Heimat Österreich

Der Geschmack der steirischen Toskana

Die Dokumentation von Wolfgang Niedermair ist eine amüsante Reise in die steirische Toskana, zu Charakter-Köpfen, wie sie nur dort gedeihen.

Heimat Österreich: Der Geschmack der steirischen Toskana

Dokumentation, 2018

Mittwoch, 28.8.2019, 20.15 Uhr
Wh. Do 09.45 Uhr, Fr 10.50 Uhr,
Mo 10.50 Uhr

Jedes Jahr im Herbst zieht die steirische Toskana die Menschen in ihren Bann: die steilen Hügel des Sausals, die prächtigen Farben, die neuen Weine der Saison, die Kastanien und der Sturm.

Die Gegend an der Grenze zu Slowenien ist mit Sonnenstunden gesegnet wie nur wenige andere Flecken in Österreich. Zypressen gleich ragen Pappeln in die Höhe und verleihen dem Land das Flair der Toskana, wenn auch viele Bewohner der Region die Bezeichnung nicht lieben. Man sollte die italienische Toskana lieber die italienische Südsteiermark oder den italienischen Sausal nennen, meinen sie.

Der Geschmack der steirischen Toskana

ORF/EMB Media

Die steirische Toskana.

Die Menschen hier sind Originale und legen großen Wert auf ihre Kultur. Die Brüder Bernd und Stefan Nauschnegg betreiben in Leibnitz ein Lokal, in dem sie eine „echte“ Küche propagieren - ohne Convenience- und Fertigprodukte. Sie backen nicht nur ihr eigenes Brot, machen die eigenen Nudeln, sie halten sich sogar am Dach ihres Hotels Bienen für den eigenen Honig. Nicht weit von ihnen, in Pichla bei Mureck, sammelt der Steirer Gerhard Seher Häuser. Keine Modelle, er kauft alte Häuser, die als Brennholz enden sollen, zerlegt sie und baut sie bei sich auf seinem Grundstück wieder auf. Aus Liebe zum alten Kulturgut. 25 Häuser hat er in den letzten Jahren gesammelt, will immer wieder damit aufhören, erkennt aber, wenn er wieder fertig ist, dass er nicht anders kann. „Es ist eine Sucht“, sagt er.
Nur wenige Minuten entfernt befand sich bis in die sechziger Jahre ein legendärer Buschenschank, die „Petroleum-Bar“, betrieben von der Mutter des Altbauern vom Obsthof Welser. Damals gab es dort noch Ribiselwein - dafür keinen Strom und keinen Kühlschrank.

Vom „dicken Walter“, so nennt er sich selbst, erfahren wir, warum Kastanien und Sturm die perfekte Kombination ergeben: „Die Kastanie stopft, und der Sturm reißt.“ Er selbst ist ein Stehaufmandl, lässt sich nicht unterkriegen. Selbst ein schwerer Arbeitsunfall, der ihn in die frühe Pension stieß, ließ ihn nicht aufgeben. Den Unfall konnte er nicht rückgängig machen, die Pension schon.

Der Geschmack der steirischen Toskana

ORF/EMB Media

Maroni beim dicken Walter, Grottenhof

Kunsttischler Manfred Perl lebt in Höch und hat bereits zum zweiten Mal den höchsten Klapotetz der Welt gebaut.
Gertrude Strohmaier hat gemeinsam mit einem Tierarzt herausgefunden, wie man Hähne mit Kräutern ruhig stellt, und bietet als erste den Kräuter-Kappaun an. Während anderswo die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet werden, leben ihre sieben bis acht Monate länger - ein entspanntes und liebevolles Leben.

Der Geschmack der steirischen Toskana

ORF/EMB Media

Der größte Klapotetz der Welt.

Der Geschmack der steirischen Toskana

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Stefan und Bernd Nauschnegg - Restaurant und Hotel Alte Post, Leibnitz

Der Geschmack der steirischen Toskana

ORF/EMB Media

Gerhard Seher, Handwerkerdörfl, Pichla bei Mureck.

Dokumentation, 2018


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