Erbe Österreich

Der Donaukanal - Wiener Wässer

Der Donaukanal ist heute kultureller Hot Spot und Oase inmitten der pulsierenden Großstadt. Noch nicht lange ist es her, da war er graues Niemandsland am Rand des ersten Bezirks.

Mythos Geschichte: Der Donaukanal - Wiener Wässer

Dokumentation, 2018

Dienstag, 31.7.2018, 21.55 Uhr
Wh. Mi 01.10 Uhr, Fr 11.30 Uhr, Sa 10.30 Uhr

Die Donau und ihre Nebenarme waren nicht immer so gesittete Gewässer, wie heute. Lange war dieser Fluss ein unbändiger Strom, der sich wild seinen Weg durch Wien bahnte. Erst mit der Regulierung entstand der rechte Donauarm, den wir heute als „Donaukanal“ kennen. Auf der linken Uferseite hatte sich mit der Leopoldstadt die erste Wiener Vorstadt heraus gebildet. Ein Viertel, das vor allem den Wiener Juden zugewiesen wurde, von wo Leopold I. sie aber vertreiben ließ.

Der spätere Donaukanal bildete auch die natürliche Grenze zum kaiserlichen Jagdrevier, dem Prater. Die ersten Brücken, die dort errichtet wurden, hatten vor allem den Zweck, eine bessere Verbindung zwischen Hofburg und Prater herzustellen.

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

ORF/Vaughan Video

Donaukanal mit Prater

Viel Wiener Geschichte ist hier flussabwärts geronnen. Einst war das der breiteste Arm der Donau durch Wien. Zwischendurch Versorgungsweg, totes Gewässer und dann wieder Erholungsort. Um die Jahrhundertwende legten Badeschiffe mit Strombädern an und die Stadt mit ihren Bewohnern rückte an die Ufer des gezähmten Wassers. Sein Ruf allerdings war miserabel, wie die Schriftstellerin Gina Kaus Mitte der 1920er Jahre in ihrem Essay schrieb: "Vom großen Wasser, das geheimnisvoll und aufregend auf sie wirkte, von Schiffen und den darauf arbeitenden schwarzen Männern, vom verrufenen Uferterrain, von dem alle sagten, es sei eine schlechte Gegend, und gerade deswegen umso anziehender wirkte.“ Mitte der 1990er haben die Wienerinnen und Wiener den Donaukanal dann wieder für sich entdeckt: laute Beats, wummernde Bässe, Graffitis - hier entstand die längste zusammenhängende Graffitiwand Europas - und Stadtstrände beleben heute die Ufer. Heute ist der Donaukanal mehr denn je Flanier- und Partymeile.

Eine dunkle Seite war dem Kanal lange nicht auszutreiben: als Schauplatz für Selbstmorde rangierte er ganz oben. Zu verlockend waren die vielen Brücken für Todessehnsüchtige.

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Urania

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Ein Angler am Donaukanal

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Donaukanal-Treiben

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Donaukanal Südliches Ende

Regie: Ronald und Roswitha Vaughan
Dokumentation, 2018


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