Erbe Österreich

Der Donaukanal (2/3) Wiener Wässer

Der Donaukanal ist heute kultureller Hot Spot und Oase inmitten der pulsierenden Großstadt. Noch nicht lange ist es her, da war er graues Niemandsland am Rand des ersten Bezirks.

Erbe Österreich: Der Donaukanal - Wiener Wässer (2/3)

Dokumentation, 2018

Dienstag, 12.3.2019, 22.40 Uhr
Wh. Mi 01.00 Uhr und 04.10 Uhr,
Do 01.15 Uhr

Die Donau und ihre Nebenarme waren nicht immer so gesittete Gewässer, wie heute. Lange war dieser Fluss ein unbändiger Strom, der sich wild seinen Weg durch Wien bahnte. Erst mit der Regulierung entstand der rechte Donauarm, den wir heute als „Donaukanal“ kennen. Auf der linken Uferseite hatte sich mit der Leopoldstadt die erste Wiener Vorstadt heraus gebildet. Ein Viertel, das vor allem den Wiener Juden zugewiesen wurde, von wo Leopold I. sie aber vertreiben ließ.

Der spätere Donaukanal bildete auch die natürliche Grenze zum kaiserlichen Jagdrevier, dem Prater. Die ersten Brücken, die dort errichtet wurden, hatten vor allem den Zweck, eine bessere Verbindung zwischen Hofburg und Prater herzustellen.

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

ORF/Vaughan Video

Donaukanal mit Prater

Viel Wiener Geschichte ist hier flussabwärts geronnen. Einst war das der breiteste Arm der Donau durch Wien. Zwischendurch Versorgungsweg, totes Gewässer und dann wieder Erholungsort. Um die Jahrhundertwende legten Badeschiffe mit Strombädern an und die Stadt mit ihren Bewohnern rückte an die Ufer des gezähmten Wassers. Sein Ruf allerdings war miserabel, wie die Schriftstellerin Gina Kaus Mitte der 1920er Jahre in ihrem Essay schrieb: "Vom großen Wasser, das geheimnisvoll und aufregend auf sie wirkte, von Schiffen und den darauf arbeitenden schwarzen Männern, vom verrufenen Uferterrain, von dem alle sagten, es sei eine schlechte Gegend, und gerade deswegen umso anziehender wirkte.“ Mitte der 1990er haben die Wienerinnen und Wiener den Donaukanal dann wieder für sich entdeckt: laute Beats, wummernde Bässe, Graffitis - hier entstand die längste zusammenhängende Graffitiwand Europas - und Stadtstrände beleben heute die Ufer. Heute ist der Donaukanal mehr denn je Flanier- und Partymeile.

Eine dunkle Seite war dem Kanal lange nicht auszutreiben: als Schauplatz für Selbstmorde rangierte er ganz oben. Zu verlockend waren die vielen Brücken für Todessehnsüchtige.

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Urania

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Ein Angler am Donaukanal

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

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Donaukanal-Treiben

Wiener Wässer 
Der Donaukanal (2/3)

ORF/Vaughan Video

Donaukanal Südliches Ende

Regie: Ronald und Roswitha Vaughan
Dokumentation, 2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Wien, wie es einmal war (2/3)

    Der zweite Teil der neuen Doku-Reihe von Jonathan und Norman Vaughan beschäftigt sich mit dem Wandel der Bezirke rund um den Gürtel.

  • A fesche Wienerwald-Partie - Die Geburt eines Sehnsuchtsortes

    Der Wienerwald ist beliebtes Naherholungsgebiet und eine Kulturlandschaft mit langer Tradition. Susanne Pleisnitzer zeigt in dieser ORF-III-Produktion den Wienerwald als Kulturraum mit langer Geschichte und großer Gegenwart.

  • Die Alte Donau (3/3) Wiener Wässer

    Die Dokumentation von Ronald und Roswitha Vaughan erzählt die Geschichte der „Alten Donau“.

  • Wien, wie es einmal war (1/3)

    Wien hat viele Veränderungen durchgemacht. Vom Umbau während der Ringstraßenzeit, über den Abriss der Stadtmauern und den Ausbau der Außenbezirke bis in die Gegenwart. Teil 1 der neuen ORF-III-Doku-Trilogie beschäftigt sich mit den historischen Veränderungen der Inneren Stadt.