treffpunkt medizin

30 Jahre St. Anna Kinderkrebsforschung

Im Rahmen des Wissenschaftsschwerpunkts „Forschen heilt Krebs“ zeigt ORF III die filmische Bestandsaufnahme von Markus Voglauer und Andreas Fermitsch über die österreichische Institution, die weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen im Kampf gegen Kinderkrebs zählt.

treffpunkt medizin: Der Krebs hat Angst vor mir - 30 Jahre St. Anna Kinderkrebsforschung

Dokumentation, 2018

Mittwoch, 21.11.2018, 21.55 Uhr
Wh. Do 03.20 Uhr, Sa 04.15 Uhr

Wien erfährt in der Kinderkrebsforschung und das St. Anna Kinderspital im Speziellen weltweit Beachtung, denn Österreich liegt europaweit an der Spitze der Heilungsraten. Die klinische Erfahrung und die intensive Forschung der letzten 30 Jahre haben dazu beigetragen, die Entstehung und den Verlauf bei Kinderkrebserkrankungen besser zu verstehen. Das klinisch tätige Personal unter der ärztlichen Leitung von Univ.Prof. Dr. Wolfgang Holter arbeitet eng mit den rund 70 Forschern des St. Anna Kinderkrebsforschungsinstitutes zusammen.

90 Prozent Heilung bei Kindern und Jugendlichen

In Österreich erkranken jährlich rund 250 Kinder und Jugendliche an Krebs. Ihre Überlebenschancen haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Mittlerweile können bis zu 90 % von ihnen geheilt werden. Ein wesentlicher Faktor der Therapie ist: Kinder sind keine Erwachsenen. Das heißt, Krebserkrankungen beim Kind sind aufgrund des raschen Wachstums von „entarteten“ Zellen, die keine Funktion mehr übernehmen, besonders problematisch und speziell zu behandeln. Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten arbeiten Hand in Hand. Sie sind für die ganze Familie da. Auch wenn die Energie eines Kindes nicht reichen sollte, um den harten Weg der Therapien bis zum guten Ende durchzustehen. Dann ist auch das Abschied nehmen Teil der Arbeit. Doch der Blick ist immer nach vorne gerichtet, das berichten in der einfühlsamen Dokumentation auch Betroffene, die heute erwachsen sind.

dreharbeiten im st. anna Kinderspital

ORF/ORF III

Dreharbeiten im St. Anna Kinderspital

Eine weitere Problematik in der Behandlung ist die Medikation. Denn es gibt bislang noch keine eigens für Kinder entwickelten Medikamente, es gibt nur Anpassungen in Dosierung und Anwendung bereits zugelassener Arzneien. Das bedeutet, dass Ärzte, um Kinder heilen zu können, Medikamente einsetzen, die eigentlich für diese nicht zugelassen sind, weil sie nur an Erwachsenen ausreichend getestet und für deren Anwendung frei gegeben wurden. Für die Forscher und Mediziner ein ständiger Spannungsbereich: auf der einen Seite die erfolgreiche Krebstherapie und auf der anderen Seite harte, faktenorientierte Statistik und strenge Regularien.

Einzigartig ist in St. Anna auch, dass die Infrastruktur der Kinderkrebsforschung ausschließlich durch Spenden finanziert wird.

Dokumentation, 2018


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