Kunst und Kultur

Was schätzen Sie..?

Anlässlich des 100. Todesjahres von vier der wichtigsten Künstler der Wiener Moderne begibt sich Karl Hohenlohe in einer Sonderausgabe von „Was schätzen Sie..?“ auf die Suche nach Originalen aus der Wiener Werkstätte.

Was schätzen Sie..?

Antiquitätenmagazin, 2018

Dienstag, 29.5.2018, 20.15 Uhr
Wh. Mi 01.50 und 04.55 Uhr,
Fr 03.35 Uhr

Schönheit und Abgrund: 2018 feiert Wien die Moderne. Vor 100 Jahren starben vier der wichtigsten Protagonisten aus dem Fin de Siècle: Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser. Anlass für eine Sonderausgabe von " Was schätzen Sie..?", die zur Gänze im Zeichen der Wiener Moderne steht: Karl Hohenlohe und sein Team begeben sich auf die Suche nach Originalen aus der Wiener Werkstätte, Tabatièren eines der bedeutendsten Kunsthandwerker Österreichs, Biedermeier-Sesseln mit orakelhafter Formensprache und heiligen Skulpturen von vergessenen Heldinnen der österreichischen Design-Geschichte.

„Es muss damals in Wien ganz interessant gewesen sein“

In einer Zeit, in „der Hugo Wolf noch lebte, Mahler die Oper erneuerte, Hofmannsthal und Schnitzler jung waren, und Reinhardt unbekannt in stillen Gassen Zukunft träumen ging“, da muss es „damals in Wien ganz interessant gewesen sein“, schreibt der österreichische Schriftsteller und Dramatiker Hermann Bahr. Vor allem in der Kunstszene hat sich so einiges auf den Kopf gestellt: Mit Kunsthandwerkern wie Josef Hoffmann oder Koloman Moser und ihrer berühmt gewordenen Wiener Werkstätte, die Kunst und Handwerk im Sinne eines Gesamtkunstwerkes vereinen wollte, war eine Art Vorläufer des Interior Designs ins Leben gerufen worden. Der Grazer Martin Papst ist im Besitz eines Zigarettenetuis aus der Zeit der Jahrhundertwende, das in Form und Gestaltung an eben solche Entwürfe von Josef Hoffmann erinnert - vielleicht stammt sie sogar direkt aus der Hand des Meisters.

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Zigarettenetui; Magda Pfabigan, Martin Pabst und Tochter, Karl Hohenlohe

Copyright: Biedermeier

Einfache Formen und zeitlose Eleganz - das war das Programm der Schmuck- und Textilentwürfe im Wien um 1900: natürlich hat diese Epoche aber auch zahlreiche Möbel unterschiedlichsten Designs zum Vorschein gebracht hat. Die Wiener Werkstätte setzte dabei auf geometrisch-abstrakte Formen, die später die Kunst eines Andy Warhol oder eines Franz West wesentlich beeinflussten. Woher kommen diese Formen? Der Wiener Florian Birkmayer besitzt eine Sesselreihe aus der Zeit des Biedermeiers, die in ihrem Design eine erstaunliche Nähe zu den Entwürfen von Josef Hoffmann oder Koloman Moser aufweist - Alexander Hönigmann bringt ein Biedermeier-Kafeeservice in die Sendung, das den Stil des Art Decó nahezu vorwegnimmt. Waren die Künstler der Wiener Werkstätte am Ende gar geniale Kopisten? Karl Hohenlohe geht auf Spurensuche.

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Biedermeier-Sessel; Florian Birkmayer, Karl Hohenlohe

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Biedermeier Tassen; Karl Hohenlohe, Ursula Rohringer, Alexander Hönigmann

Stille Heldinnen

Genauso wie die Wiener Werkstätte hat auch die Wiener Secession das künstlerische Schaffen des Fin de Siècle maßgeblich beeinflusst - der Stil der Secessionisten, unter ihnen berühmte Namen wie Gustav Klimt, ging als Wiener Jugendstil um die ganze Welt. Was weniger bekannt ist, ist der Umstand, dass unter den Mitarbeitern der Wiener Werkstätte auch viele künstlerisch begabte Frauen waren, die damals entscheidend für den Stilwandel vom Jugendstil zum Art Déco der 1920er-Jahre waren. Die Wienerin Michaela Höfenstock kann eine Keramik-Madonna aus der Wiener Werkstätte vorweisen, die mit dem Namen Erna Kopriva signiert ist. Eine vergessene Heldin der österreichischen Designgeschichte?

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Madonnen Figur; Karl Hohenlohe, Michaela Höfenstock, Magda Pfabigan.

Antiquitätenmagazin, 2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Was schätzen Sie..?

    Ob Inselparadies oder Alpenpanorama, im Sommer ist man wieder reif fürs Reisen: Aus diesem Anlass begibt sich Karl Hohenlohe mit seinem Team auf historische Spuren berühmter Abenteurer und Entdecker, und bringt antike Reise-Utensilien ebenso auf den Schätz-Schemel wie exotische Souvenirs aus aller Herren Länder.

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    Einen Tag nach Ostern geht Moderator Karl Hohenlohe ins Kloster und bringt neben Kirchenschätzen aus aller Welt und sakralen Heiligtümern die spannendsten Kunstschätze des Stifts Göttweig zum Vorschein.

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    Karl Hohenlohe begrüßt zu einer Faschingsausgabe des Kunst- und Antiquitätenmagazins, das diesmal ganz im Zeichen der Oper und des Opernballs steht.

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    Von Familienschätzen einer österreichisch-amerikanischen Schauspielerin, Uhrenwunderwerken aus der Zeit von Napoleon und Perlenarmbändern, die an den Prunk des Fin de Siècle erinnern.