ORF III zeit.geschichte am Nationalfeiertag

Auf den Spuren der Republik (1+2/4) 1918-1938 und 1945-1966

Im Rahmen des ORF-III-Programmschwerpunkts zum Nationalfeiertag zeigt ORF III die vierteilige Doku-Reihe aus dem Jahr 2018, in der Altbundespräsident Heinz Fischer die Geschichte Österreichs von 1918 bis 2018 beleuchtet.

zeit.geschichte: Auf den Spuren der Republik 1918 - 1938 (1/4)

Doku-Reihe, 2018

zeit.geschichte: Auf den Spuren der Republik 1945 - 1966 (2/4)

Doku-Reihe, 2018

Samstag, 26.10.2018, 20.15 Uhr
Wh. So 22.55 Uhr

Auf den Spuren der Republik (1/4) 1918-1938

Doku-Reihe, 2018

Im ersten Teil begibt sich Heinz Fischer in die Gründungsjahre der Ersten Republik. Er folgt dem Übergang Österreichs von der Monarchie zur Demokratie und zeichnet das Ende der mehr als 600-jährigen Habsburgerherrschaft über Österreich nach. Fischer besucht die Originalschauplätze der turbulenten Anfangsjahre der stark geschrumpften „Republik Deutschösterreich“. Denn vom habsburgischen Vielvölkerstaat mit einer Gesamtbevölkerung von rd. 50 Millionen Einwohnern blieben „Restösterreich“ gerade einmal 7 Millionen.

auf den spuren der republik

ORF/Pammer Film/Wolfgang Winkler

Heinz Fischer im Gespräch mit Historiker Gerhard Botz auf der Terrasse des Justizpalasts.

Heinz Fischer beleuchtet auch die großen Konflikte der Ersten Republik. Beim Justizpalast stellt sich die Frage, wieso die Gräben zwischen den verschiedenen politischen Lagern immer größer wurden – letztlich so groß, dass die Demokratie und mit ihr die Republik am Ende daran zerbrachen. Denn die ökonomische Not und die autoritären Tendenzen der herrschenden Christlichsozialen unter Engelbert Dollfuß (1892-1934) führen Österreich geradewegs in die Diktatur. Spätestens im Zuge der blutigen Auseinandersetzungen im Februar 1934 wird die Demokratie in Österreich abgeschafft. Heinz Fischer nimmt die bürgerkriegsähnlichen Februarkämpfe 1934 unter die Lupe und geht der Frage nach, was sie bedeuteten.

Nach der Ermordung von Engelbert Dollfuß durch die Nationalsozialisten im Juli 1934 versucht Kurt Schuschnigg (1897-1977) Österreich als unabhängigen Staat zu bewahren. Doch vergeblich, denn am 12. März 1938 marschiert die deutsche Wehrmacht unter dem Jubel vieler Österreicher und Österreicherinnen ein – und Österreich hört für sieben lange Jahre auf zu existieren.

21.05 Uhr
Wh. So 23.40 Uhr

Auf den Spuren der Republik (2/4) 1945-1966

Doku-Reihe, 2018

Im zweiten Teil zeichnet Heinz Fischer den Weg des wiederauferstandenen Österreichs nach, vom Ende der Nazi-Herrschaft bis in die politischen Konflikte der 1960er-Jahre. Er zeigt, wie aus den Trümmern der unmittelbaren Nachkriegszeit die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik geformt wurde.

Im Karl-Renner-Museum in Gloggnitz beschäftigt er sich eingehend mit dem schwierigen Unterfangen, das Karl Renner (1870-1950) als provisorischer Staatskanzler im Jahr 1945 verfolgte. Ihm gelang es, das besetzte und von Nazi-Terror und Krieg gebeutelte Österreich in stabile politische Verhältnisse zu führen. Die Verbrechen der Nazi-Herrschaft und ihrer willigen, auch österreichischen Vollstrecker schwinden jedoch allzu rasch aus dem Gedächtnis der jungen Republik. Stattdessen treiben Marshallplan und Sozialpartnerschaft den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbau rasch voran. Bis zur Erlangung des Staatsvertrages bleibt Österreich jedoch noch Spielball im Machtkampf der alliierten Besatzungsmächte.

Im Schloss Belvedere geht Heinz Fischer der Unterzeichnung des Staatsvertrages nach. Dieser stellte 1955 Österreichs volle Unabhängigkeit wieder her. Österreich war nun frei, an seinen östlichen Grenzen begann jedoch bereits der Machtbereich der Sowjetunion. Das mussten auch die progressiven Kräfte Ungarns 1956 erfahren, als der Einmarsch der sowjetischen Truppen in Budapest die Hoffnung auf Selbstständigkeit und Reformen zerstörte. Hunderttausende Ungarn flohen vor den Sowjets. Fast 200.000 von ihnen nach Österreich, wo sie unkompliziert und solidarisch versorgt wurden, wie ein Zeitzeuge berichtet.

In Österreich dagegen dauerte es bis in die 1960er, ehe es politisch wieder richtig brodelte. Das nazistische Gedankengut einiger Österreicher war nach 1945 nur notdürftig zugedeckt worden, nun brach es im Rahmen der Borodajkewycz-Affäre eruptiv hervor. Heinz Fischer spielte damals selbst eine wichtige Rolle in der Aufdeckung der Affäre und erläutert die Hintergründe dieses breiten gesellschaftlichen Konflikts.


Weitere Sendungen dieser Reihe: