Artist in Residence - Pixel, Bytes und Film

„ME-Log“ Eni Brandner

ME-Log ist eine Reflexion über künstliche und mediale Identitäten, die wir von uns selbst kreieren, und wie diese überzeichneten Bilder unser Bewusstsein manipulieren, und die Wahrnehmung von uns selbst und anderen beeinflussen.

Sonntag, 8.4.2018, 11.35 Uhr
Wh. Mo 04.30 Uhr

“Ein Golem. Leviathan. Alles zugleich. Und doch nichts. Nur eine Maschine. Ein Roboter. Ohne Kontrolle. Marionette. Eine Nette. Fäden zieht wer anderer. Da kommst du nicht aus. Entropie hat mal jemand gesagt. Oder Bieder, der Meier? Es wird nur komplizierter. Also lassen wir alles beim Alten? Reset. Restart. Reinstall. Program. Control. Enter. Run. RUN! Error.“

Eni Brandner erzählt in ihrem Film “Me-­‐Log” von der manipulierten Oberfläche der medialen Bilder. Sie zeigt eine Frau (Isabella Jeschke), deren Bild sich ständig verändert -­ durch die äusseren und inneren Einflüsse denen sie ausgesetzt ist. Aktuelle technische und gesellscha]liche Entwicklungen wie das Benützen von künstlicher Intelligenz, Neuralen Netzwerken, Machine Learning, Motion Tracking, Gesichtserkennung und -manipulation durch allgemein zugängliche Handy-­Apps und Software, sowie Fake News und die möglichen Folgen, werden angesprochen. Die Frage nach dem Punkt, oder der Auflösung bleibt im Raum - wie könnte eine Welt aussehen, in der wir nicht mehr sicher sind, ob wir mit einem Menschen oder einer Maschine kommunizieren und was bedeutet das für unsere Wahrnehmung unseres Selbst? Eine Textcollage aus Zitaten zum diesem Thema, die über den Zeitraum von eineinhalb Jahren vor allem im Internet gesammelt wurden und mit autobiographischen Erlebnissen kombiniert wurden, unterstreicht die Bedeutung der Bilder mit Wortspielen wie eine Art Litanei. Ein sich ständig wiederholender Teufelskreis, aus dem es bis auf die vollständige Auflösung unseres Seins, kein entkommen gibt.

Pixel, Bytes & Film - Artist in Residence 
Eni Brandner - ME-Log

ORF/Eni Brandner

Eni Brandner

Pixel, Bytes & Film - Artist in Residence 
Eni Brandner - ME-Log

ORF/Eni Brandner

Eni Brandner

Üner die Künstlerin:

Eni Brandner (*1981 Innsbruck) ist Filmemacherin und Videokünstlerin, lebt und arbeitet in Wien. Nach ihrem Studium der Multimediaart (FH Salzburg) und des klassischen Trickfilms (Akademie der Bildenden Künste Zagreb), beschäftigt sie sich vorwiegend mit der Findung von experimentellen Zugängen in Zusammenhang mit der Schaffung von Narrativen im interdisziplinären Feld zwischen Film, Animation, darstellender Kunst und Musik.
www.enimation.at

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Eni Brandner - ME-Log

ORF/Eni Brandner

Eni Brandner


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Peter Fritzenwallner „Durch das Raue zu den Sternen (per aspera ad astra)“

    Der Künstler Peter Fritzenwallner erarbeitet für den Kultursender ORFIII eine fiktive Erzählung über das Hobby Astrofotografie. Eine Tätigkeit die sich zwischen Weltflucht und politisch bewußter Tätigkeit ausbreitet.

  • Jennifer Mattes „Wreckage Takes A Holiday”

    Jennifer Mattes’ poetische Arbeit über den Schiffbruch und das Meer traf dieses Jahr auch bei der Diagonale den Nerv der Jury und wurde als Bester innovativer Film 2019 ausgezeichnet.

  • Elena Schwarz und Judith Barfuß „Fußballfrau“

    Frauen, Fußball und Sexismus. Wie ist das eigentlich heute in Österreich? In unserer Reihe ORF III Artist in Residence begeben sich die beiden Filmemacherinnen Elena Schwarz und Judith Barfuß für eine Sozialstudie in Stadion und Fußballbeisl.

  • Marlies Pöschl „Aurore“

    Könnten wir einmal im Alter von Robotern und künstlichen Intelligenzen betreut werden, anstatt von menschlichen Pflegekräften? Und, wie wäre das dann eigentlich? Mit diesem Thema setzt sich unsere Artist in Residence Marlies Pöschl auseinander.