ORF III zeit.geschichte am Nationalfeiertag

Auf den Spuren der Republik (3+4/4) 1966-1989 und 1989-2018

Der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer präsentiert die Geschichte der Republik Österreich in den Jahren 1966 bis 2018.

zeit.geschichte: Auf den Spuren der Republik 1966 - 1989 (3/4)

Doku-Reihe, 2018

zeit.geschichte: Auf den Spuren der Republik 1989 - 2018 (4/4)

Doku-Reihe, 2018

Samstag, 26.10.2019, 21.55 Uhr
Wh. Mo 00.30 Uhr

Auf den Spuren der Republik (3/4) 1966-1989

Doku-Reihe, 2018

Teil drei der ORF-III-Doku-Reihe begleitet Heinz Fischer von der Ära Kreisky über die Anfänge der Grünbewegung in Zwentendorf und Hainburg bis hin zur Waldheim-Affäre und dem Aufstieg Jörg Haiders (1950-2008).

In ORF III geht Heinz Fischer dem Prager Frühling nach – jener Phase liberaler Reformen in der Tschechoslowakei, die im August 1968 mit dem Einmarsch der sowjetischen Armee beendet wurde. Auch in Österreich startete mit der Ära Kreisky 1970 eine Zeit progressiver Reformen. Heinz Fischer selbst stand Bruno Kreisky (1911-1990) in wichtigen Funktionen zur Seite und erzählt in Kreiskys Wohnzimmer von dem wohl prägendsten Politiker der Zweiten Republik. Außerdem besucht Fischer die Industrieruine des Atomkraftwerks Zwentendorf, wo Kreisky 1978 eine seiner größten Niederlagen einstecken musste. Dafür feierte die Ökologiebewegung ihren ersten großen Sieg. Die erfolgreiche Verhinderung des Kraftwerkbaus in der Hainburger Au 1984 brachte ihr Zulauf. 1986 schafften Die Grünen als politisches Sprachrohr den Einzug in den Nationalrat.

Auf den spuren der Republik 1966-1989

ORF/Pammer Film

Bruno Kreisky

Im selben Jahr wurde Österreich auch von seiner NS-Vergangenheit eingeholt. Im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs von Kurt Waldheim (1918-2007) war Österreich gezwungen, sich endlich seiner Geschichte zu stellen. Waldheims Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier und SA-Mitglied warf die Frage nach der Verantwortung der Österreicher an den Nazi-Verbrechen auf. Diese Frage sollte das Land die kommenden Jahrzehnte immer wieder beschäftigen - nicht zuletzt auch durch den Aufstieg Jörg Haiders und seinem immer wieder höchstproblematischen Geschichtsbild.

22.45 Uhr
Wh. Mo 01.20 Uhr

Auf den Spuren der Republik (4/4) 1989-2018

Doku-Reihe, 2018

Im vierten und letzten Teil der Dokumentarreihe folgt Heinz Fischer der aufregenden Zeit vom Zusammenbruch der Sowjetunion bis ins Jetzt.

Der Fall des Eisernen Vorhangs und der EU-Beitritt Österreichs 1995 führen Österreich ins Zentrum Europas. Die Verhandlungen zum EU-Beitritt sind enorm intensiv, ihr erfolgreicher Abschluss wird ausgiebig gefeiert. Im Gespräch mit damaligen Entscheidungsträgern durchlebt Heinz Fischer noch einmal die entscheidenden Momente.

In anderen Teilen Europas herrscht dagegen erbitterter Krieg. Der Zusammenbruch Jugoslawiens führt zu einem jahrelangen bewaffneten Konflikt im Südosten Europas und treibt Hunderttausende in die Flucht. Österreich leistet umfassende Hilfe und bietet vielen Menschen eine neue Heimat, die Österreicherinnen und Österreicher spenden insgesamt 80 Millionen Euro an die Aktion „Nachbar in Not“. Gleichzeitig wird das Flüchtlingsthema auch zum Politikum: die FPÖ unter Jörg Haider macht mit ihrem „Ausländervolksbegehren“ Stimmung gegen ausländische Menschen im Land. Als Reaktion darauf ruft die Organisation „SOS Mitmensch“ zum Lichtermeer auf: 200.000 bis 300.000 Menschen folgen dem Aufruf und sprechen sich in der größten Demonstration der österreichischen Geschichte gegen Fremdenfeindlichkeit aus.

Ausländerhass bewegt Österreich jedoch auch in den Folgejahren, als der Rechtsextreme Franz Fuchs (1949-2000) mit einer Briefbombenserie Österreich in Angst und Schrecken versetzt. Er kann 1997 verhaftet werden.

Das Jahr 2000 bringt, begleitet von lauten Protesten, erstmals eine ÖVP-FPÖ-Regierung unter dem eigentlichen Wahldritten Wolfgang Schüssel. Die nächsten Jahre verlaufen turbulent, unter anderem kommt es zur Spaltung der FPÖ. 2006 beginnt dann eine Reihe großer Koalitionen, die erst 2017 mit der Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition endet.

Kurioses bringt die Bundespräsidentenwahl 2016. Zuerst wird die Stichwahl wegen Verstößen gegen das Wahlgesetz aufgehoben, dann sorgen Pannen für eine Verschiebung der Stichwahlwiederholung. Letzten Endes wird Alexander Van der Bellen im Dezember 2016 zum neuen Bundespräsidenten gewählt und somit zum Nachfolger Heinz Fischers.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Österreich II: Ein Volk, ein Reich - kein Österreich | Heim aus dem Reich

    Wie ergeht es den ÖsterreicherInnen, als es kein Österreich mehr gibt und was geschieht beim sogenannten Anschluss im März 1938? Und danach: Hoffnungen und Rückschläge 1946 und die Frage, welchen Anteil Österreich an diesem Krieg hatte.

  • Österreich II: Was tun mit Österreich? | Der Rest war Österreich

    Die legendäre Dokumentationsreihe von Hugo Portisch und Sepp Riff (1928-2000) beschreibt in der 2. Staffel den Weg Österreichs ab 1946 - die Jahre der Besatzung und den Weg in die Unabhängigkeit sowie die Entwicklung, die zur Annexion Österreichs durch Hitler geführt hat.

  • Der Pazifikkrieg

    Die Doku-Trilogie „Der Pazifikkrieg” zeichnet jenen Konflikt nach, der nach dem Bombardement von Pearl Harbor zum blutigen Schauplatz des Zweiten Weltkriegs wurde und im zerstörerischen Atomangriff auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki endete.

  • 65 Jahre „Österreich ist frei!“

    Von 15. bis 17. Mai widmet sich ORF III den historischen Ereignissen rund um die Staatsvertragsunterzeichnung 1955 und den Abzug der Besatzungsmächte aus Österreich. Höhepunkte sind u. a. zwei Live-Sendungen am 15. Mai, inklusive Ansprache des Bundespräsidenten an die Nation, und die Doku-Premiere „Der Tag, an dem Österreich frei wurde“.