ehemann. Ihre Hoffnungen auf eine Heirat mit Onassis werden jedoch 1968 enttäuscht, als dieser Jacqueline Kennedy ehelicht.

Im Januar 1958 kommt es zum Skandal um die römische „Norma“-Aufführung, da sie in Anwesenheit des italienischen Staatspräsidenten nach der legendären Arie „Casta Diva“ die Vorstellung abbricht, mit der Begründung, dass sie die Stimme verlassen habe. Am 19. Dezember 1958 feiert sie ihr Debüt in Frankreich an der Pariser Oper. Im Mai 1964 tritt sie ein letztes Mal in einer spektakulären Zefirelli-Neuinszenierung als Norma in Paris auf. Trotz stimmlicher Probleme ist die Aufführung zunächst ein Erfolg.

Am 29. Mai 1965 bricht sie bei der fünften „Norma“-Aufführung überraschend auf der Bühne zusammen. Ihre letzte Vorstellung gibt sie schließlich am 5. Juli 1965 mit „Tosca“ im Londoner Covent Garden. Am 16. September 1977 stirbt sie im Alter von 54 Jahren an Herzversagen in ihrem Pariser Appartement.

Filmportrait, 1987
Originaltitel: „Maria Callas: Life and Art“


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • „Winterklang Werfenweng“: Michael Schade singt Bach

    Die unverwechselbare Musik von Johann Sebastian Bach wird dabei mit der winterlichen Landschaft von Werfenweng zusammengeführt. An der Seite von Startenor Michael Schade singen Sophie Karthäuser, Christian Immler, Katharina Magiera und der Salzburger Bachchor. Das Bach Consort Wien spielt unter der Leitung von Rubén Dubrovsky.

  • Weihnachten mit den Wiener Sängerknaben | Die Wiener Sängerknaben - Wege in die Ferne

    Barbara Rett präsentiert den berühmtesten österreichischen Knabenchor mit Weihnachtsliedern aus mehreren Jahrhunderten und auf Welt-Tournee.

  • Anna Netrebko und Yusif Eyvazov in concert

    Das Power-Paar der Klassik, Anna Netrebko und Yusif Eyvazov, waren 2016 zu Gast in Tokyo. Unter der musikalischen Leitung von Jader Bignamini, begleitet vom Tokyo Philharmonic Orchestra, präsentierten Netrebko und Ehemann Eyvazov beliebte Duette aus ihrem Opernrepertoire.

  • Frauen voran! Dirigentinnen erobern die Welt

    Barbara Rett stellt in einer musikalischen Tour d’horizon die wichtigsten Dirigentinnen vor, die derzeit die Musikwelt begeistern. Davor, um 19.15 Uhr: „Maestras - Der lange Weg der Dirigentinnen ans Pult“.