100 Jahre Republik

Baumeister der Republik: Leopold Figl, Bruno Kreisky und Kurt Waldheim

ORF III porträtiert einige der wichtigsten Politiker der Ersten und Zweiten Republik. Leopold Figl war der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik, Bruno Kreisky lebte für die Sozialdemokratie, und mit Kurt Waldheim war das Land mit seiner Vergangenheit in der NS-Zeit konfrontiert.

zeit.geschichte: Baumeister der Republik - Leopold Figl

Doku-Reihe, 2017

zeit.geschichte: Baumeister der Republik - Bruno Kreisky

Doku-Reihe, 2017

zeit.geschichte: Baumeister der Republik - Kurt Waldheim

Doku-Reihe, 2016

Sonntag, 4.11., 20.15 Uhr
Wh. Mo 04.00 Uhr

Leopold Figl - Kanzler des Wiederaufbaus

Doku-Reihe, 2017

Leopold Figl (1902-1965), der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik, Außenminister und späterer Landeshauptmann von Niederösterreich hat nach 1945 wesentlich zur Entwicklung des Österreichbewusstseins und der nationalen Identität beigetragen. Mit seinem berühmten Satz „Österreich ist frei!“ nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages im Schloss Belvedere sicherte er sich den verdienten und bleibenden Platz in den österreichischen Geschichtsbüchern. Das zehnjährige Jubiläum zur Unterzeichnung des Staatsvertrages hat er nicht mehr erlebt, denn eine Woche davor, am 9. Mai 1965, starb Figl, der wie kaum ein anderer österreichischer Politiker in der öffentlichen Erinnerung bis heute präsent geblieben ist.

Baumeister der Republik

ORF

Leopold Figl

21.05 Uhr

Bruno Kreisky - Ein Leben für die Sozialdemokratie

Doku-Reihe, 2017

Das Leben von Bruno Kreisky (1911-1990) repräsentiert die politische Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert. Schon in den 1920er Jahren ist er politisch aktiv und engagiert sich in der Jugendbewegung der österreichischen Sozialdemokratie. Er wird Augenzeuge der politischen Unruhen zwischen den Verbänden der Heimwehr und des sozialistischen Schutzbundes, erlebt den Bürgerkrieg 1934 und dessen Folgen mit Parteiverbot und Verfolgung.

Seine politische Karriere im Nachkriegsösterreich beginnt 1951 als Berater von Bundespräsident Körner. Er nimmt als Staatssekretär bei den abschließenden Verhandlungen zum Staatsvertrag teil und wird unter Kanzler Raab in der Koalitionsregierung Außenminister. In den Jahren der ÖVP-Alleinregierung unter Josef Klaus wird er Parteivorsitzender der SPÖ, erneuert das Parteiprogramm und wird nach vorgezogenen Neuwahlen 1971 Bundeskanzler mit absoluter Mehrheit, nachdem er ein Jahr zuvor bereits eine Minderheitsregierung gegründet hatte. Die folgenden 12 Jahre Alleinregierung - auch die „Ära Kreisky“ genannt - sind geprägt von einer Vielfalt sozialer Reformen, die das gesellschaftliche Leben in Österreich grundlegend ändern.

Die politische Karriere Bruno Kreiskys gilt nicht nur aufgrund seiner über 30-jährigen Tätigkeit in Staatsfunktionen als herausragend in der Geschichte der Zweiten Republik, sondern auch durch seinen persönlichen, gesundheitsraubenden Einsatz für das soziale Wohlergehen seiner Heimat - einem Leben für die Sozialdemokratie.

