zeit.geschichte

Hitlers Frauen: Leni Riefenstahl - Die Regisseurin

Die Dokumentation beleuchtet wie Leni Riefenstahl sich die Vorteile des NS-Systems zunutze machte und damit ihre eigene filmische Karriere vorantrieb.

zeit.geschichte: Hitlers Frauen: Leni Riefenstahl - Die Regisseurin

Dokumentation, 2001

Samstag, 14.03.2020, 22.00 Uhr
Wh. So 09.50 und Mo 00.10 Uhr

Die Frau, die vor der NS-Zeit bereits eine erfolgreiche Karriere als Schauspielerin und Tänzerin durchlaufen hatte, sollte zur prominentesten Regisseurin des neuen Staates avancieren. Zwei Filme drehte Leni Riefenstahl (1902-2003) über die Selbstdarstellung des Systems, die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg. Während der über den Reichsparteitag 1933 „Sieg des Glaubens“ noch nicht ganz ausgereift erschien, inszenierte sie ein Jahr später mit „Triumph des Willens“ eine Propagandaschau, die ihresgleichen suchte. Mit bisher nicht gekannten Kameraperspektiven setzte sie Hitler in Szene und produzierte ein Bild der Partei von einem scheinbar homogenen Ganzen, das sich in endlosen Marschkolonnen und Vorbeimärschen zeigte. Bis heute gehören die Aufnahmen von Nürnberg zu den am meisten gezeigten Bildern des NS-Staates.

Leni Riefenstahl

ORF/ZDF

Joseph Goebbels (2.v.li.), Leni Riefenstahl (3.v.l.), Magda Goebbels (2.v.re.).

Wenngleich die Parteitagsfilme bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt wurden, so wurden Riefenstahls Filme über die Olympischen Spiele 1936 mit nationalen und internationalen Titeln geradezu überschüttet. Im Auftrag des Internationalen Olympischen Kommitees drehte sie die gelungene Selbstdarstellung der ersten deutschen Diktatur, die der Welt gleichsam ein vermeintlich friedliebendes Regime suggerierte, obwohl es zum Krieg strebte.

Leni Riefenstahl, die nach dem Krieg vor allem mit ihren Fotografien über die Nuba-Afrikaner für Aufsehen sorgte, hat es seither nie vermocht, ihre persönliche Rolle im Dritten Reich richtig einzuordnen. Fragen nach ihrer Beziehung zu Hitler und Goebbels begegnete sie mit der stereotypen Antwort, nur Dokumentarfilmerin gewesen zu sein; künstlerischer „Effekte“ habe sie sich freilich bedient.

Dokumentation, 2001


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