zeit.geschichte „10. Todestag von Peter Alexander“

ORF-Legenden: Gunther Philipp

Gunther Philipp gehörte mit 147 Film- und Fernsehrollen zu den beliebtesten und meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielern. Als Autor verfasste er 21 Drehbücher.

ORF Legenden 
Gunther Philipp

ORF

Gunther Philipp

Samstag, 13.2.2021, 21.05 Uhr

Starkomiker, Arzt, Rennfahrer und Rekordschwimmer: Gunther Philipp (1918-2003). Mit seinem Namen verbindet ein Millionenpublikum die Erinnerung an einen der unverwechselbaren Star-Komiker des deutsch-österreichischen Nachkriegsfilms.

Geboren wurde Gunther Placheta, so sein bürgerlicher Name, 1918 im heutigen Rumänien. Zur Schule ging er in Innsbruck und Wien, als begnadeter Schwimmer hält er 14 Jahre lang den österreichischen Rekord im 100-m-Brust-schwimmen.

Als 1938 die Nationalsozialisten in Österreich die Macht ergreifen, studiert Gunther Philipp Medizin. Bereits im Sommer 1938 sucht er um Mitgliedschaft bei der NSDAP an - die Gründe dafür sind ungeklärt. Gunther Philipp ist während des Kriegs Student an der „Reichshochschule für Musik“, das spätere „Max Reinhardt Seminar“. Wie sehr er sich schon damals vom Theater angezogen fühlt, belegt ein sehr persönlicher Feldpostbrief von einem der brutalsten Kriegsschauplätze in der Ukraine, wo er stationiert war. 1949 beendet er seine medizinische Laufbahn und widmet sich ausschließlich dem Film und der Bühne. Er avanciert zum Star-Komiker des deutsch-österreichischen Nachkriegsfilms.

Mit der Kabarett-Formation „Die kleinen Vier“ mit Peter Wehle, Eva Leiter und Fred Kraus geht er erfolgreich auf Deutschland-Tournee. Im selben Jahr dreht Gunther Philipp auch seinen ersten Kinofilm „Kleiner Schwindel am Wolfgangsee“, dem bis Mitte der 1970er Jahre noch 150 folgen sollen. Darunter Kultklassiker wie „Mariandl“, „Die Deutschmeister“ und die „Abenteuer des Grafen Bobby“ unter der Regie von namhaften Regisseuren wie Franz Antel, Ernst Marischka und Rolf Olsen.

Seine vielleicht größte Leidenschaft aber ist der Motorsport. Ende der 1950er Jahre gründet Philipp einen eigenen Rennstall und startet in der Gran Tourismo-Klasse. In den 1960er Jahren wird er mehrmals österreichischer Staatsmeister. Nach dem Ende seiner aktiven Renn-Laufbahn bleibt er dem Motorsport als Journalist für den ORF und der Presse treu. Daneben spielt er erfolgreich Theater, schreibt Lustspiele, tritt in zahlreichen Fernsehshows auf und moderiert Fernsehsendungen und Magazine.

Die Dokumentation von Regina Nassiri und Georg Schütz zeigt neue Seiten von Gunther Philipp - abseits des Klischees des Komikers.

Künstlerportrait, 1977/2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Gulag - Stalins Lager des Terrors

    Der Gulag, ein Netz sowjetischer Straf- und Arbeitslager, wurde im Jahr 1918 ins Leben gerufen und viele Jahrzehnte lang geheim gehalten und geleugnet. Die Doku-Reihe beleuchtet in drei Teilen die Geschichte dieses grausamen Zwangsarbeitssystems.

  • Stalin in Farbe

    Die Dokumentation zeichnet den rasanten Aufstieg des georgischen Schustersohnes Josef Dschughaschwili zu einem der mächtigsten Männer der Welt nach. Seltene Archivbilder aus seinem Umfeld, von Experten aufwendig nachkoloriert, geben Einblick in das System Stalin.

  • Fernsehlegenden: Vico Torriani

    Er war zu seiner Zeit ein ganz Großer: der aus dem Schweizer Engadin stammende Schlagersänger, Schauspieler und TV-Showmaster Vico Torriani. Die TV-Legende moderierte die erste Farb-TV-Show des deutschsprachigen Fernsehens.

  • Krisen, Morde, Bürgerkriege

    Am Samstag beleuchtet die ORF III in vier Dokumentationen Bürgerkriege, die unser Land vor allem in der Zwischenkriegszeit prägten. „Krisen, Morde, Bürgerkriege“ befasst sich mit den Folgen des Ersten Weltkriegs.