Baumeister der Republik

ORF

Bruno Kreisky

Die von Peter Grundei gestaltete Dokumentation wirft einen Blick auf Kreiskys politisches Leben bis zu seinen Alterstagen, die er - von Krankheit geschwächt - in seinem Haus auf Mallorca verbringt. Neben Interviews mit seinen politischen Weggefährten Hannes Androsch, Josef Taus, Peter Jankowitsch, Erhard Busek, Wolfgang Petritsch, u.a. ergänzen die Erinnerungen von Kreisky-Karikaturist Gustav Peichl, Schauspielerin Erika Pluhar und der langjährigen Büro-Mitarbeiterin Margit Schmidt das Portrait.

22.10 Uhr

Kurt Waldheim - Der einsame Präsident

Doku-Reihe, 2016

Kaum ein Bundespräsident Österreichs war so umstritten wie Kurt Waldheim (1918-2007). Der einstige Berufsdiplomat und Außenminister wurde - unterstützt von der ÖVP - 1986 nach einer Stichwahl mit dem SPÖ-Kandidaten Kurt Steyrer (1920-2007) zum sechsten Bundespräsidenten der Zweiten Republik gewählt.

Baumeister der Republik 
Kurt Waldheim

ORF/Pammer Film

Kurt Waldheim

Der Wahlkampf war überschattet vom „Fall Waldheim“, der die österreichische Innenpolitik erschütterte und auch die Weltöffentlichkeit bewegte. Recherchen des Nachrichtenmagazins „profil“ brachten ans Licht, dass Waldheim in seiner kurz vor dem Wahlkampf erschienenen Autobiografie „Im Glaspalast der Weltpolitik“ bezüglich seines Verhaltens während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs gelogen hatte. Die Regierung setzte daraufhin eine internationale Historikerkommission ein, um Waldheims Tätigkeiten während des Krieges zu untersuchen und zu dokumentieren. Die Historiker attestierten ihm zwar „kein persönliches schuldhaftes Verhalten“ und „keine Beteiligung an Kriegsverbrechen“, stellten jedoch fest, dass Waldheims eigene Darstellung lückenhaft und teilweise falsch war. Der Ruf des Bundespräsidenten war zerstört. Ein ehemaliger UN-Generalsekretär beschimpfte ihn als „Nazi-Schlächter“, aufgrund eines Eintrages in der US-„Watchlist“ war Waldheim die Einreise in die USA verwehrt.

Der „Fall Waldheim“ markierte aber auch einen Wendepunkt im Verhältnis Österreichs zur NS-Zeit und prägte dadurch die Geschichte der vergangenen Jahre entscheidend mit. Kurt Waldheim verzichtete nach seiner Amtszeit, die 1992 endete, auf eine neue Kandidatur.

Baumeister der Republik 
Kurt Waldheim

ORF/Pammer Film

Kurt Waldheim

Dokumentation, 2016


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Krieg vor der Haustür: Tirol im 1. Weltkrieg | Frontland Kärnten

    Die Dokumentation von Georg Laich gibt anhand von selten gezeigten Aufnahmen und Aufzeichnungen von Zeitzeugen einen Einblick in das Leben an und hinter der Front des sog. „Bergführerkrieges“. Helga Suppan besucht in ihrem Film Kriegsschauplätze in und um Kärnten.

  • Die Schlacht von Verdun

    Die Dokumentation erzählt nahezu durchgehend in Originalbildern von der zehn Monate dauernden Kriegshölle in Verdun und beleuchtet die Motive für die äußerst brutale Menschen- und Materialschlacht.

  • Trauma, Träume und Tragödien - Ein Friedensvertrag und seine Folgen

    „Schandvertrag“, „Siegerdiktat“, „Knebelpapier“: Das waren noch die höflichen Prädikate für die Friedensverträge mit Österreich nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. 1919 legten die Siegermächte die staatspolitische und geografische Neuordnung Österreichs fest.

  • Arisierung: Der große Raubzug | Die verlorenen Jahre

    Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde die jüdische Kultur in Wien ausgelöscht. Bis dahin war sie fixer Bestandteil - Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft waren - besonders in der Zeit der Jahrhundertwende - von den Wiener Juden geprägt.