Land der Berge

Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

Die Nockberge stellen im Alpenraum aufgrund ihrer sanften Formensprache und ihrer geologischen Vielfalt eine Seltenheit dar. Wilde Natur und uralte Bergbauernkultur prägen den Charakter des Nationalparks, der mitten in Österreich eine geradezu exotische Landschaft bildet.

Land der Berge: Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

Dokumentation, 2013

Mittwoch, 11.07.2018, 21.05 Uhr
Wh. Do 00.50 Uhr, Fr 02.25 Uhr
und Sa 09.45 Uhr

Es ist eine Landschaft, sanft und weich, ohne bizarre Grate und steile Flanken, und doch ist sie ein Herzstück der Alpen - mit Gipfeln weit über 2.000 Meter, viele Wochen im Jahr über den Wolken. Ob Mirnock, Klomnock oder Tschiernock, ob Kamplnock, Rosennock oder Rinsennock, ob ein Dutzend weiterer Nocken - der Biosphärenpark Nockberge ist ein außergewöhnliches Stück Österreich, eine uralte Kulturlandschaft, die durch ihre Artenvielfalt Lebensraum einer besonderen Tierwelt ist.

Die Nocken, die riesigen Gipfelkuppen der Nockberge, bis oben mit Gras und Kräutern bewachsen, sind eine Seltenheit im Alpenraum. Die Alpen selbst gelten als junges Gebirge, aber hier wurde bei der Gebirgsfaltung eine gewaltige Urgesteinsmasse an die Erdoberfläche gedrückt, kristallines Gestein aus Schiefer und Gneis. Das war vor 300 Millionen Jahren - heute ist es ein nährstoffreicher Boden für die vielfältige Pflanzenwelt dieses Gebirges. Nur an wenigen Stellen werden die sanften Landschaften von scharfem Fels zerrissen, schroffe Kare zeichnen dort ein markantes Profil in die Landschaft: Ein helles Kalkband durchschneidet die Nockberge von Norden nach Süden.

Universum
Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Nockberge

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Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Sonnenaufgang

Wenn im Frühjahr die Sonne an Kraft zulegt und der Schnee nass und weich wird, kriechen die kleinen Bergmolche aus ihren frostsicheren Erdlöchern. Der Steinadler durchsucht die Felswände nach Beute. Verschlafene Murmeltiere sind an diesen Tagen leichter Fang. Kurz und intensiv ist der Frühling in den Nockbergen. Die leuchtenden Blüten von Enzian, Kuhschelle oder Alpenglöckchen sorgen für eine Fülle an frischen Farben. Das besondere Klima - hier treffen feucht-milde Strömungen vom Süden und kalte Fronten aus dem Norden aufeinander - und der reichhaltige Boden der Nockberge begünstigen die große Artenvielfalt. Typisch für die offenen Schieferfluren der Gipfelkuppen ist ein seltenes Kraut: das Wulfens Mannsschild. Diese ungewöhnliche Primelart bevorzugt kalkarme Böden und ist fast ausschließlich auf den Nockbergen zu finden.

Universum
Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Hirsch

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Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Steinadler

Die Nockberge erstrecken sich über Kärnten, Salzburg und Steiermark und sind Teil der Gurktaler Alpen. In dieser Gegend ist die Bezeichnung Nock für „Kuppe“ gängig, bis zu 2.400 Meter erreichen die höchsten Nocken (der Eisenhut, mit 2.441 Metern der höchste, liegt in der Steiermark). Seit sich im Dezember 1980 nicht weniger als 94 Prozent der Kärntner Bevölkerung für den Schutz dieser einzigartigen Naturlandschaft ausgesprochen haben und die Nockberge erst Nationalpark waren und nun Biosphärenpark sind, ist der Auerhahn Symbol dieser Schutzlandschaft. Für Wanderer gibt es ein Netz von moderaten und gut markierten Wanderwegen. Aber auch Autofahrer/innen sind aus den Nockbergen nicht ausgesperrt: Die 35 Kilometer lange Nockalmstraße zwischen Innerkrems und Ebene Reichenau gilt als eine der schönsten Alpenstraßen Österreichs.

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Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Bergmäher am Falkert

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Nockberge - Land zwischen Himmel und Erde

ORF/dreiD/Johannes Pötscher

Nockberge

Dokumentation, 2013


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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    Die Dokumentation führt zur beliebten Kletterroute der Delagokante. Erkundet wird außerdem ein kleiner See, der von faszinierender Natur umgeben ist – den Vajolettürmen, der Laurinswand und dem Rosengarten.

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    Die Hochtäler Südtirols sind einzigartige Kulturlandschaften, die durch den Fleiß der Bergbauern geschaffen wurden und dank ihrer langen Abgeschiedenheit bis heute erhalten blieben.

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    Das Bergland im Südosten Oberösterreichs ist heute das größte Waldgebiet der Nördlichen Kalkalpen – und nahezu unbesiedelt.